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- Der Autor
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Rudolf Carl Virchow, Arzt, Politiker und Anthropologe, wird 1821 in Schivelstein in Pommern geboren. 1839 beginnt er das Studium der Medizin in Berlin. Nach der Promotion ist er als Arzt an der Charité in Berlin tätig. 1848 wird er von der preussischen Regierung nach Oberschlesien entsandt, zur Untersuchung einer Fleckfieber-Epidemie. In seinem Bericht übt er heftige Kritik an den staatlichen Stellen und an den bestehenden sozialen Verhältnissen: «Waren doch
die Beamten nicht von dem Volk für das Volksinteresse, sondern von dem
Polizeistaat für das Staatsinteresse eingesetzt». Er beteiligt sich an der 48iger Revolution («Wer kann sich darüber wundern, dass die Demokratie und der Socialismus nirgend mehr Anhänger fand, als unter den Aerzten? Dass überall auf der äussersten Linken, zum Theil an der Spitze der Bewegung, Aerzte stehen? Die Medicin ist eine sociale Wissenschaft, und die Politik ist weiter nichts, als Medicin im Grossen») Wegen seiner Teilnahme am Barrikadenbau wird er an der Charité vom Dienst suspendiert. 1849 beruft ihn die Universität Würzburg auf den Lehrstuhl für pathologische Anatomie. Dort beginnt er das sechsbändige «Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie» zu publizieren und formuliert seine Theorie der Cellular-Pathologie («Omnis cellula e cellula»). 1856 kehrt er nach Berlin zurück, berufen auf den neuen Lehrstuhl für pathologische Anatomie. In den folgenden Jahren engagiert er sich in der Politik und ist der Mitbegründer der linksliberal-antiklerikalen Deutschen Fortschrittspartei. Er wird Mitglied des preussischen Abgeordnetenhauses und heftiger Gegner Bismarcks. Als Liberaler in Gegnerschaft zur Kirche prägt er den Begriff «Kulturkampf»: «Soll die Schule irgend gedeihen, so muß sie ganz und ohne Rückhalt dem Klerus entzogen werden und an die Stelle pfäffischer Überlieferung ein freisinniger Unterricht treten, dessen Grundlage die positive Naturanschauung bildet». 1869 ist er Mitbegründer der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft und begleitet Heinrich Schliemann auf dessen Forschungsreise nach Troia und Ägypten. 1873 wird er Mitglied der Preussischen Akademie der Wissenschaften, den ihm angetragenen Adelstitel lehnt er ab. Virchow verunglückt 1902 in Berlin beim Aufspringen auf einen fahrenden Zug.



- Das Werk
- Weisses Blut. Neue Notizen aus dem
Gebiet der Natur- und Heilkunde
(1845)
Über die Reform der pathologischen
und therapeutischen Anschauungen
durch die mikroskopischen Untersuchungen
(1847)
Die naturwissenschaftliche Methode
und die Standpunkte in der Therapie
(1849)
Cellular-Pathologie
(1855)
Alter und neuer Vitalismus
(1856)
Die Cellularpathologie in ihrer
Begründung auf physiologische
und pathologische Gewebelehre
(1858)
Über die mechanische Auffassung
der Lebensvorgänge
(1859)
Die krankhaften Geschwülste
(1863-67)
Über den vermeintlichen Materialismus
in der heutigen Naturwissenschaft
(1864)
Über die neueren Fortschritte in der Pathologie
(1867)
Die Besetzung der Assistentenstellen
am Berliner Pathologischen Institut mit Beziehung
auf das Glaubensbekenntniß der Bewerber
(1868)
Über die Aufgaben der Naturwissenschaften
in dem neuen nationalen Leben Deutschlands
(1871)
Die Naturwissenschaften in ihrer Bedeutung
für die sittliche Erziehung der Menschheit
(1873)
Die Freiheit der Wissenschaft
im modernen Staatsleben
(1877)
Über die Standpunkte in der
wissenschaftlichen Medicin
(1877)
Krankheitswesen und Krankheitsursachen
(1880)
Barbarismen in der medicinischen Sprache
(1883)
Zum neuen Jahrhundert. Ein Gruss
(1900)
Briefe
- Sekundäres
- Bilder aus dem Leben Rudolf Virchows
Virchow-Seite von Axel W. Bauer
Quellen, Kolophon
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