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Exkursion zur Baustelle der Ortsumfahrung Adelsried

 
Gruppenbild in der Grundwasserwanne, © StBA Augsburg
Gruppenbild in der Grundwasserwanne, © StBA Augsburg
15.11.2019

Am 15.11.2019 fand für die Studierenden des 3. Semesters Bauingenieurwesen eine Exkursion zum derzeit größten Staatsstraßenprojekt Schwabens nach Adelsried statt. Das Staatliche Bauamt Augsburg, der Auftraggeber dieses Projektes, ermöglichte den Studierenden dabei interessante Einblicke in das rund 24 Mio. € teure Neubauprojekt.

 

Nach einem Überblick über die Planungsgeschichte und die einzelnen Bauabschnitte des 6,5 Kilometer langen Projekts, das die Ortsdurchfahrten zwischen Adelsried und Kruichen vom Durchgangsverkehr entlasten soll, wurde den Studierenden auf der Baustelle der Aufbau und die Funktion eines Regenrückhaltebeckens, sowie die umfangreiche Böschungssicherung erläutert.

Mithilfe einer aus Geotextil und Schotterpaket ausgestalteten Böschungssickerschicht gelingt es das in der Böschung an verschiedenen Stellen austretende Schichtwasser aufzunehmen und in die Mulde am Dammfuß abzuleiten. Um das Abrutschen des Oberbodens an den Böschungsflanken zu verhindern werden zusätzlich Erosionsschutzmatten eingebaut.

Dass der Naturschutz nicht nur „nebenbei“ erledigt werden kann, sondern elementarer Bestandteil von Straßenbauprojekten ist, wurde den Studierenden am Umfang der Ausgleichsflächen für diese Maßnahme von insgesamt 10 ha deutlich. Vor Ort konnten sie mit der im Bau befindlichen Fledermausleiteinrichtung, sowie einem üppig dimensionierten Wildtierdurchlass zwei nicht alltägliche naturschutzfachliche Kompensationsmaßnahmen besichtigen.

Aufgrund der unterschiedlichen Bauzuständen der Strecke waren die einzelnen Schichten des Straßenoberbaus, vom Planum über die Kiestragschicht, und die Asphaltschichten sichtbar und begehbar. Eine Besonderheit stellt die in einem Streckenabschnitt eingebrachte ungebundene Tragschicht aus Recycling-Material dar. Sie erfüllt alle Qualitätsanforderungen und besteht aus einem abgebrochenen Baumarkt aus Gersthofen, der geschreddert und in den Oberbau der Umfahrung eingebaut wurde.

Abgerundet wurden die Einblicke in den Straßenoberbau mit einem statischen Lastplattenversuch zur Ermittlung der Tragfähigkeit, sowie mit Pflasterarbeiten zur Einfassung eines Fahrbahnteilers (Einmündungstropfen).

Ein bautechnisch anspruchsvolles Bauwerk entsteht am östlichen Bauende der Umfahrung. Da das zur höhenfreien Querung des Weldenbahnradwegs und des landwirtschaftlichen Verkehrs notwendige Kreuzungsbauwerk im Grundwasser liegt, ist hier der Bau einer sogenannten Grundwasserwanne erforderlich.

Die Exkursion fand mit einer von der Firma Lutzenberger spendierten Brotzeit einen würdigen Ausklang.

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