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Punktgestützte Flachdecken aus Brettsperrholz - Neue Möglichkeiten für den Holzbau

Gastvortrag von Dipl. Ing. Dr. techn. Roland Maderebner im Rahmen der 10. E2D Werkschau 2019

 
23.10.2019
Hochschule Augsburg, Raum C 1.11

Im Rahmen der > 10. E2D Werkschau 2019 der beiden Studiengänge "Energieeffizientes Planen und Bauen – E2D" (Bachelor) und "Energie Effizienz Design – E2D" (Master) hält Dipl. Ing. Dr. techn. Roland Maderebner am Mittwoch 23.10.2019 um 17:30 Uhr im Raum C 1.11 einen öffentlichen Gastvortrag zum Thema „Punktgestützte Flachdecken aus Brettsperrholz - Neue Möglichkeiten für den Holzbau“.

Punktgestützte BSH-Flachdecken, Gesamtkonzept
Punktgestützte BSH-Flachdecken, Gesamtkonzept (Abb.: R. Maderebner)
 

Zum Inhalt:
Der moderne Holzbau boomt auf Grund seines hohen Potentials für den Klimaschutz und zeichnet sich durch innovative Entwicklungen aus. Dazu gehört in erster Linie die „Brettsperrholzplatte“, die vorwiegend in Österreich entwickelt wurde und seitdem erfolgreich weltweit produziert und eingesetzt wird. Die mehrschichtig verleimten gekreuzten Brettlagen verleihen diesem flächigem Holzwerkstoff eine bisher unerreicht hohe Formhaltigkeit, die wiederum den Einsatz von großformatigen Holzplatten für Wände und Decken möglich macht. Bisher wurden diese Platten vor allem einachsig zwischen linienförmigen Auflagern wie Wänden und Balken gespannt. Die Folge waren relativ hohe Konstruktionshöhen und unflexible Grundrisse.

Der innovative Ansatz besteht nun darin diese großformatigen Platten punktgestützt und zweiachsig gespannt zu tragen. Diese Idee wurde in den letzten Jahren an der TU München und der ETH Zürich wissenschaftlich verfolgt. Innsbruck befasst sich ebenfalls mit dieser Idee, ging aber einen völlig anderen Weg. Der Lösungsansatz stützt sich auf einen Systemverbinder, dem sogenannten „Spider“, der in Verbindung mit einer optimierten Steifigkeitsverteilung und biegesteifen Fugenausführung der Brettsperrholzplatten entwickelt wurde.

Der systematische Ansatz betrifft vor allem das Anschlussdetail zwischen Stütze und Decke in Abstimmung der Biegesteifigkeiten der Decke in beiden Tragrichtungen. Es wurden dann Geometrie, die Lage und die Wirkung von Verbindungsmitteln über Laborversuche, FE–Simulation solange optimiert bis die höchste Effizienzsteigerung erreicht wurde. Das Ziel, nicht nur wesentlich höhere Traglasten als vergleichbare Holzkonstruktionen aufzunehmen, sondern auch die Tragfähigkeit von Betondecken zu erreichen, konnte somit erfüllt werden. Alle Komponenten der Deckenkonstruktion wurden so aufeinander abgestimmt sind, dass neben statischen auch alle montagetechnischen, dynamischen und bauphysikalischen Anforderungen in hohem Maß erfüllen.

Zur Person:
Dipl.-Ing. Dr. techn. Roland Maderebner hat nach der Matura an einer Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Saalfelden an der Universität Innsbruck Bauingenieurwesen studiert und in den Technischen Wissenschaften 2018 promoviert. 2010 gründete er ein Büro als planender Baumeister und arbeitete mehrere Jahre im Tunnelbau als Bauleiter. Neben seiner Tätigkeit als Senior Lecturer am Arbeitsbereich Holzbau am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften der Universität Innsbruck ist er stellvertretender Leiter und QM-Beauftragter der akkreditierten Technischen Versuchs- und Forschungsanstalt der Universität Innsbruck. Sein Forschungsschwerpunkt liegt momentan im Bereich der Materialprüfungen insbesondere im konstruktiven Ingenieurholzbau.

Zeit und Ort:
Mittwoch 23.10.19, 17:30 Uhr, Raum C 1.11