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Design Build und Service Learning

E2D-Studierende realisieren Projekte für das Augsburger Modular-Festival 2017

 
Energie Effizienz Design
Ein Haus klappt auf und lädt ein: Wandelbarer Pavillon klUP!box als Bühne. Foto: E2D-UP!
Ein Haus klappt auf und lädt ein: Wandelbarer Pavillon klUP!box als Bühne. Foto: E2D-UP!
15.03.2017 - 17.06.2017

Studiengang

Energieeffizientes Planen und Bauen - E2D (B.Eng.)
Energie Effizienz Design - E2D (M.Eng.)

Projektbeschreibung

Vier wandelbare Pavillons, ein schwebender Himmel und über 30 Sitzpodeste – mit gleich drei verschiedenen Projekten haben Studierende der beiden E2D-Studiengänge Energieeffizientes Planen und Bauen (Bachelor) und Energie Effizienz Design (Master) dazu beigetragen, das Modular-Festival 2017 nachhaltiger zu gestalten. Davon konnten sich 30.000 begeisterte Besucher an drei Festivaltagen vom 14. bis 16. Juni überzeugen, die das vom Stadtjugendring organisierte und von der Stadt Augsburg geförderte größte Jugend- und Popkulturfestival in Bayerisch-Schwaben in dem einmaligen Umfeld des Wittelsbacher Parks erlebten.

Anstatt wie häufig üblich auf einmalige Festival-Installationen zu setzen und diese im Anschluß zu entsorgen, entschieden sich die Studierenden unter der selbst kreierten Marke "E2D-UP!" für das Prinzip UP-Cycling, bei dem Abfallmaterialien oder scheinbar nutzlosen Reststoffen in hochwertige Produkte umgewandelt werden.

Design Build und Service Learning

„Eigene Projekterfahrungen in einer realen Situation zu machen, komplexe Planungsprozesse selbst steuern zu lernen, Verantwortung zu tragen von der Entwurfs-, Ausführungs-, Kosten- und Zeitplanung sowie dem Einwerben von Sponsoren bis hin zu behördlichen Genehmigung und dem eigenen Bauen aller Teile – und dieses mit gesellschaftlichem Engagement zu verknüpfen: Das ist ein Erleben, an das sich die Studierenden noch lange erinnern werden“, ist sich Prof. Dr. Joachim Müller sicher, und erkennbar stolz auf das Team: „Die Studierenden haben die Aufgabe mit großer Bravour und viel Begeisterung gemeistert!“

Schwebender Himmel

Wie bereits im vergangenen Jahr bildete ein geheimnisvoll schwebender „Himmel“ zwischen den Baumkronen des Parks einen magisch leuchtenden Ort zum Genießen, Verweilen und sich Begegnen. Leicht, vom Wind bewegt – erst beim näheren Betrachten entpuppte sich die Installation als verwandelte Hülle eines alten Heißluftballons, in Einzelstreifen zerlegt und in mühsamer Kleinarbeit an ein ausrangiertes Baunetz in über 6 Metern Höhe befestigt.

Sitz- und Bühnenmodule

Ein zweites Leben haben auch die über 30 dreieckigen Sitz- und Bühnenmodule: Sie bestehen aus dem Altholz ausrangierter Paletten. Die Elemente sind durch ihre besondere Form nicht nur platzsparend zu lagern, sondern auch vielfältig kombinierbar. Neben dem Einsatz auf dem Modular-Festival sind sie im letzten Jahr bereits auf zahlreichen weiteren Kulturfesten der Stadt am Start gewesen.

klUP!box

Das größte und bislang aufwändigste der E2D-UP!-Projekte sind vier wandelbare Pavillons, die als Bühne, Verkaufsstände und Präsentation der Festival-Partner zum Einsatz kamen. klUP!box nennen die Studierenden ihre Arbeit, bei der sich die Idee des UP-Cyclings mit der eines aufklappenden prototypischen „Hauses“ verbindet. Bei einer Grundfläche von 3 x 3 Metern erreicht das Gebäude in geöffnetem Zustand eine Höhe von über 5 Metern – Dimensionen, die neben den behördlichen Abnahmen auch eine hohe handwerkliche Qualität der Ausführung erforderten. Als Hülle wurden – ganz im Sinne des Up-Cyclings – die Banner der vergangenen Festival-Jahre sowie ausrangierte Gewebe der Industrie wiederverwendet und neu interpretiert. Die modulare Bauweise der Konstruktion ermöglicht einen schnellen Auf- und Abbau sowie eine platzsparende Lagerung – auch für die klUP!box ist angedacht, über den jährlichen Einsatz beim Modular-Festival hinaus vielfach genutzt zu werden.

Das Projekt E2D-UP! selbst als Teil der Hochschule Augsburg stellte sich schließlich als Lounge in einer eigenen klUP!box den Festivalbesuchern vor. Zudem hatten die Studierenden in einem Seminar unter der Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Susanne Runkel Denkanstöße für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt vorbereitet: In einem ausrangierten Kaugummi-Automaten waren „SeedBombs“ zu kaufen – kleine Bällchen aus Erde, Ton und Saatgut mit einer Samenmischung, die speziell auf die Bedürfnisse von Bienen ausgerichtet ist. Verteilt wurden auch kleinste Pflanzen, die in ausgehöhlten Korken Raum finden, und vor den Toren des Festivalgeländes fand ein Sammelsystem für Pfandflaschen Platz.

Ausblick

Das Engagement der Projektgruppe E2D-UP! wächst Jahr für Jahr. Für die Verbindung von DesignBuild mit gesellschaftlichem Engagement wurde das Team u.a. zur bundesweiten Tagung „Engagierte Hochschule“ eingeladen. Bereits jetzt werden Ideen für die weiteren Bausteine im Jahr 2018 diskutiert – nach dem Festival ist vor dem Festival.

Beteiligte Personen

Team

Benjamin Wenzel, Carolin Maier, Caroline Lück, Johanna Franz, Julia Pleuser, Lukas Gilbert, Monika Fischer, Nadine Maier, Pascal Jason Hartlage, Philipp Reinecke, Sarah Garb, Tanja Scheffler, Tim Thiede, Valentin Weishaupt, Vevi Kröner, Prof. Dr. Joachim Müller und zahlreiche fleißige Helfer.

Vielen Dank an unseren Hauptsponsor für die großzügige Spende ausrangierter Industriemembrane:

Königsbrunner Kunststoffgroßhandel Gumpp GmbH

Ideenanstöße zur Nachhaltigkeit: Save the Bees (Vevi Kröner/ Philipp Reinecke), ReCo2rk (Melanie Fritsch), Flaschenring (Luisa Kubaschinski, Larissa Kary).

 
Von der Idee bis zu Realisierung: Design Build als praktische Umsetzung. Abb.: E2D-UP!
Von der Idee bis zu Realisierung: Design Build als praktische Umsetzung. Abb.: E2D-UP!
 

Hintergrund

Das vom Stadtjugendring organisierte und von der Stadt Augsburg geförderte Modular Festival ist das größte Jugend- und Popkulturfestival in Bayerisch-Schwaben und findet 2017 zum achten Mal statt. Mit den Programmschwerpunkten Musik, Workshops und Kunst & Kultur sowie seinem Anspruch an Partizipation, Vernetzung und kultureller Bildung geht das Modular Festival weit über ein reines Besucherfestival hinaus.

Weitere Informationen

 

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Joachim Müller

Architektur und Bauwesen

Telefon: 

+49 821 5586-2114

Fax:

+49 821 5586-3110

 
Die klUP!box als Bühne. Foto: E2D-UP!
Die klUP!box als Bühne. Foto: E2D-UP!
 
Aufbau einer klUP!box im Wittelsbacher Park.
Aufbau einer klUP!box im Wittelsbacher Park.
 
Pavillon des E2D-UP! Projekts mit dreieckigen Bühnen-/ Sitzmodulen aus alten Holzpaletten
Pavillon des E2D-UP! Projekts mit dreieckigen Bühnen-/ Sitzmodulen aus alten Holzpaletten
ReCo2rk: UP-Cycling von Korken mit Sprößling (Sukkulenten).
ReCo2rk: UP-Cycling von Korken mit Sprößling (Sukkulenten).
 
Patchwork-Fassade als UP-Cycling alter Modular-Banner.
Patchwork-Fassade als UP-Cycling alter Modular-Banner.
 
Das Projekt-Team E2D-UP!
Das Projekt-Team E2D-UP!
 
Aufgeklappt.
Aufgeklappt.
 
Die klUP!box als
Die klUP!box als "Waldbühne" während des Modular-Festivals.
 
Schwebender Himmel als UP-Cycling eines ausrangierten Heißluftballons.
Schwebender Himmel als UP-Cycling eines ausrangierten Heißluftballons.
 

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Der poetische Himmel ist Teil eines Projektes, das Studierende des Studiengangs „E2D - Energieeffizientes Planen und Bauen“ der Hochschule Augsburg realisiert haben. Ihr Ansatz war dabei, die Außenräume des Modular-Festivals nachhaltiger zu gestalten. Statt einer einmaligen Installation aus neuen Materialien, die üblicherweise nach dem Festival entsorgt werden, wählten sie das Prinzip Up-Cycling. Hierbei werden vermeintlich nutzlose Abfallmaterialien zu hochwertigen Produkten aufgearbeitet. So entpuppt sich der Himmel bei genauer Betrachtung als verwandelte Hülle eines alten Heißluftballons, die darunter platzierten über 30 dreieckigen Sitz- und Bühnenmodule als Altholz ausrangierter Paletten – beides in aufwändiger Kleinarbeit zu neuem Leben erweckt. Und beides wird ein Leben nach dem Modular-Festival haben: Der Himmel kommt spätestens im kommenden Jahr erneut zum Einsatz, für die dreieckigen Holzmodule gibt es bereits jetzt zahlreiche Anfragen für Kulturveranstaltungen in Augsburg. Sie sind durch ihre besondere Form nicht nur platzsparend zu lagern, sondern auch vielfältig kombinierbar. Ihren ersten Einsatz hatten sie bereits in den Räumen der Festival-Zentrale im Vorfeld der Veranstaltung, wo sie als Musikbühne, Ausstellungs-Sockel oder Sitzlandschaft dienten. mehr ...