B  I  B  L  I  O  T  H  E  C  A    A  U  G  U  S  T  A  N  A
           
  Ulrich von Liechtenstein
ca. 1200 -1275
     
   



V r o w e n   d i e n s t

E r s t e r   D i e n s t
( 8 - 1 3 8 9 )


Aventiure von dem turney
nach der fart ze Niwenburc
(Strophe 986 - 1123)


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L i e d   X I
(Bechstein II,33; Lachmann 322,1)

Daz ist ein sincwîse, und ist diu einleft wîse

1
     Vil sælic Minne, hab ich nu getân
den dienest den dîn gewalt mir gebôt,
des sol dîn helfe geniezen mich lân:
hilf, ob du künnest iht für sende nôt
5
daz diu vil süeze noch getrœste mînen muot,
diu mich trûren tuot.
nu fröit mich beide: ir sît doch beide guot.

2
Ir edeln frouwen, ir vil reinen wîp,
ich hân geworben mîn unde iuwer dinc.
daz niemen meine mit valsche iuwern lîp,
des wünsch ich iu. dâ bî sost mîn gerinc
5
daz der vil guoten, der vil werden, werde schîn
al diu stæte mîn.
daz wil ich immer besorgende sîn.

3
Ich wünsch iu frouwen daz ir schône lebt
bî sender liebe und an swæren muot,
und mir ze lône den wunsch wider gebt,
daz mîn gedinge noch werde sô guot,
5
daz sie vil liebe die ich in dem herzen trage,
nâch leitlîcher klage
mir füegen müeze vil frœlîche tage.

4
Der werlde werde ich unwert als ein man
der nie nâch êren noch fröiden geranc,
obe ich ir immer gewenke dar an,
ichn sî ir stæte unde sleht âne wanc.
5
mîn trôst, mîn wünne, mîner sælden keiserîn
sol sie eine sîn.
des gert mîn stæte und al daz herze mîn.

5
Mich lât niht scheiden ir wert süezer lîp
von mîner stæte noch daz herze mîn.
mich kan unstæte dehein ander wîp
ir niht gemachen. des muoz si mir sîn
5
vor allen wîben; wan ir güete ist sô guot
daz ich hôhen muot
hân von ir güete, swie sô si mir tuot.

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