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  Paul Rebhun
um 1500 - 1546

 
 
   
   



D e r   A u t o r

Paul Rebhun, lutheranischer Pastor, Pädagoge und Schriftsteller, wird um 1500 im niederösterreichischen Waidhofen geboren. 1526 finden wir ihn in Zwickau als Kantor an St. Marien und als Lehrer an der Lateinschule. Ob er vorher in Wittenberg zusammen mit Luther studiert hat, ist ungewiß. In Zwickau schreibt er die Versdichtung «Klag des armen Manns und Sorgenvol». 1529 geht er als Schulmeister nach Kahla. Dort entsteht das Drama «Susanna», das 1535 auf dem Marktplatz der Stadt uraufgeführt wird. Im selben Jahr kehrt Rebhun an die Lateinschule nach Zwickau zurück, als Tertius und 1536 als Konrektor. Hier entsteht die «Hochzeit zu Cana», veröffentlicht 1538, ein episches Spiel «dem gottgeordneten Ehstand zu Ehren». 1538 wird er als Rektor an die Stadtschule in Plauen berufen und im gleichen Jahr von Luther persönlich als Archidiaconus ordiniert. Er schreibt das «Gesprech von der Summa des Christlichen glaubens und wesens». In diese Zeit fällt auch die Freundschaft mit Hans Tirolf, mit dem er 1540 eine gekürzte Bühnenfassung von Naogeorgs Pammachius in deutscher Übersetzung herausgibt. 1542 wird er Pastor in Oelsnitz und Superintendent des Bezirks Voigtsberg ohne festes Gehalt. In diesen Jahren arbeitet er an einer deutschen Grammatik, die aber wohl nicht vollendet wurde. 1545 erscheint sein lateinisches Lehrbuch, eine Sammlung von über 4000 Phrasen aus Terenz mit deutscher Übersetzung. 1546 publiziert er die Versdichtung «Hausfried». Zeit seines Lebens in materieller Bedrängnis stirbt er 1546 in Oelsnitz. Rebhun hat sich vor allem Verdienste erworben durch seine Reformen bezüglich Metrik, Sprache und Dramaturgie.


D a s   W e r k

Klag des armenn Manns und Sorgenvol, ynn theurung und hungers not, Und warmit er sich darinn zu trösten, aus schönen Historien der heyligen schrifft, der lieben Armut inn dieser theurung zu trost, reymenweis gestellet (1529, E: 1540)

Ein Geistlich spiel, von der Gotfurchtigen und keuschen Frawen Susannen, gantz lustig und fruchtbarlich zu lesen (A: 1535, E: 1536, 1537, 1544)

Ein Hochzeit Spiel auff die Hochzeit zu Cana Galileae gestellet, dem gottgeordenten Ehestand zu Ehren, und allen gottfürchtigen Eheleuten, Gesellen, und Jungfrawen zu Trost, und Unterricht (A: 1538, E: 1538, 1546, 1572)
Vorrede

Sermo vom 7. Oktober 1539 (lateinisch, 1539)

Bühnenfassung von Naogeorgs Pammachius in deutscher Übersetzung, zusammen mit Hans Tirolf (1540)

Ein Christlich unnd notig Gesprech von der Summa des Christlichen glaubens und wesens (um 1540)

An die Deudschen Tichter und Leser (1544)

Hausfried, was Ursach den christlichen Eheleuten zu bedencken, den lieben Hausfrieden in der Ehe zu erhalten (E: 1546, 1549, 1570)

Latine dicendi formulae ad informandam puerilem linguam ex Terentio collectae (Lateinisch-deutsch, 1545)

Über Sprache, Versbau und dramatische Form
(Zitate aus Rebhuns Werken)


S e k u n d ä r e s

Testimonium des Wolff Michael (1546)
Quellen, Kolophon
 
 
 
 
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