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Modular-Festival mit nachhaltiger Außenraum-Gestaltung

 
Architektur und Design Gestaltung
Foto: J. Müller Blick in den „Himmel“.

Studiengang

Energieeffizientes Planen und Bauen - E2D (B.Eng.)

Projektbeschreibung


30.000 begeisterte Besucher, alle drei Veranstaltungs-Tage restlos ausverkauft, und dies bei tollem Wetter im einmalig schönen Umfeld des Wittelsbacher Parks am Kongresszentrum: Das Augsburger Jugendkultur- und Pop-Festival „Modular 2016“ war ein voller Erfolg. Und mittendrin schwebte ein Himmel aus farbigen Stoff-Streifen über den Zuschauern der Bühne am „Bazar“. Leicht, durch den Wind bewegt, im Dunkeln fast magisch leuchtend. Ein Ort zum Genießen, Verweilen, sich Begegnen.

Second Life: Up-Cyling

Der poetische Himmel ist Teil eines Projektes, das Studierende des Studiengangs „E2D - Energieeffizientes Planen und Bauen“ der Hochschule Augsburg realisiert haben. Ihr Ansatz war dabei, die Außenräume des Modular-Festivals nachhaltiger zu gestalten. Statt einer einmaligen Installation aus neuen Materialien, die üblicherweise nach dem Festival entsorgt werden, wählten sie das Prinzip Up-Cycling. Hierbei werden vermeintlich nutzlose Abfallmaterialien zu hochwertigen Produkten aufgearbeitet. So entpuppt sich der Himmel bei genauer Betrachtung als verwandelte Hülle eines alten Heißluftballons, die darunter platzierten über 30 dreieckigen Sitz- und Bühnenmodule als Altholz ausrangierter Paletten – beides in aufwändiger Kleinarbeit zu neuem Leben erweckt. Und beides wird ein Leben nach dem Modular-Festival haben: Der Himmel kommt spätestens im kommenden Jahr erneut zum Einsatz, für die dreieckigen Holzmodule gibt es bereits jetzt zahlreiche Anfragen für Kulturveranstaltungen in Augsburg. Sie sind durch ihre besondere Form nicht nur platzsparend zu lagern, sondern auch vielfältig kombinierbar. Ihren ersten Einsatz hatten sie bereits in den Räumen der Festival-Zentrale im Vorfeld der Veranstaltung, wo sie als Musikbühne, Ausstellungs-Sockel oder Sitzlandschaft dienten.

„Service Learning“ und „Design Build“

Bemerkenswert ist jedoch nicht nur der Material-Lebenszyklus-Gedanke als Entwurfsansatz, denn die Leistung der Projektgruppe umfasste nicht nur den Entwurf. Auch das gesamte Projektmanagement einschließlich Zeit- und Kostenplanung, die Abstimmungen mit der Festivalleitung und den genehmigenden Behörden der Stadt sowie die Beschaffung der Materialien, die komplette Herstellung und der Aufbau vor Ort lagen in der Hand der Studierenden. Eine Erfahrung, die das Projektteam weit über das Modular-Festival hinaus tragen wird. Durch die Verbindung des gesellschaftlichen Engagements mit den Lerninhalten des Studiengangs (Service Learning) wird das Studieren so praxisnah relevant und handlungsorientiert. Auch die darauf aufbauende praktische Umsetzung durch die Studierenden selbst (Design Build) ist ungewöhnlich, werden diese Projektteile zumeist nur theoretisch angedacht oder weiter vergeben. In dieser Phase wirkten in Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum Augsburg auch junge Flüchtlinge tatkräftig und begeistert mit.
„Modular jedes Jahr“ ist ein Motto des Festivals – und seit diesem Mai auch der Projektgruppe E2D.

Hintergrund

Das vom Stadtjugendring organisierte und von der Stadt Augsburg geförderte Modular Festival ist das größte Jugend- und Popkulturfestival in Bayerisch-Schwaben und findet 2016 zum siebten Mal statt. Mit den Programmschwerpunkten Musik, Workshops, Kunst&Kultur und Sport sowie seinem Anspruch an Partizipation, Vernetzung und kultureller Bildung geht das Modular Festival weit über ein reines Besucherfestival hinaus.

www.modular-festival.de

 

Beteiligte Personen

  • Projektteam: Paul Brückner, Johanna Franz, Max Kling, Lucia Anna Magg, Julia Pleuser, Stephan Radegast, Benjamin Slosharek, Valentin Weishaupt
  • Prof. Dr.-Ing. Joachim Müller
 
Foto: J. Müller Das Projektteam nach erfolgreichem Aufbau.