<<< Übersicht  <<< Voriges Kapitel  Nächstes Kapitel >>>



B  I  B  L  I  O  T  H  E  C  A    A  U  G  U  S  T  A  N  A

 

 

 

 
Das Volksbuch von Dr. Faust
um 1580

 


 






 




8

Von diennerschafft dess Geists
gegen Fausto:

Als Doctor Faustus sollichen grewel Dem Geist mit seinem aignen Beuet vnnd handschrifft geleist ist gewislichen zuuermuetten Das Gott vnnd alles Hymlisch höer von jm gewichen.

Doctor Faustus hat seines Frommen Vettern Behaussung jnnen / wie Er jms dann auch verschaffen jm Testament / bey jm hat Er taglich ein jungen Famulum vnnd Schueler / Ein verwegnen Leckher Cristoff Wagner genannt / Dem gefiel das SPiel auch / wie jn dann sein Herr jmmer tröstet / Er wolte auss jm ein hocherfahrnen vnnd geschickhten Mann machen / jm gefiel solliche Melodej wol / wie dann die jugent jmmerdar mehr zum boesen dann zum gueten genaigt ist / wie aber oben gesagt hat Doctor Faustus niemandt jn seinem hauß Dann seinen Famulum vnnd Seinen Geist Mephostophilem der jmmer vor jm wandelt jnn gestalt eines Mönichs / Den Beschwuer er jnn sein Schreibstuben / welches Er jmmerdar verschlossen.

Was dann sein Narung vnnd Profiandt belanngt/ Das hat Er Vberflussig / Dann sobald Er ein guetñ Wein wolt haben / Den bracht jm der Gaist jnn den Kellern wo er wolt (.wie Er sich dann selbs einmahl hören lassen / er thue seinem herren dem Churfursten / dem Hertzogen von Bayrn / vnnd dem Bischoff von Saltzburg vil laides jnn jren keller.) So hat Er täglich kochte speiß / Dann Er konndt ein solche zauberische kunst / das so bald Er das Fenster auf thett / vnnd nennet einen Vogel den Er gern Wolt / Der flog jm jnn das Fenster hinein / Auch bracht sein Gaist jm von allen Vmbligennden herrschafften Fursten vnnd Grafen höfen gekochte speiß vnd alles gantz Furstlich.

Das Tuech zu sein vnnd seines jungen klaydung (.jn massen wie Er dann stattlich vnnd kostlich gienge.) muest jm der Gaist bey Nacht zu Nurmberg / Augspurg oder Franckfurt/ ja wo jm eben jn Kramern stelen / so muesten sich auch die Gerber vnnd Schuester leiden / Jnn Summa es was alles gestolne vbel entlehnete wahr / vnnd ward also ain gar feine Erbare aber Gottlose Behaussung vnnd Narung / wie dann Christus jm johanne den Teuffel einen dieb vnnd Mörder nennet / wie ers dann auch ist / So hat jm der Teuffel darneben versprochen er woll jm alle wochen funffundzwainzig Cronnen geben / thuet ein jarlanng .1300. Cronnen / das ward sein beste Narung/
 
 
 
<<< Übersicht  <<< Voriges Kapitel  Nächstes Kapitel >>>