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B  I  B  L  I  O  T  H  E  C  A    A  U  G  U  S  T  A  N  A
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  Karl Philipp Moritz
1756 - 1793

 
 
   
   



N e u e s
A . B . C .   B u c h .


( 1 7 8 5 / 9 4 )

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Das dreizehnte Bild.
D i e   r o h e   N a t u r .

     Ein entblätterter Baum steht auf dem Felde.
     In der Ferne sind hohe Berge.
     Rund umher ist kein Haus und keine Hütte.
     Es ist Winter.
     Bei dem entblätterten Baume steht ein unbekleideter Mensch.
     Der Mensch sucht sich vor dem Frost zu schützen.
     Er ist schlimmer daran wie die wilden Thiere.
     Denn die wilden Thiere sind mit Haaren bedecket.
     Aber der Mensch ist ganz unbekleidet.

))21((

     Der Mensch kann nicht mit den wilden Thieren leben.
     Der Mensch muß eine Wohnung haben, und muß mit andern Menschen zusammen leben.
 
Das vierzehnte Bild.
D e r   g e b i l d e t e   M e n s c h .

     Ein Mann steht am Ofen und wärmet sich.
     In der Stube steht ein Tisch und ein Stuhl.
     Auf dem Tische steht eine Flasche und ein Trinkglaß.
     Durch das Fenster in der Stube scheinet das Licht.
     Der Mann ist mit einem Rock und Mantel bekleidet.
     Sein Kopf ist mit einem Hute bedecket.

))22((

     An den Beinen trägt er Stiefel.
     Eine warme Stube ist im Winter sehr angenehm.
     In der Wildniß ist keine warme Stube.
     In der Stube ist man im Trocknen, wenn es draußen regnet.
     Man siehet den Regen durch das Fenster und wird doch nicht benetzet.
     In der Stube, wo wir wohnen, sind Stühle zum Sitzen.
     In der Kammer sind Betten zum Schlafen.
     Wir gehen zuweilen aus.
     Aber wir kehren immer wieder in unsre Wohnung zurück.
     Wer keine Wohnung hat ist übel daran.
     Es ist gut unter andern Menschen zu wohnen.
 
))23((

Das funfzehnte Bild.
P r a c h t   u n d   U e b e r f l u ß .

     Auf einem Tische stehen Speisen.
     Um den Tisch herum sitzen Leute auf Stühlen.
     Diese Leute essen und trinken.
     In der Mitte sitzt der Herr des Hauses.
     Der Herr des Hauses trinkt aus einem großen goldenen Becher.
     Ein solcher Becher heißt auch ein Pokal.
     Der Herr des Hauses ist ein reicher Mann.
     Er hat viel mehr als er braucht.
     Einen goldenen Becher braucht man nicht.
     Der goldene Becher ist nur zur Pracht.
     Man braucht auch nicht vielerlei Speisen.

))24((

     Vielerlei Speisen sind nur zum Ueberfluß.

 
 
 
 
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