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Licht und Gesundheit - Neues Wissen, neue Planung?

Gastvortrag von Prof. Wambsganß im Rahmen der E2D Werkschau 2019

 
Der Vortrag "Licht und Gesundheit" von Prof. Wambsganß musste leider kurzfristig entfallen. Wir bemühen uns um einen Ersatztermin.
16.04.2019
Hochschule Augsburg, Raum C 1.11

Im Rahmen der > E2DWerkschau2019 der beiden Studiengänge "Energieeffizientes Planen und Bauen – E2D" (Bachelor) und "Energie Effizienz Design – E2D" (Master) hält Prof. Mathias Wambsganß am Dienstag 16.04.2019 um 18:30 Uhr im Raum C 1.11 einen Gastvortrag zum Thema „Licht und Gesundheit“.

Prof. Wambsganß
 

Zum Inhalt:
Der Vortrag erläutert zu Beginn in sehr kompakter Form, welche Erkenntnisse aus dem Bereich der menschlichen Physiologie den Hintergrund liefern für das wahrnehmbar wachsende Interesse an dem Thema „Licht und Gesundheit“. Das betrifft uns alle und sehr grundsätzlich - und nicht nur, weil unsere Displays in Smartphones und Tablets abends weniger bläulich, sondern eher gelblich werden (sofern wir es zulassen!). Der Nobelpreis für Medizin im Jahr 2017 wurde für die Entschlüsselung der „Circadianen Rhythmik auf Zellebene“vergeben. Ein wichtiger Trigger dieser Prozesse ist Licht. Es hat eine visuelle aber auch eine nichtvisuelle Wirkung auf uns Menschen.

Darauf aufbauend widmet sich der Vortrag intensiv den schon existierenden, aber auch den künftig möglichen Auswirkungen, die dieses Wissen für Planerinnen und Planer hat oder haben kann. Die „Kunstlichtwelt“ hat „Licht und Gesundheit“ schnell für sich entdeckt und promotet es intensiv auf verschiedenen Ebenen. Sicher wäre es jedoch zu kurz gedacht, die Thematik auf die Auswahl einer passenden Leuchte zu reduzieren. Fragen zur Lichtverteilung, zu spektralen Eigenschaften der raumumschließenden Flächen, vor allem aber welche Rolle dabei der besten und wichtigsten Lichtquelle, dem Tageslicht zukommt, verlangen nach einem integralen Planungsansatz und einem grundlegend anderen Stellenwert von Licht im Planungsgefüge. So ist es ein Missverständnis, dass viel Glas in einer Fassade zwangsläufig eine gute - energetisch wie physiologisch bewertete - Tageslichtversorgung der dahinter lebenden oder arbeitenden Menschen bedeutet. Das Wissen um die physiologischen Vorgänge führt auch zu ethischen Fragen, wenn es bspw. um die Beleuchtung von Schichtarbeit geht.

Der Vortrag bezieht dazu - auch anhand ausgeführter oder in Planung befindlicher Projekte - bestmöglich Position, zeigt Planungsmethoden und Bewertungsansätze auf und verweist auf aktuelle Literatur und vorhandene Regularien.

Das richtige Licht zur richtigen Zeit ist eine zentrale Fragestellung.

Zur Person:
Prof. Dipl.-Ing. Mathias Wambsganß hat an der Universität Karlsruhe Architektur studiert und dort im Anschluss viele Jahre im Bereich des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens geforscht. Von Anfang an galt sein besonderes Augenmerk dabei auch dem Tageslicht und den Möglichkeiten der Architektur. Von 1999 - 2016 war er als Gründungspartner im Büro ip5 – ingenieurpartnerschaft an der Realisierung anspruchsvoller Gebäude mit ganzheitlichem Planungsansatz beteiligt. An der Seite entsprechend motivierter Architekturbüros sind so unter anderem der ERGO Tower am Mannheimer Bahnhof, die LBBW Zentrale in Karlsruhe, zwei Bauabschnitte der KfW in Frankfurt am Main und das Museum Ritter in Waldenbuch entstanden. Seit 2007 ist er Professor an der Technischen Hochschule Rosenheim mit einem Schwerpunkt im Bereich Licht, war als Vizepräsident für Forschung und Entwicklung intensiv in die erfolgreiche Teilnahme am SolarDecathlon 2010 in Madrid involviert und ist aktueller Dekan der Fakultät IAD. Ebenfalls seit 2007 ist er im Vorstand der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft aktiv und engagiert sich dort für den Transfer zwischen Wissenschaft und Forschung einerseits und der Tages- und Kunstlichtplanung in der Planungspraxis andererseits. Seit 2014 führt er zusammen mit drei Partnern das Büro 3lpi – lichtplaner + beratende ingenieure in München.

Zeit und Ort:
Dienstag 16.04.19, 18:30 Uhr, Raum C 1.11, anschließend Umtrunk

Beteiligte Studiengänge:

Koordination: