Profil

Ziel der von der Fakultät für Elektrotechnik vertretenen, praxisorientierten, wissenschaftlichen Lehre ist es, die angehenden Diplomingenieure mit einem Rüstzeug zu wappnen, das trotz raschen technologischen Wandels ein Berufsleben lang ein erfolgreiches Bestehen ermöglicht. Vor dem Hintergrund stetig komplexer werdender Produktionsprozesse und der Zunahme interdisziplinärer Entwicklungsaufgaben ist heute fachübergreifendes Arbeiten im Team zwingend erforderlich. Dies verlangt vor allem solides Grundlagenwissen und Flexibilität. Die Fakultät für Elektrotechnik bietet daher im Studiengang Elektrotechnik auf der Basis eines breit angelegten „gemeinsamen Studiums“ die beiden Studienschwerpunkte „Energietechnik und Anlagenautomatisierung“ und „Informations- und Kommunikationstechnik“ an.

Der Studiengang Elektrotechnik eröffnet den Zugang zu einem internationalen Masterstudiengang, den die Fachhochschule Augsburg in Zusammenarbeit mit der University of Ulster (UU) anbietet und der zum Teil in Belfast zu absolvieren ist.

Im Studiengang Elektrotechnik lehren derzeit 18 Professoren und ebenso viele Lehrbeauftragte.

 

Berufsbild

Kein anderer Zweig der technischen Anwendung physikalischer Grundlagen und Erkenntnisse durchdringt derart expansiv alle Bereiche unserer Arbeitswelt und Gesellschaft wie die Elektrotechnik. Die moderne industrielle Entwicklung und Produktion, die Information und Kommunikation sowie alle Formen der Dienstleistung sind heute ohne eine Vielzahl elektrischer Komponenten, Produkte und Verfahren nicht mehr denkbar; der elektrische Antrieb, der Personalcomputer und die Telekommunikation seien beispielhaft genannt.

Entsprechend vielseitig und im Grunde krisenfest sind deshalb die möglichen Betätigungsfelder eines Diplomingenieurs der Elektrotechnik. Nicht nur Entwicklung, Fertigung, Qualitätssicherung, Vertrieb, Instandhaltung oder Kundendienst in Elektroindustrie, Informations- und Telekommunikationswirtschaft, Maschinen- und Anlagenbau, Automobilindustrie, Medizintechnik sowie eine Reihe von Dienstleistungsfunktionen in branchenfremden Industrien und Behörden – wie Prüffeld, Messtechnik, Rechenzentrum u.a.m. – stehen ihm offen.

Studium

Das Studium umfasst in beiden Studienschwerpunkten insgesamt acht Fachsemester und gliedert sich in das zweisemestrige Grundstudium und das daran anschließende sechssemestrige Hauptstudium. Die ersten vier Fachsemester werden – einheitlich für beide Studienschwerpunkte – als gemeinsames Studium geführt. Das Hauptstudium setzt sich zusammen aus vier theoretischen und zwei praktischen Studiensemestern. Die praktischen Studiensemester sind das vierte und das siebente Fachsemester.

Die Vermittlung der grundlegenden Kenntnisse der Elektrotechnik, Mathematik, Physik, Werkstofftechnik, Mechanik, Konstruktion, Digitaltechnik und Informationstechnik erfolgt im ersten und zweiten Semester. Ziel dieser Grundausbildung ist unter anderem, den für eine erfolgreiche Anwendung erworbener Fachkenntnisse notwendigen Überblick über die Bereiche der Technik zu schaffen, die an die Elektrotechnik grenzen oder in sie eingreifen.

Das zweite Fachsemester schließt mit der Vorprüfung ab.

Voraussetzung für den Eintritt in das Hauptstudium ist die bestandene Prüfung in wenigstens fünf der sieben Vorprüfungsfächer: Mathematik, Physik, Werkstofftechnik, Technische Mechanik und Konstruktion, Grundlagen der Elektrotechnik I, Informatik I, Digitaltechnik. Die Vorlesungen, Übungen und Praktika im dritten Fachsemester ergänzen und vertiefen die für alle Studierenden der Elektrotechnik wichtigen physikalisch-technischen Grundlagen.

Das anschließende erste praktische Studiensemester gibt Gelegenheit, die bisher erworbenen Kenntnisse in Industriebetrieben zum ersten Mal während des Studiums anzuwenden und praktische Erfahrungen, z.B. in Fertigungsverfahren, zu sammeln. Praxisbegleitende Lehrveranstaltungen an der Fachhochschule runden die Ausbildung des ersten praktischen Studiensemesters ab.

Mit Eintritt in das fünfte Fachsemester muss sich der Studierende für einen der beiden Studienschwerpunkte Informations- und Kommunikationstechnik oder Energietechnik und Anlagenautomatisierung entscheiden. Während ein kleinerer Teil der angebotenen Lehrveranstaltungen der weiteren Vertiefung des elektrotechnischen Grundlagenwissens dient, konzentriert sich der Großteil der Inhalte der Fachvorlesungen auf die Fundamente des gewählten Studienschwerpunktes. Zur Vertiefung seiner Kenntnisse in einzelnen Spezialgebieten kann der Studierende einen Teil der Vorlesungen aus einem Katalog „studiengangspezifischer Wahlpflichtfächer“ frei – aber verbindlich – auswählen.

Eintrittsvoraussetzungen für das zweite praktische Studiensemester (das siebte Fachsemester) sind die bestandene Vorprüfung, das erfolgreich abgeleistete erste praktische Studiensemester und im wesentlichen alle Prüfungen des dritten und fünften Fachsemesters (s. Studienordnung Elektrotechnik).

Das zweite praktische Studiensemester dient der weiteren Einbindung der industriellen Ausbildung. Hier hat der Studierende Gelegenheit, unterstützt durch praxisbegleitende Lehrveranstaltungen, in der Industrie selbständiges, ingenieurmäßiges Arbeiten in einem Betätigungsfeld seiner Wahl zu erlernen.

Die Fachvorlesungen werden während des gesamten Studienverlaufs durch Übungen begleitet und durch Praktika ergänzt. Der Fakultät stehen hierfür neben dem Rechenzentrum der Fachhochschule die folgenden Labore zur Verfügung:

Labor elektrische Messtechnik Labor elektrische Maschinen Labor Leistungselektronik und elektrische Antriebe Labor Steuerungstechnik Labor Automatisierungstechnik Labor Regelungstechnik Labor Hochspannungstechnik Labor Schaltungstechnik Labor Nachrichtentechnik Labor Hochfrequenz-, Mikrowellentechnik und EMV Labor Digital- und Datentechnik Labor Mikrocomputertechnik u. Echtzeit-Datenverarbeitung Labor Werkstoffe der Elektrotechnik

Das modern ausgestattete Rechenzentrum der Fachhochschule stellt die Hard- und Softwarebasis zur praktischen Ausbildung im Programmieren, in der Numerik, in den Methoden des Software-Engineering und des CAD/CAE/CAM bereit.

Vorlesungen in allgemeinwissenschaftlichen Fächern sollen die Allgemeinbildung des angehenden Ingenieurs erweitern. Der Studierende hat deshalb aus dem breiten Angebot der Fakultät für Allgemeinwissenschaften eine vorgegebene Mindestzahl von Vorlesungen und Seminaren zu belegen und die zugehörigen Leistungsnachweise zu bestehen.

Die Abschlussprüfung beendet das Studium. Wesentlicher Bestandteil dieser Prüfung ist die Anfertigung einer Diplomarbeit, mit der jeder Studierende seine Fähigkeit zu selbständigem Arbeiten auf ingenieurwissenschaftlicher Grundlage nachzuweisen hat.

Ein Diplomarbeitsthema wird nur ausgegeben und genehmigt, wenn der Studierende im Wesentlichen alle Prüfungen des dritten und des fünften Fachsemesters und mindestens zwei Prüfungen des sechsten Fachsemesters bestanden hat (s. Prüfungsordnung Studiengang Elektrotechnik). Der Lehrbetrieb ruht auf den Schultern der Professoren der Fakultät für Elektrotechnik. Sie werden unterstützt von Professoren der Fakultät für Allgemeinwissenschaften und von Lehrbeauftragten aus der Industrie. Integraler Bestandteil der praxisorientierten Ausbildung sind darüber hinaus Exkursionen zu Industriebetrieben sowie das Angebot attraktiver Vortragsreihen, getragen von Experten aus Industrie, Handel und Verbänden.

Die Studierenden mit dem Studienschwerpunkt Informations- und Kommunikationstechnik haben die Möglichkeit, nach dem sechsten Studiensemester in einen viersemestrigen Masterstudiengang zu wechseln, den die Fachhochschule Augsburg in Zusammenarbeit mit der University of Ulster (UU) anbietet. Hierfür gelten allerdings besondere Zulassungsbedingungen, zu denen insbesondere gute Studienleistungen und Kenntnisse der englischen Sprache zählen. Der Studiengang führt innerhalb einer Gesamtstudiendauer von zehn Semestern parallel zu den Abschlüssen Diplom und Master of Engineering (MEng). Die letzten beiden Semester dieses Studiengangs werden an der University of Ulster absolviert. Zu diesem Studiengang existiert eine eigene Beschreibung.

Studienabschluss

Nach bestandener Abschlussprüfung wird der akademische Grad Diplom-Ingenieur (FH) verliehen.