BIBLIOTHECA AUGUSTANA

 

Das Nibelungenlied

1190/1200

 

 

Das Werk

 

Auf der Grundlage älterer germanischer Überlieferung entstand dieses «unhöfische», archaisch wirkende Heldenepos zwischen 1150 und 1200 im Donauraum. Eine Endfassung wurde wohl um 1190/1200 erstellt, vielleicht unter dem Passauer Bischof Wolfger. Ob die variantenreiche Überlieferung letzlich auf einen Urheber zurückgeht, ist ungeklärt. Der Text der A- und B-Handschrift ist wohl der ältere (die sogenannte nôt-Fassung), der der C-Handschrift ist etwa 20 Jahre jünger (die sogenannte liet-Fassung) und steht der höfischen Epik näher. Um 1204 zitiert Wolfram von Eschenbach in seinem Parzival das Epos wohl in der Fassung C (Parzival 420, 22 ff.). Die insgesamt 32 Handschriften - davon zehn vollständig - lassen also verschiedene Entstehungsphasen und mehrere Bearbeiter vermuten. Die Nibelungenstrophe besteht aus vier sich paarweise reimenden Langzeilen. Diese bestehen jeweils aus einem Anvers und einem Abvers, durch eine Zäsur von einander getrennt. Im folgenden werden - neben der Rohfassung der Edition von Karl Bartsch (Leipzig 1870-1880) - die drei wichtigsten Handschriften A, B und C nach der Edition von Hermann Reichert geboten, die er mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat (vgl. dazu die Anmerkungen zur Textgestaltung).

 

 

Handschrift C (Hohenems-Laßbergische Handschrift um 1230)

Handschrift B (St. Galler Handschrift um 1250)

Handschrift A (Hohenems-Münchener Handschrift um 1280)

Ausgabe von Karl Bartsch (Leipzig 1870/80)

 

 

Sekundäres

 

Hermann Reicherts Nibelungenlied-Lehrwerk (neu)

Zur Textgestalt

Friedrich der Große und Heinrich Heine über das Nibelungenlied

Karl Simrocks Übersetzung des Nibelungenlieds (1868)

Facsimile der Handschrift C (Badische Landesbibliothek Karlsruhe)

Leseproben mittelalterlicher Texte (Uni Tübingen)

Die sogenannte Nibelungenmelodie

Quellen, Kolophon