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Das Volksbuch von Dr. Faust
um 1580

 


 






 




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Doctoris Faustj Instrument.
vnnd sein Teuffelische vnd Gotlose Verschreibung:

Am Dritten tag Erscheint Doctor Fausto sein Gaist oder Famulus erschin ganntz Frölich vnnd mit disem gestib vnnd geberden. Er gieng jm hauß vmb wie ein Fewriger Mann / Das also von jm giengen Lautter Fewrstramen/ Darauf volget dann widervmb ein Mottern vnnd geplerr / als wann die Mönich sungen / vnnd wust doch niemand wz fur ein gesanng ward / Dem Doctor Fausto gefiel solchs Gaugkelspill sehr wol / Er wolt jn auch noch nicht jnn sein Losament fordern / biß er sehe was endtlichen darauß wolt werden/ vnnd was es fur ein ausganng haben wurdt.

Bald hernach wurd ein gethummel gehört von SPiessen / Schwertern / vnnd andern jnstrumenten / Das jn dunckhte man wolt das hauß mit stürmen einnemen / baldt widerumb ward ein jagt gehört von hundern vnd jägern / Die hundt hetzten vnnd triben ein hiersch biß jnn Doctor Faustj stuben / Da ward Er von den hunden nidergelegt vnnd verschwandt Darauff erschin jns Doctor Faustj Stuben ein Lew vnnd Trach / Die stritten miteinander / Wie wol sich der Lew Dapffer werete / ward Er dannoch vnden gelegen vom Trachen verschlungen / Doctor Faustj famulus sagt Das Er einem Lindwurm gleich gesehñ hab am Bauch gelb weiss vnnd schegget / Die Flugell/ vnnd ober theill schwartz / der schwanz halß wie ein Schneckhen hauß krumlicht / Dauon die stuben erfult / Mehr wurden gesehen herein gehn ein schöner pfaw / vnd auch das weiblin / die zanckhten miteinander / wardt bald vertragen / Darauf sahe man ein zornigen Stier herein lauffen dem Doctor Fausto zue / der nicht ein wenig erschrackh / Aber wie er dem Doctor Fausto zue Renndt felt er vor jm nider vnnd verschwindt / Hierauff ward wider gesehen ein grosser Alter Aff der bott dem Fausto die handt sprang auff jn / Liebet jn / vnnd sprang die Stuben wider herauß /

Bald geschicht das ein grosser Nebell jnn der Stuben wardt / Also das Doctor Faustus vor dem Nebell nichts sehen könndt So baldt aber der Nebel vergieng lagen vor jm zwen Seckh / Der ein ward Goldt Der ein wardt Silber / Letzlichen da erhueb sich ein Lieblich jnstrument von Einer Orgell / Dann die Positiff / Dann die Harpffen / Lautten / Geigen / Pusaunen / Schwegel / Krumbhörner / vnnd dergleichen / vnnd ein jedes mit Vier stymmen / Also Das Doctor Faustus nicht anders dacht / dann Er wer jm Hymmel / solliches weret ein gantze stund / Das also Doctor Faustus so halsstarrig ward Das Er jm furnam / Es hett noch niemahls jn gerewen /

Vnnd ist hie zusehen wie der Teuffel so ein Sueß geplerr macht / Damit Doctor Faustus jnn seinem Vornemen nit möchte abgewendt werden / sonndern viel mehr Das er dasselbe noch fraidiger mocht jnns werckh setzen vnnd gedennckhen / Nun hab jch noch nie nichts boeß oder abscheulichs gesehen / sonndern nur Lust vnnd Freudt.

Darauff gieng Mephostophiles der Gaist zu dem Doctor Faustus jnn die stuben hinein / jnn gestalt vnnd Form eins Monichs / Doctor Faustus sprach zu jm / Du hast einen wunderbarlichen Anfanng mit deinen geberden vnnd Enderungen / Welches mir ein grosse Freud geben / Wo du dann so wirdest beharren / so sollestu Dich alles guetten zu Mir versehen/ Antwurt Mephostophiles. Das ist nichts / ich soll Dir jnn anderm Diennen / Das du krefftiger vnnd grossere Wurckhung / Enderung / Verkerung vnnd weiß an mir sehen wirst / Auch alles was Du von mir forderst. Allein Das du mir Die promission verhaissung vnnd zuesagung deines verschreiben Laistest. Doctor Faustus sagte Da hastu den brief Mephostophiles nam jn an / vnnd wolt Doch von Doctor Fausto haben Das Er ein Copej daruon neme / Das thette der Gottloß Faustus / vnnd das ward der jnnhalt dess Briefs.
 
 
 
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