Arbeiten und Wohnen innerhalb eines nachhaltigen Stadtquartiers im Plärrer / Augsburg

 
Energieeffizientes Planen und Bauen
Neues Stadtquartier am Plärrer nördlich des Senkelbachs (Modell: Sabine Englisch)
Neues Stadtquartier am Plärrer nördlich des Senkelbachs (Modell: Sabine Englisch)

Projektbeschreibung

Bachelorarbeit Sabine Englisch, WS 2017-18
Betreuung: Prof. Georg Sahner, Prof. Dipl.-Ing. Susanne Runkel, Dipl.-Ing. Sebastian Hölzlein

Aus der Aufgabenstellung:

Auf dem Augsburger Grundstück zwischen Max-Hempel-Straße, Langenmantelstraße und Senkelbach sollte ein neues Quartier entworfen werden. Die wesentlichen Aufgabeninhalte waren:

  • Entwicklung eines städtebaulichen Konzeptes, das 3600m² Büro, 3600m² Office&Living und 3600m² Wohnen miteinander verbindet
  • Einbindung öffentlicher Einrichtungen wie Kinderbetreuung, Sporteinrichtungen, Restaurant und Cafés
  • Planung des Verkehrs und der Parkierung inkl. Tiefgarage
  • Quartiersplatz und Freianlagen mit Kinderspielplätzen
  • Erstellen eines detaillierten Bewirtschaftungskonzeptes im Rahmen des Facility Managements
  • Einhalten des KFW55 Gebäudestandards und Führen aller energetischen Nachweise
  • Berechnung und Vergleich verschiedener Bauteile und Energieversorgungsarten sowie Erstellung einer aus den gewählten Bauteilen resultierenden Ökobilanzierung
 
Lage des Quartiers zwischen Senkelbach und Lagenmantelstraße (Abb.: Sabine Englisch)
Lage des Quartiers zwischen Senkelbach und Lagenmantelstraße (Abb.: Sabine Englisch)

Umsetzung im Entwurf

Die Hauptaspekte des Entwurfs lagen in meiner Arbeit auf drei wesentlichen Punkten:

  • Möglichst rücksichtsvoller Umgang mit der Natur
  • Hohe Flexibilität und Umnutzbarkeit der Gebäudestrukturen
  • Schaffen einer Stadtstruktur, welche von ihr produzierte Schadstoffe sinnvoll wieder einbinden kann

Um diese drei Punkte zu realisieren, wurde eine extrem kompakte Bauweise gewählt, die den Versiegelungsgrad des Grundstückes minimiert und im Ost-Bereich das Erweitern eines bestehenden Biotops zu einer parkähnlichen Struktur erlaubte. Die große Wasserfläche wirkt sich positiv auf das Stadtklima aus und erlaubt gemeinsam mit den optimierten Gebäudezwischenräumen eine Durchwindung und sommerliche Kühlung der Stadt.

Konzeptionen zur Erschließung, Grünzüge und Regenwasserversickerung und Durchwindung des Quartiers (Abb.: Sabine Englisch)
Konzeptionen zur Erschließung, Grünzüge und Regenwasserversickerung und Durchwindung des Quartiers (Abb.: Sabine Englisch)

Alle Nutzungseinheiten des Gebäudes wurden auf einem Raster aufgebaut. Für die Primärstruktur des Gebäudes wurde die längste Nutzungsdauer vorgesehen. Auf durch Stützen getragenen Ebenen, bestehen freie Anordnungsmöglichkeiten der verschiedenen Nutzungseinheiten. Dadurch wird gewährleistet, dass bei einem wechselnden Bedarf von Büroflächen und Wohnungen eine schnelle Anpassung erfolgen kann. Die einheitliche Gebäudehülle im KFW55 Wohn-Standard ist für alle Arten der Nutzung geeignet. Die Fassade ist auf allen Gebäudeseiten mit einer vorgesetzten kübelgebundenen Begrünung versehen. Die Begrünung wird über ein Quartiersinternes Regenwasser-PV-System bewässert und dient sowohl als variabler Sonnen- und Sichtschutz als auch zur Bindung von im Quartier freigegebenen Umweltemissionen.

Zonierung der Nutzungsverteilung (Abb.: Sabine Englisch)
Zonierung der Nutzungsverteilung (Abb.: Sabine Englisch)

Die Nutzungsverteilung richtet sich nach den von außen gegebenen Lärmeinwirkungen und der Differenzierung von öffentlicher Zugänglichkeit und Privatheit. Auf allen Ebenen sind gemeinschaftliche Nutzflächen angesiedelt, die sich zum Quartiersplatz und zu allgemein zugänglichen Dachterrassen orientieren.

Das Quartier ist nur für Fußgänger und Radfahrer zugänglich und sammelt den ruhenden Verkehr in einer Tiefgarage. In dieser sind sowohl Ladestationen für Elektromobile und Fahrräder als auch große Facility-Management- und Technikbereiche vorgesehen. Die energetische Versorgung des Quartiers erfolgt über eine Kombination von PV-Strom, Thermo-Solar und Wärmepumpe. Über die Wärmepumpe erfolgt die Beheizung des Gebäudes. Im Bedarfsfall kann die Kühlung durch natürliche Querlüftung, die in allen Nutzeinheiten vorgesehen ist, in den Bürobereichen über die Wärmepumpe unterstützt werden. Der vor Ort produzierte Strom wird Just-in-Time genutzt und bei Überschuss in Batterien gespeichert.

Das Quartier bietet durch vielfältige öffentliche Angebote eine attraktive Büro- und Wohnstruktur und lädt auch Bewohner der Umliegenden Gebiete zum Aufenthalt ein.

Schnittansicht durch das Quartier, Blickrichtung Nord (Abb.: Sabine Englisch)
Schnittansicht durch das Quartier, Blickrichtung Nord (Abb.: Sabine Englisch)
Struktureller Entwurf, Innere Erschließung und innere Grünflächen/ Fassadenbegründung (Abb.: Sabine Englisch)
Struktureller Entwurf, Innere Erschließung und innere Grünflächen/ Fassadenbegründung (Abb.: Sabine Englisch)
Konzepte der Strom- und Regenwassernutzung (Abb.: Sabine Englisch)
Konzepte der Strom- und Regenwassernutzung (Abb.: Sabine Englisch)
Konzepte für Trink-Warmwasser und thermische Konditionierung (Abb.: Sabine Englisch)
Konzepte für Trink-Warmwasser und thermische Konditionierung (Abb.: Sabine Englisch)
Umgebungsmodell mit städtebaulicher Einbindung (Abb.: Sabine Englisch)
Umgebungsmodell mit städtebaulicher Einbindung (Abb.: Sabine Englisch)
 

Ansprechpartner

Prof. Dipl.-Ing. Georg Sahner

Architektur und Bauwesen

Telefon: 

+49 821 5586-3116

Fax:

+49 821 5586-3110