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Friedrich von Logau
Deutscher Sinn-Getichte Drey Tausend

 


 






 




Deß Dritten Tausend
Sechstes Hundert.


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III,6,2

Von meinen Reimen.

JCh weiß wol/ daß man glaubt/ daß einer gerne thu/
Das was er gerne sagt: Allein es trifft nicht zu/
Die Welt ist vmgewand. Jch kenne manchen Mann
An Worten/ ist er Mönch; an Thaten/ ist er Hahn.
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Mein Reim ist manchmal frech/ die Sinnen sind es nicht/
Der eine Zeug/ ist Gott; der ander/ das Gerücht.
Jch höhne Laster auß/ ich schimpffe böse Zeit/
Dann die macht grosses Werck von grosser Uppigkeit.

III,6,11

Beyderley Adel.

KUnst vnd Tugend/ machet Adel; Adel machet auch/ das Blut;
Wann sie beyde sich vermählet/ ist der Adel noch so gut:
Adel/ den die Kunst gebieret/ hat gemeinlich diesen Mut
Daß er mehr für Geld als Ehre/ jmmerzu das seine thut.

III,6,26

Bücher=menge.

Deß Bücherschreibens ist so viel/ man schreibet sie mit hauffen;
Niemand wird Bücher schreiben mehr/ so niemand sie wird kauffen.

III,6,98

Der freye vnd knechtische Wille.

Männer sollen luthrisch glauben; Weiber wollen bäptisch seyn:
Männer solln den Willen binden; Weiber wollen ihn befreyn.
 
 
 
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