BIBLIOTHECA AUGUSTANA

 

Johann Peter Hebel

1760 - 1826

 

Der Autor

 

Johann Peter Hebel wird 1760 in Basel als Sohn eines Leinewebers geboren. Der Vater stirbt ein Jahr nach seiner Geburt, die Mutter, als er 13 ist. Danach wird er vom Karlsruher Hofdiakonus Preuschen aufgenommen und besucht ab 1774 das «Gymnasium illustre» in Karlsruhe. Ab 1778 studiert er Theologie in Erlangen und macht dort 1780 sein Staatsexamen. Nach einer Tätigkeit als Hauslehrer wird er 1782 ordiniert und 1783 zum Präzeptoriatsvikar am Pädagogium in Lörrach ernannt. Ab 1791 ist er Diakonus am Karlsruher Gymnasium. Schon früh beschäftigt er sich mit naturwissenschaftlichen Fragen, sodaß er 1799 zum Ehrenmitglied der Mineralogische Gesellschaft in Jena ernannt wird. Zwischen 1799 und 1802 entstehen seine «Alemannischen Gedichte», die Goethe und Jean Paul sehr beeindrucken. Seit 1803 schreibt Hebel für den «Rheinländischen Hausfreund», den er dann ab 1807 selbst herausgibt. Die schönsten dort erschienenen Beiträge veröffentlicht er 1811 im «Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes». Sein Wunsch, wieder in seine geliebte südbadische Heimat zurückzukehren und im Wiesental eine Pfarrei zu übernehmen, erfüllt sich nicht. 1819 wird er zum Prälat der lutherischen Landeskirche ernannt und damit Mitglied des Badischen Landtags. Auf einer Reise nach Heidelberg stirbt er 1826 in Schwetzingen.

 

 

Aus einer unvollendeten Antritts-Predigt: «Ich bin von armen, aber frommen Eltern geboren, habe die Hälfte der Zeit in meiner Kindheit bald in einem einsamen Dorf, bald in vornehmen Häusern einer berühmten Stadt zugebracht. Da habe ich frühe gelernt arm sein und reich sein. Wiewohl ich bin nie reich gewesen, ich habe gelernt nichts haben und Alles haben, mit den Fröhlichen froh sein und mit den Weinenden traurig. Diese Vorbedeutung von dem Schicksal meiner künftigen Tage hat mir mein Gott in meiner Kindheit gegeben.»

 

Elias Canetti: «Mit der Erfahrung ‹Kannitverstans› hatte mein Leben begonnen, als die Eltern in einer mir unbekannten Sprache zueinander redeten. Und was sich im Unverständnis einzelner Gelegenheiten erhöhte: das wunderschöne Haus mit den Fenstern voll Tulipanen, Sternblumen und Levkojen, die Reichtümer, die das Meer ans Land schwemmt, der große Leichenzug mit den schwarz vermummten Pferden – das hatte sich bei mir als Erhöhung einer ganzen Sprache ausgewirkt.»

 

Goethe in der Jenaischen Literaturzeitung: «Der Verfasser dieser Gedichte ist im Begriff, sich einen eigenen Platz auf dem deutschen Parnaß zu erwerben. Sein Talent neigt sich gegen zwei entgegengesetzte Seiten. An der einen beobachtet er mit frischem, frohen Blick die Gegenstände der Natur, die in einem festen Dasein, Wachsthum und Bewegung ihr Leben aussprechen, die wir gewöhnlich leblos zu nennen pflegen, und nähert sich der beschreibenden Poesie, doch weiß er durch glückliche Personifikationen seine Darstellung auf eine höhere Stufe der Kunst herauf zu heben. An der andern Seite neigt er sich zum sittlich-didaktischen und zum allegorischen; aber auch hier kommt ihm jene Personifikation zu Hülfe, und wie er dort für seine Körper einen Geist fand, so findet er hier für seine Geister einen Körper.»

 

 

Das Werk

 

Allemannische Gedichte. Für Freunde ländlicher Natur und Sitten (1803)

Der Rheinländische Hausfreund (1803-19)

▪ Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes (1811)

Seltsamer Spazierritt (Bibliophile Ausgabe)

▪ Biblische Geschichten. Für die Jugend bearbeitet (1822)

Christlicher Katechismus (1828)  >>>

Sämmtliche Werke. Neue Ausgabe (1838):

1. Band: Alemannische und hochdeutsche Gedichte I  >>> Google

2. Band: Alemannische und hochdeutsche Gedichte II  >>> Google

3. Band: Erzählungen des Rheinischen Hausfreundes  >>> Google

4. Band: Biblische Erzählungen. Biblische Aufsätze  >>> Google

5. Band: Predigten I  >>>

6. Band: Predigten II  >>> Google

7. Band: Liturgische und andere Beiträge nebst Katechismus  >>> Google

8. Band: Vermischte Aufsätze  >>> Google

Briefe   >>> Auswahl

 

 

Sekundäres

 

Zu Hebels hundertstem Geburtstag (1860)

Quellen, Kolophon