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Das Volksbuch von Dr. Faust
um 1580

 


 






 




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Das Dritte Colloquium Doctor Faustj mit dem
Gaist vnd seiner gethonen Promission:

Auff die Promission. So Doctor Faustus gethon / Fordert Er des andern tags zu Morgen frue den Geyst / Dem Aufferlegt er / das so offt Er jn fordert / er jm erscheinen solt jn gestalt vnnd Form eines Franciscaner Monchs vnnd solcher klaidung / vnnd das er alweg so er erscheinen wirdt / ein Glöckhlin soll haben / vnnd zuuor ettliche zeichen geben/ Damit Er khönn wissen am geleith / wann er Daher komme/ fragt jn den boesen Gaist auch darauff wie sein Nam hieß / darauff sagt er Mephostophiles. Eben jnn sollicher stundt felt diser Gottlose Mensch von seinem Gott vnnd Schöpffer ab / vnnd wirdt ein Glidt des Laidigen Teuffels / Darzue jn dann sein Stoltz / Hochmueth vnnd vermessenheit gebracht hat /

Darauf auß verwegung vnnd Vermessenheit richtete Doctor Faustus dem bösen Geist auf seine jnstrument vnnd briefliche Vrkundt / ward ein grewliches vnnd erschrockliches werckh / dises ist hernach als Er vmb sein Leben kam / jnn seiner Behaussung befunden worden / will auch melden zuer warnung allen Fromben Christen / Das Sie dem Teuffel nit statt geben wöllen / Damit Sie nit an Leib vnnd Seel verfuert werden mochten / Wie dann Doctor Faustus hernach seinen Armen Famulum auch jnn difs Teufels werckh verfuert vnnd gebracht hat.

Als Dise baide vnnd boese Parthey sich miteinander vergloben / nimpt Doctor Faustus ein spitziges Messer sticht jm ein Ader jnn der Lincken hand auf / Da man warhafftig gesagt hat / Das jn solcher hand ein gegrabne vnnd Bluettige schrifft gesehen worden O Homo fuge Das ist Mensch fliehe von jm / vnnd thue Recht / Doctor Faustus Last jm das Bluet herauß jnn ein Degell / setzt es auf ein warme kohlen/ vnnd schreibt wie bald hernach volgt.
 
 
 
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