Seitenpfad:

Biosphärenturm

Ein Biosphärenturm für die Alte Gerichtslinde

 
Architektur Digitale Transformation
Baum
Entwurf Lukas Kränzler und Oseas Kramer

Projektbeschreibung

Wie muss ein Bauwerk aussehen, von dem aus Forscher:innen Insekten, Tiere und Moose hoch oben in der Baumkrone der Alten Gerichtslinde in Augsburg untersuchen können?

Wie lässt sich diese Struktur ansprechend gestalten und ist es gleichzeitig möglich zusätzliche Funktionen zu integrieren, sodass er auch Infopunkt für interessierte Besucher:innen, Aussichtsplattform oder spannendes Ausflugsziel zur Gerichtslinde ist?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 4te Semester des Studiengangs Bachelor Architektur im Modul „Entwerfen und CAX“ im Sommersemester 2021.

Zum Start des Semesters stand die Ermittlung der Grundlagen für das Projekt. Ein großer Dank geht an Dr. Lakatos der den Studierenden die Thematik aus Sicht eines Biologen und Baumforschers erläuterte und wichtige Impulse für die Entwürfe gab.

 

Animation des 3D-Punktwolkenscan, Sven Exenberger und Kathrin Wüffert von Dimension3 GmbH

Drohnenflug, von Robin Pohl

 

Aufgeteilt in Gruppen, mit der Hilfe externer Partner:innen (Sven Exenberger und Kathrin Wüffert von Dimension3 GmbH) und Dank der freundlichen Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde wurde dann der geschützte und für die Forschung hochinteressante Baum, die alte Gerichtslinde im Wittelsbacher Park in Augsburg 3D gescannt und von einem realen Baum in ein virtuelles Modell verwandelt, das als Grundlage für viele Entwürfe diente und wohl auch die echte Linde überdauern wird. Diese Messung soll nun jährlich wiederholt werden, was den Forschern Rückschlüsse auf die Entwicklung zulassen wird.

Das Modell ermöglichte es außerdem, kleine Kopien des Baums im 3D-Druckverfahren herzustellen, um Konzepte zu untersuchen und später die eigenen Entwürfe am Modell anschaulich präsentieren zu können. Ein zweites Team erstellte während dessen eine umfassende Fotodokumentation des Baums und griff dabei auch auf Drohnenaufnahmen zurück.

Über das Semester hinweg wurden dann in intensiven Korrekturen verschiedene Konzepte zur Umsetzung des Biosphärenturms jeweils in Zweier- oder Dreiergruppen untersucht. Dabei sollte nicht nur die Funktion des Turms gewährleistet sein, sondern auch materialsparend geplant werden. Ebenfalls sollte die Konstruktion schonend mit dem Baumbestand umgehen und weder das Wurzelwerk noch die Äste verletzen.

 

Website www.gerichtslinde.rocks mit Infos und weiteren spannenden Studentenentwürfen

 

Ein wichtiger Baustein hierfür war der Einsatz von parametrischen Entwurfswerkzeugen. In mehreren Seminarstunden erlernten die Studierenden Programme, um ihre Entwürfe so zu gestalten, damit Sie sich rein softwareseitig an verschiedene Bäume anpassen können, die Größe der Türme und Module einfach skalierbar ist oder sich schwierige geometrische Formen konstruieren und anpassen lassen. Aufbauend darauf entwickelten die Teams diverse unterschiedliche Lösungen, die nicht nur eine hohe architektonische Qualität bieten, sondern auch ressourceneffizient und ökologisch Forscher:innen und Besucher:innen eine Möglichkeit bieten, den Baumkronen näher zu kommen.

 

Videopräsentation einer Semesterarbeit, Studierende Wahl, Ullmann und Vollmann

 

Während des gesamten Lern- und Entwurfsprozesses beschäftigten sich die Studierenden ebenfalls mit der möglichen Fertigung und Umsetzbarkeit ihrer Entwürfe. Zum Abschluss des Semesters wurden die Arbeiten intermedial in Form von Plänen, Visualisierungen, Modellen, Fotos oder auch kleinen Animationen auf der eigens hierfür zusammen mit Dimension3 GmbH erstellten Website www.gerichtslinde.rocks präsentiert.

Vielleicht gelingt eine schonende und dem Erhalt des Baumes dienende Umsetzung einer der Entwürfe, die Baumforschung hätte zumindest großes Interesse an diesem besonderen Naturdenkmal.

 

Das Modul wurde von LB Tobias Schmid, LB Andreas Mack, LB Benedikt Seifert und Prof. Christian Bauriedel von der Fakultät für Architektur und Bauwesen der Hochschule Augsburg betreut.