BIBLIOTHECA AUGUSTANA

 

Schubartgymnasium Aalen

gegründet 1912

 

Der Neubeginn 1912

 

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Der Bonatz-Bau

 

1909 beauftragte die Stadt den Architekten Paul Bonatz mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes. Der Bauplatz war das Gelände westlich des Festplatzes der Stadt. Dazu mußte ein Teil des Stadtwalds abgeholzt werden. Am 25. Juni 1910 wurde mit dem Bau begonnen. Am 4. März 1912 konnte der für die damalige Schularchitektur wegweisende Bau von Oberbürgermeister Friedrich Schwarz eingeweiht werden. Mit Recht konnte er von dem Neubau sagen: „In Majestät und harmonischer Ruhe steht er da, von feierlicher Höhe die Stadt beherrschend, ein stolzes Zeugnis opferwilligen Bürgersinns, ein Denkmal und Wahrzeichen der Stadt für uns und spätere Geschlechter.“ Und er fuhr fort: „Möge er sein ein Träger der Kultur, eine Pflanzstätte wahrer Bildung, die nicht Wissen allein bringt, sondern die auch Ideale schafft und Charaktere bildet.“

Anläßlich der Einweihung schrieb die Aalener Kocherzeitung am 2. März 1912: Unter den Schulhausbauten der Neuzeit nimmt der hiesige Realschul-Neubau einen ganz hervorragenden Platz ein. Das am Stadtpark gelegene neue Gebäude, das nicht nur in seiner äußeren Gestaltung, sondern auch in allen Anforderungen der Zweckmäßigkeit, der Raumkunst, der Hygiene als vorbildlicher Schulhausbau gelten kann, wurde nach dem Entwurfe der Architekten Prof. P. Bonatz und F. E. Scholer erbaut, welche auch die Bauoberleitung über das Bauwesen führten. Die örtliche Bauleitung hatte Bau Werkmeister Brenner. Mit den eigentlichen Bauarbeiten, dem Ausschachten der Baugrube wurde am 25. Juni 1910 begonnen. Über die Dauer der ganzen Bauzeit ist kein Unfall vorgekommen. Das Schulgebäude zergliedert sich in einen 40 Meter langen und 19 Meter tiefen dreistöckigen Mittelbau, dem sich auf beiden Seiten hufeisenförmig je ein 26 Meter langer und 11 Meter breiter, zweistöckiger Flügelbau anreihen. Es ist in moderner Stilart gebaut und macht trotz seiner Größe einen gefälligen, leicht wirkenden Eindruck. Vor dem Gebäude lagert sich eine ca. 750 Quadratmeter große Terrasse, die ein hübscher Brunnen mit Pergola ziert. Das Gebäude enthält ca. 85 Räumlichkeiten, darunter 27 Klassenzimmer. Was die Einteilung der einzelnen Geschosse betrifft, so sind im Untergeschoß drei Werkstätten-Räume, ein Duschbad, zwei An- und Auskleideräume, photographische Dunkelkammer, Räume für die Zentralheizung und etliche Magazine, Aborte usw. untergebracht. . . Das Erdgeschoß umfaßt: Eine dreizimmerige, helle Schuldiener-Wohnung mit Zubehör, das Dienstzimmer für den Schuldiener, den Physiksaal mit anschließendem Laboratorium und Vorbereitungszimmer, sechs Klassenzimmer, ein Freihandzeichensaal nebst Modellzimmer, zwei Lehrerzimmer, ein Raum für auswärtige Schüler. Im ersten Stock befinden sich: Neun Klassenzimmer, ein Convents- und Bibliothekszimmer, ein Rektorzimmer mit Vorzimmer und Registratur, ein geometrischer Zeichensaal, ein Lehrerzimmer und der Festsaal. Das zweite Obergeschoß enthält: Sieben Klassenzimmer, ein Singsaal, ein Lehrerzimmer, ein Raum für naturwissenschaftliche Sammlungen, ein geometrischer Zeichensaal, zwei Kammern. Der vollständig ausgebaute Dachstock weist fünf Klassenzimmer, einen Karzer und zwei Kammern auf.

 

Dieses Bild stammt vermutlich aus dem Jahre 1912. Zur Einweihung der Schule gab es eine Ausstellung technischer Geräte im Physik-Chemie-Lehrsaal. Da es damals nur eine Schülerin am Gymnasium gab, sind die jungen Damen wohl Schülerinnen der Mädchenrealschule. 1. Reihe von links: Emma Höltzl, Berta Völter, Xxxx und Studienrat Heldmaier, der Chemielehrer. Die Namen der Schülerinnen der 2. Reihe sind nicht bekannt.