<<< Übersicht  <<< rückwärts  vorwärts >>>



B  I  B  L  I  O  T  H  E  C  A    A  U  G  U  S  T  A  N  A

 

 

 

 
Friedrich von Logau
Deutscher Sinn-Getichte Drey Tausend

 


 






 




Deß Andren Tausend
Zu=Gabe.


__________


2 Z 1

Von meiner Zugabe.

WAr meine Wahre nicht recht gut/ so geb ich etwas zu/
Damit/ was nicht die Güte thet/ vielleicht die Menge thu.

2 Z 3

An den Leser.

Leser/ wie gefall ich dir?
Leser/ wie gefellst du mir?

2 Z 49

Von den entblösten Brüsten.

Frauen=Volck ist offenhertzig; so wie sie sich kleiden jetzt
Geben sie vom Berg ein Zeichen/ daß es in dem Thale hitzt.

2 Z 89

Der Mittel=Weg.

Jn Gefahr vnd grosser Noth
bringt der Mittel=Weg den Tod.

2 Z 125

Eine reiche Heyrath.

Wer in Ehstand treten will, nimmt ihm meistens vor
Drein zu treten, ob er kann, durch das goldne Thor.

2 Z 129

Gerechtfertigung.

DAß die Wercke selig machen/ ist zwar nirgend zu verführen;
Daß hingegen sie dem Glauben/ ist gar klar/ mit Recht gebühren;
Wer wil da viel Glauben glauben/ wo sich keine Wercke rühren.

2 Z 132

Das Wort Gottes.

ABbruch wil an seinem Wort vnser Gott mit nichten leiden/
Zusatz sol bey seinem Wort auch sein Volck nicht minder meiden.
GOttes Wort nicht dürffen lesen; dieser Abbruch ist nicht klein.
Alles Thun was Menschen setzen; wil ein starcker Zusatz seyn.

2 Z 133

Vom Opitio.

Jm Latein sind viel Poeten/ immer aber ein Virgil:
Deutsche haben einen Opitz/ Tichter sonsten eben viel.

2 Z 161

Weiber=Eifer.

Weiber sind zum zörnen hurtig; vnd jhr Zorn ist nicht zu sagen/
Wann der Mann auß jhrer Küche/ Feuer wil in fremde tragen.

2 Z 173

Fremde Schutz=Herren.

DEr/ der vns für Ketzer helt/ solt vns kriegen für den Glauben:
Freyheit solten schützen die/ die vns Freyheit helffen rauben;
Außgang/ wird zu glauben dir Freyheit/ was du wilst erlauben.

2 Z 177

Fremde Tracht.

Alamode=Kleider/ Alamode=Sinnen;
Wie sichs wandelt aussen/ wandelt sichs auch innen.

2 Z 178

An die Grossen/ Psal. 4. v. 3.

LJeben Herren/ wie so sehr habet jhr das eitel lieb!
Und wie gerne haben auch Lügen bey euch jhren Trieb!
Lieben Herren/ mercket drauff/ lieben Herren dencket nach!
Eitelkeit gebiert nur Rew/ Lügen bringen Ungemach.

2 Z 179

Verfolgung.

Dieweil Religion bestehet im Gemüte/
Wie daß man sie dann sucht mit Eisen/ im Geblüte?

2 Z 190

Verschwiegenheit.

Wenig reden/ viel verschweigen.
Jst den Weibern selten eigen.

2 Z 192

Stadt vnd Land.

Städte/ sind die Beutel=Mühlen; vnd das Land/ ist Müller=Gast:
Jedem wird daselbst zu Staube/ was sein Beutel in sich fast.

2 Z 197

Haus=Friede.

Halt dich friedlich mit den deinen/
Traw nicht leichtlich fremden meinen.

2 Z 201

Glückwuntsch
An eine Fürstliche Person
über
Geschlossenem Friede.


AN von der Zeit/ da das Heil
Uns durch Christum ward zu theil/
Hatte gleich den Bilder=Bogen
Und der zwölffer Thiere Zahl
5
Titan rüstig durch gezogen
Sechzehn Hundert/ sechzehn mal/
Herr vnd Fürst/ da vnsrer Welt
Euch der Herren Herr gestellt.
Zweymal drüber war die Sonne
10
Durchgereiset diese Bahn/
Als Alecto Zunder sponne
Drauß der lange Krieg entbran.
Herr/ jhr dencket nicht ein Jahr
Drinnen freyer Friede war!
15
Weil jhr dieses Liecht genussen
Weil jhr diesen Hut besitzt
Hat die Oder roth geflussen/
Denn das Land hat Blut geschwitzt.
Eurer Einkunfft bestes war
20
Trew/ bey vntergebner Schaar:
Liebe/ habt jhr außgegeben
Liebe/ namt jhr wieder ein:
Eure Sorge halff vns leben
Wurden sonsten wenig seyn.
25
Denn was jetzund noch sind wir.
Euch habt billich dieses Jhr:
Was wol sonst für viel ermüden
Steht Regenten zum Genieß/
Dieses fraß der Wider=Frieden
30
Daß er wenig übrig ließ.
Frevel/ Boßheit/ Tölpeley
Hoffart/ Neyd/ Trug/ Schinderey
Hat sich offt an Euch gerieben/
Den die Säw vor hörten nicht
35
Wann er sie Stall=ein getrieben/
Der hat Fürsten jetzt vernicht.
Denn es gieng ein loser Mann
Offters einen beßren an/ (Job. 30.)
Welcher vnsrer Väter Hunden
40
Fürzustehen nichtig war/
Dieser hat sich vnterwunden
Thron zu meistern vnd Altar.
GOtt in Euch vnd Jhr in GOtt
Waret mehr als Drang vnd Spot/
45
Eure Brust voll Himmels=Sinnen
Lachte/ wann ein Kotig Wurm
Eures Geistes hohen Zinnen
Bote spöttisch einen Sturm.
Weil an GOtt rechtschaffen war
50
Euer Hertz nur jmmerdar/
Hat es künnen frey gebitten
Von dem Himmel stets gestärckt/
Dieser Zeiten wildem Wüten/
Daß es jmmer Ruh gemerckt.
55
Felsen/ die mit Meer vnd Wind
Täglich gleich zu Felde sind/
Künnen täglich dennoch siegen:
Zuversicht auff GOtt gesetzt
Ward von keinem vnten=liegen
60
Je bestritten/ je verletzt.

Gott sey Danck! Jhr seyd durch hin/
Seht nun traurig abeziehn
Das verruchte Raub=Geschmeisse
Welches vnsrer Wolfahrt Graß
65
Und was wuchs von vnsrem Schweisse
Geitzig jmmer abe fraß.
GOtt sey danck! deß Friedens=Thaw
Feuchtet wieder vnser Aw
Die deß Krieges=Brunst besenget/
70
Daß sich wieder frischer Safft
Jn die dürre Wurtzel menget
Und zum wachsen gibet Krafft.
Gott sey danck! sein Feuer=Heerd
Wird wievor/ nicht umgekehrt/
75
Seine Diener/ seine Lieben/
Die für Drang/ Zwang/ Pein vnd Schmach
Endlich mehr kaum kunten giben/
Hoffen Lufft vnd mehr Gemach.
Fürsten werden Fürsten seyn/
80
Praler müssen legen ein:
Ehre darff nicht mehr der Schande/
Wie bißher/ zu Hofe gehn:
Haupt/ wird in deß Hauptes=Stande/
Fuß/ wird zu den Füssen stehn.
85
Satzung/ Ordnung/ Gleich vnd Recht
Bleibt nicht mehr der Boßheit Knecht:
Diebe werden wieder hangen
Fest an Hanff vnd hoch an Holtz/
Nicht in göldnen Ketten prangen
90
Arg im Sinn vnd frech an Stoltz.
Der dem Pfluge vor entlieff/
Bauren in den Beutel grieff/
Und bey fremdem Tische schmauste/
Wird nun wieder mussen hin
95
Wo die Krae dem Schweine lauste/
Ochsen her für Flegeln ziehn/
Unser vngesparter Fleiß
Unser vngescheuter Schweiß/
Wird vns ja was wieder nützen/
100
Daß wir nicht für Raubrisch Maul/
Wie bißher/ so bitter schwitzen/
Und ernehren fremdes faul.
GOtt sey Danck! der Zornes Brunst
Hat gekehrt in Güt vnd Gunst!
105
Der verleyh vns wahres büssen
Daß wir Argen Gutes thun/
Lange diesen Schatz geniessen
Und beständig mögen ruhn!

Herr/ das jüngst=verfloßne Jahr
110
Zeigte das/ was noch nicht war/
Da sich Friede/ Ruh/ vergnügen
Jn der Armen warmes Band
Wie Jhrs nimmer wüntschen mügen
Euch von Strelitz her sich fand;
115
Da empfinget Jhr voran
Alles was der Friede kan/
Diesen Außbund aller Gaben/
Diese wehrte kleine Welt/
Schaut jhr reichlich in sich haben
120
Mehr noch als die grosse helt.
Weil jhr Friede nie gehabt/
Seyd Jhr desto mehr begabt/
Euer Hertz ist voll vergnügen
Jnnen ist vnd aussen Ruh/
125
Kümt nur bald dazu das Wiegen
Jst deß Glückes Circkel zu.
Auch für dieses Friedens Zier
Sey dir Danck Gott/ für vnd für!
Gib das dieser duple Friede
130
Mög in steter Güte stehn/
Biß die Welt vnd Jhr seyd müde/
Und wollt selbst zu Bette gehn.
 
 
 
<<< Übersicht  <<< rückwärts  vorwärts >>>