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ETG-Literaturpreis für Christoph Steinhart

 
Dr.-Ing. Thomas Benz (l.), Geschäftsführer der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, überreicht den ETG-Literaturpreis an Christoph Steinhart. Foto: Lutz Kampert
Dr.-Ing. Thomas Benz (l.), Geschäftsführer der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, überreicht den ETG-Literaturpreis an Christoph Steinhart. Foto: Lutz Kampert
26.10.2018

Für seine Veröffentlichung im Kontext des Forschungsprojekts LINDA ist Christoph Steinhart, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Elektrotechnik der Hochschule Augsburg, vor wenigen Tagen bei der CIGRE/CIRED-Informationsveranstaltung in Essen mit dem diesjährigen Literaturpreis der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) ausgezeichnet worden.

 

Mit dem Literaturpreis honoriert die Energietechnische Gesellschaft im Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik besondere wissenschaftliche und publizistische Leistungen auf dem Gebiet der elektrischen Energietechnik. In diesem Jahr wurde der Preis an drei Personen vergeben.

Christoph Steinhart hatte seine Veröffentlichung im Februar 2017 auf der 10. Internationalen Energiewirtschaftstagung in Wien unter dem Motto „Klimaziele 2050: Chance für einen Paradigmenwechsel?“ vorgestellt. Sie trägt den Titel „Optimierung der Frequenzstabilität bei Lastschaltungen im Inselnetz“ und leistet einen Forschungsbeitrag zum Projekt LINDA (Lokale Inselnetzversorgung und beschleunigter Netzwiederaufbau mit dezentralen Erzeugungsanlagen bei großflächigen Stromausfällen).

Forschungsbeitrag zum Projekt LINDA

 

Im Zuge des Forschungsprojektes LINDA entwickelten die Hochschule Augsburg und die TU München gemeinsam mit der LEW Verteilnetz GmbH (LVN) und weiteren Partnern ein allgemeines Konzept, das einen stabilen Inselnetzbetrieb im Falle eines langandauernden, großflächigen Stromausfalles ermöglicht – und zwar mithilfe von Einspeisung aus dezentralen Energieversorgungsanlagen (Wasserkraft, Wind, Biomasse und Photovoltaik). Ziel ist es, insbesondere für kritische Infrastrukturen wie die Wasserversorgung oder Krankenhäuser ein verbessertes Versorgungsniveau zu erreichen und damit den volkswirtschaftlichen Schaden eines Blackouts erheblich zu reduzieren. Das LINDA-Konzept wurde in exemplarischen Feldversuchen im Netzbezirk Niederschönenfeld/Feldheim erfolgreich erprobt.

In kleinen Inselnetzen ist die Frequenzstabilität bei sprunghaften Laständerungen, wie sie beispielsweise bei der Zu- oder Abschaltung einer Wasserversorgungspumpe auftreten, eine große Herausforderung. In der prämierten Publikation stellt Christoph Steinhart ein kosteneffizientes Konzept vor, das die Frequenzstabilität bei Lastschaltungen in Inselnetzen deutlich erhöht. Mit diesem Konzept können vergleichsweise kleine Erzeugungsanlagen für den Inselnetzbetrieb ertüchtigt werden, die ohne weitere Maßnahmen nicht zur Notversorgung kritischer Infrastrukturen geeignet wären.

Über Christoph Steinhart

 

Christoph Steinhart ist seit August 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Elektrotechnik der Hochschule Augsburg und steht auf der Promotionsliste der TU München. Das kooperative Promotionsvorhaben wird durch Prof. Dr.-Ing. Michael Finkel (Hochschule Augsburg) und Prof. Dr.-Ing. Rolf Witzmann (Professur für Elektrische Energieversorgungsnetze an der TU München) betreut. Begonnen hatte Steinhart seine berufliche Laufbahn mit einer Ausbildung zum Mechatroniker. Nach der Berufsoberschule studierte er an der Hochschule Augsburg Elektrotechnik (Bachelor) und erwarb anschließend an der Hochschule Augsburg und an der University of Ulster in Nordirland im Rahmen eines Double-Degree-Programms den „Master of Mechatronic Systems“ und den „Master of Electrical Engineering“.