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Konrad von Würzburg
Goldene Schmiede
 


 






 






Muttergottes um 1240


D i e  G o l d e n e
S c h m i e d e



Prolog
(1-138)
Marienlob
(139-2000) 


Ei künde ich wol enmitten
in mines herzen smitten
getihte uz golde smelzen,
und liehten sin gevelzen
5
von karfunkel schone drin
dir, hohiu himelkeiserin!
so wolte ich diner wirde ganz
ein lop durliuhtec unde glanz
daruz vil harte gerne smiden.
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nu bin ich an der künste liden
so meisterliche niht bereit,
daz ich nach diner werdekeit
der zungen hamer künne slahen
und minen munt also getwahen
15
daz er ze dime prise tüge.
ob iemer uf ze berge flüge
min rede alsam ein adelar
din lob enkünde ich niemer gar
mit sprüchen überhœhen.
20
sus kan din wirde enphlœhen
so verre sich den sinnen min,
daz ich den hohen eren din
niemer mac genahen.
so min gedanc wil gahen
25
uf ze dime werden lobe,
so sweimet ez dem himel obe
reht als ein flückez vederspil:
swenn aber ich hieniden wil
mit gedanken suochen ez,
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so reichet siner tiefe mez
für allez abgründe;
sin ende ich niemer fünde,
grüeb ich biz uf den dillestein.
der marmel und daz helfenbein
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wirt mit halmen e durbort,
e daz man diner wirde ein ort
mit tiefer rede vinde.
mit eime blie linde
durgrebt man e den adamas
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(und brichet niht ein dünnez glas
mit eime slegel stehelin),
e man die hohen ere din
mit worten übergiudet.
daz mer man e versiudet
45
und allez sin geslehte,
e man din lop ze rehte
biz an den grunt erkirne.
so man nu daz gestirne
gerechent und der sunnen stoup,
50
und allen griez und allez loup
durnehteclichen hat gezelt,
so wirt din pris alrerst beschelt
nach siner ganzen wirde.
keins wisen herzen girde
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mac diner tugende richen tuom
noch diner hohen sælden ruom
volleclichen übergern.
kein stætekeit diu mac gewern
so lange so din hoher pris.
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er muoz der künste meienris
tragen in der brüste sin,
swer diner wirde schäpelin
sol blüemen unde flehten,
daz er mit rœselehten
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sprüchen ez floriere,
und allenthalben ziere
mit violinen worten,
so daz er an den orten
vor allem valsche ez liuter,
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und wilder rime kriuter
darunder und da'nzwischen
vil schone künne mischen
in der süezen rede bluot.
frouw, alles guotes überguot,
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und aller sælden houbetschatz,
davon dir miner worte satz
vil ungemæze ist harte.
der künste meiengarte
ist leider mir ze wilde,
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darinne ich lobes bilde
dir, frouwe, solte würken.
zer zeswen und zer lürken
hende bin ich ungewert
bluomen der min herze gert
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ze diner wirde cranze.
von liehter sinne glanze
wirde ich niht gemüejet,
der wilde rim niht blüejet
vor mines herzen ougen,
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noch clinget für mich tougen
der claren fünde bechelin:
weizgot ich sihe niht darin
wie sanfte ez ruschend allez ge.
ich sitze ouch niht uf grüenem cle
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von süezer rede touwes naz,
da wirdeclichen ufe saz
von Strazburc meister Gotfrit,
der als ein wæher houbetsmit
guldin getihte worhte.
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der hæte, an alle vorhte,
dich gerüemet, frouwe, baz,
dann ich, vil reinez tugentvaz,
iemer künne dich getuon.
ich muoz der türteltuben huon
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zeim opher bringen ane golt:
davon du, frouwe, enphahen solt
den guoten willen für diu werc.
la mich, an witzen ein getwerc,
loufen uf der sprüche wisen,
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da der vil hohen künste risen
din lop nu brechent alle.
swaz in der rede enphalle,
daz ich die lese in minen munt,
und si vil schone bi der stunt
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stecke an diner wirde cloben.
künn ich dich, frouwe, niht geloben
nach volleclichen eren,
darzuo so soltu keren
din uzerwelte gnade,
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also daz mir Cuonrade
von Wirzeburc daz heil geschehe,
daz mir din güete ez übersehe
swaz ich vermide an dinem lobe.
red ich ez, frouwe, nu ze grobe,
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so lich hernach mir unde gip
ze stiure diner helfe sip,
dur daz ich ez vil kleine rede.
ich wil uf diner gnaden phede
setzen miner sinne fuoz,
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wande ich tore loben muoz
dich mit den wisen als der gouch,
der in dem meien gugzet ouch,
so im diu liebe nahtegal
ze lobe dœnet überal
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und in mit sange priset.
als mich din helfe wiset,
so hebe ich künsteloser man
din lop mit reinem willen an.
 
 
 
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