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Das Volksbuch von Dr. Faust
um 1580

 


 






 




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Von dess Himmels Lauf
Zier vnd Vrsprung.

Doctor Faustus dorfft den Geyst von Göttlichen Hymlischen dingen nit mehr fragen / das thett jm Wee / vnnd gedacht jm Tag vnnd Nacht nach / vnnd damit Er von Göttlicher Creatur vnnd erschaffung besser gelegenheit hett dem ein farb anzustreichen / vnd mit glimpff herumb zukommen / fragt Er nicht wie Zuuor mehr von der freudt der seligen vnnd den Engeln / vnnd von dem Wee der Hell / dann Er wust das Er vom Geist hinfuro kein Audients mehr wurd erlangen / Muest also fragen was jn gedeücht das Er erlanngen möcht / nimpt jm derhalben fur den Geist zuefragen vnder einem glimpf / als ob es zu der Astronomia oder Astrologia den physicis dienstlich sey / vnnd Nöttig zu wissñ / Nemlich von dess Hymmels Lauf zierdt vnd Vrsprung / Das solt Er jn berichten / Hierauff antwurt der Gaist /

Mein herr Fauste / Der Gott der dich erschaffen Hat / Der Hat auch die Welt erschaffen / vnnd alle Elementa vnder dem Hymmel / Dann Gott macht anfenngclich den Hymmel auss dem Mittel des Wassers / vnnd theilt die wasser vom Wasser / vnnd hieß das Firmament den Hymmel / So ist der Hymmel kuglicht oder Scheublich vnnd beweglich / Auch ist der Hymmel der vom Wasser erschaffen / vnnd zusamen gefuegt ist / so befestiget wie der Christall / vnnd sicht auch oben jm Hymmel also / Darjnn ist angehefft das gestirn / vnd durch solche Runde dess Hymmels wirdt die Welt jnn Vier theill getheilt / Der Aufganng / Niderganng / Mittag vnd Mitternacht/ vnnd wirdt der Hymmel so schnell vmbgeweltzt / Das die Welt zerbrech/ wo es die Planeten mit jrem gegen Lauf nit verhinderten /

So ist der Hymmel mit Fewr auch erschaffen / Das wa nicht mit der kelte dess wassers Die Wolckhen vmbgeben weren / Das dz Fewr oder Hytz die vndern Elementa anzündet / So seind jnnerhalb des Firmaments / Da dess gestirns des Hymmels ist / Vmbkreiß der Siben Planeten begriffen als *Saturnus / Jupiter / Mars / Sol / Venus / Mercurius vnnd Luna* /vnnd bewegen sich alle Hymmel / allein der Feurig Hymmel Der Ruehet /

vnnd wirdt also die Welt jnn Vier thaill getheilt / Als dess Fewrs / Luffts / Erdñ / vnnd Wasser / vnnd auss diser SPer vnnd Creatur Formiert / vnnd ain jegclich Hymmel nimpt sein Materj vnnd Aigenschafft darauß / der Oberst Hymmel ist Fewrig / Der Mittel vnnd der Vnderst ist Liecht / der Lufft der jm Hymmel ist scheinlich / der Mittel vnnd Vnderst ist Lufftig / jnn dem Obersten ist die Warm vnnd das Liecht von Nahe wegen der Sonnen / Der vnderst aber von Widerscheins wegen des Glentz von der Erden / vnd Wo der schein des Glentzes nit erraichen kan / ist kalt vnnd Dunckhelheit darJnnen / jnn disem Dunckhlen lufft verstossen / vnnd jnn solchem Dunckheln lufft Da wir wohnen seind Vngestuemigkeit / Donnerschleg / Hagell / Schnee / vnnd dergleichen / da wir dann die zeit dess jars/ vnnd wie es wittern soll Wissen können / vnnd hat also der Hymmel Zwelff vmkreiß / Die die Erdt vnnd das Wasser Vmbringen / Die alle mögen Hymmel genennt werden.

Es erzelt jm auch der Geist Dissmals / wie ein Planet nach dem Andern Regiert / Vnnd wieuil Graden ein jeder Planet vber den Andern hatt/
 
 
 
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