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Die unerforschten Hügelgräber am Ammersee

Vermessungsdrohne der Fakultät für Architektur und Bauwesen im archäologischen Einsatz

 
Bauingenieurwesen
Oktokopter HT8-2000 der Fakultät A+B kurz vor dem Start
Foto: Torsten Gronbach/ Tim Nottensteiner
10.07.2018

Studiengang

Bauingenieurwesen (B.Eng.)

Projektbeschreibung

Die Geschichte der Hügelgräber bei Pähl beginnt um 450 v. Chr. und lässt sich bis in das 15. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen. 1782 wurden erste Ausgrabungen und Forschungen angestellt.

Aktuell ist im unmittelbaren Bereich des Bodendenkmals der Ausbau der Bundesstraße 2 nördlich von Weilheim vorgesehen. Im Rahmen der Bachelorarbeit von Torsten Gronbach und Tim Nottensteiner sollten daher in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) eine genaue Geländekartierung und erste Vorschläge für ein Sitemanagement des Gräberfelds erarbeitet werden.

Ergebnisse:

Im Februar 2018 hatten sich die angehenden Bauingenieure Torsten Gronbach und Tim Nottensteiner auf den Weg zu den Hügelgräbern bei Pähl am Ammersee gemacht. In einem Areal von gut 24 ha (Abb. 1) kam die Vermessungsdrohne der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen (Abb. 2) zum Einsatz. Rund 900 Luftaufnahmen des Geländes wurden dabei mit einer geeichten Photogrammetriekamera aufgenommen, die im Anschluss in ein präzises digitales Geländemodell (DGM) umgewandelt wurden. Damit war die Grundlage für eine genaue Kartierung des Bodendenkmals (Abb. 3 und 4) erstellt.

Über spezielle Softwarelösungen war es zudem möglich, die Geodaten in verschiedenen Darstellungen aufzubereiten, um die Gräber besser erkennbar zu machen. So entstand zum Beispiel das Höhenmodell in Abbildung 5, das interessierten Besuchern die Lage und den Umfang des Gräberfelds gut veranschaulicht.

Im Verlauf der Bachelorarbeit von Torsten Gronbach und Tim Nottensteiner wurden weiterhin erste Vorschläge erarbeitet, wie die unerforschte Hügelgräber am Ammersee archäologisch interessierten Besuchern präsentiert werden könnte. So entstand z.B. ein physikalisches 3D-Modell des Geländes im 3D-Drucker der Fakultät für Architektur und Bauwesen (Abb. 6).

Beteiligte Personen

  • Dr.-Ing. Reinhold Weber (Betreuer)
  • Torsten Gronbach
  • Tim Nottensteiner (Autor)
 
Abbildung 1: Beflogenes Areal mit einer Fläche von rund 24 ha. Die Bereiche stellen die einzelnen Flugabschnitte der Drohne dar.
Abbildung 1: Beflogenes Areal mit einer Fläche von rund 24 ha. Die Bereiche stellen die einzelnen Flugabschnitte der Drohne dar.
(Bild: Torsten Gronbach/ Tim Nottensteiner)
 
Abbildung 2: hochschuleigener Oktokopter HT8_2000 kurz vor dem Start
Abbildung 2: hochschuleigener Oktokopter HT8_2000 kurz vor dem Start
(Bild: Torsten Gronbach/ Tim Nottensteiner)
 
Abbildung 3: Kartierung des photogrammetrisch vermessenen Areals
Abbildung 3: Kartierung des photogrammetrisch vermessenen Areals
(Bild: Torsten Gronbach/ Tim Nottensteiner)
 
Abbildung 4: Überlagerung der Vermessungsergebnisse mit dem Luftbild
Abbildung 4: Überlagerung der Vermessungsergebnisse mit dem Luftbild (Bild: Torsten Gronbach/ Tim Nottensteiner)
 
Abbildung 5: Digitales Höhenmodell mit farblich dargestelltem Höhenverlauf. Gut sichtbar sind hier die Hügelgräber im Straßendreieck.
Abbildung 5: Digitales Höhenmodell mit farblich dargestelltem Höhenverlauf. Gut sichtbar sind hier die Hügelgräber im Straßendreieck.
(Bild: Torsten Gronbach/ Tim Nottensteiner)
 
Abbildung 6: 3D-Druck des digitalen Geländemodells.
Abbildung 6: 3D-Druck des digitalen Geländemodells.
(Bild: Torsten Gronbach/ Tim Nottensteiner)