BIBLIOTHECA AUGUSTANA

 

Kaspar Hauser

1812 - 1833

 

Das 1833 im Ansbacher Hofgarten

aufgefundene Schreiben

 

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Dieser Zettel wurde nach dem angeblichen Überfall auf Kaspar Hauser am 14. Dezember 1833 im Ansbacher Hofgarten in einem Damenhandtäschchen gefunden. Er enthielt den folgenden in Spiegelschrift geschriebenen Text:

 

Hauser wird es euch ganz genau

erzählen können, wie

ich aussehe, und wo her ich bin.

Den Hauser die Mühe zu ersparen

will ich es euch selber sagen, woher

ich komme _ _

Ich komme von von _ _ _

der Baierischen Gränze _ _

Am Fluße _ _ _ _ _

Ich will euch sogar noch

den Namen sagen: M. L. Ö.

 

Bei diesem Überfall erlitt Hauser eine lebensgefährliche Stichverletzung: Ein Unbekannter habe ihn im Namen des Hofgärtners zur Besichtigung des artesischen Brunnens im Ansbacher Hofgarten eingeladen. Dort habe er jedoch niemanden angetroffen. Daraufhin sei er in Richtung des Uz-Denkmals gegangen; hier habe ihn ein bärtiger Mann angesprochen, ihm einen Beutel überreicht und, als er danach griff, zugestochen. Der im Hofgarten gefundene Beutel war ein lilafarbenes Damenhandtäschchen und enthielt das obige Schreiben. Am 17. Dezember 1833 gegen 22 Uhr stirbt Kaspar Hauser an den Folgen seiner schweren Verletzungen.

 

Hauser-Denkmal im Ansbacher Hofgarten

 

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Zum Ganzen vgl.:

Walther Schreibmüller:

Bilanz einer 150jährigen Kaspar Hauser-Forschung.

In: Genealogisches Jahrbuch 31, 1991, S. 48.