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Neue Strommessspulen für Lehre und Forschung an der Hochschule Augsburg

LEW Verteilnetz GmbH (LVN) ermöglicht Anschaffung an der Fakultät für Elektrotechnik

 
Die Strommessspulen wurden von Dr. Georg Kerber (rechts), LEW Verteilnetz GmbH (LVN), an die wissenschaftlichen Mitarbeiter Simon Kreutmayr (1. v. l.) und Christoph Steinhart (2. v. l.) sowie an Prof. Michael Finkel (3. v. l.) übergeben.
Die Strommessspulen wurden von Dr. Georg Kerber (rechts), LEW Verteilnetz GmbH (LVN), an die wissenschaftlichen Mitarbeiter Simon Kreutmayr (1. v. l.) und Christoph Steinhart (2. v. l.) sowie an Prof. Michael Finkel (3. v. l.) übergeben.
25.03.2019

Die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) hat der Hochschule Augsburg einen Anteil am Preisgeld für den Bayerischen Energiepreis überlassen. Mit diesem war sie im November 2018 für das Forschungsprojekt LINDA (Lokale Inselnetzversorgung und beschleunigter Netzwiederaufbau mit dezentralen Erzeugungsanlagen bei großflächigen Stromausfällen) ausgezeichnet worden. Die Fakultät für Elektrotechnik konnte nun neue Strommessspulen für bereits vorliegende Netzanalysatoren anschaffen. Sie sollen in zukünftigen Forschungsprojekten und in der Lehre eingesetzt werden. Die Strommessspulen wurden kürzlich von Dr. Georg Kerber (LEW) an die wissenschaftlichen Mitarbeiter Simon Kreutmayr und Christoph Steinhart sowie an Prof. Michael Finkel übergeben und ergänzen so das bestehende Messequipment.

 

„Um die Spannungsqualität und auch Lastflüsse in Stromverteilnetzen analysieren zu können, kommen als Messgerät mobile Netzanalysatoren zum Einsatz“, erklärt Kreutmayr. Er sagt: „Je nach Anwendungsfall, kann die Messung in unterschiedlichen Spannungsebenen, zum Beispiel Mittelspannung oder Niederspannung, und bei unterschiedlich großen Stromflüssen stattfinden. Die angeschafften Strommessspulen haben einen einstellbaren Messbereich von wahlweise 20 Ampere oder 200 Ampere und eignen sich zum Beispiel für Messungen in Ladesäulen für Elektromobilität oder in Mittelspannungsabgangsfeldern. Die Ausrüstung ermöglicht somit die Überprüfung der Spannungsqualität sowie die Erfassung von Lastflüssen im Stromnetz.

Die Strommessspulen könnten bei einem möglichen LINDA-Nachfolgeprojekt gute Dienste leisten. Zum Beispiel zur Messung der Einspeiseleistung von dezentralen Erzeugungsanlagen. Außerdem plant die Hochschule Augsburg ein Forschungsprojekt, in dem eine Messkampagne an Ladesäulen für Elektromobilität durchgeführt werden soll: E-Motion-to-Grid. Hierbei sollen die neuen Strommessspulen auf jeden Fall zum Einsatz kommen.

Ausblick auf zukünftige Forschungsprojekte

Im Projekt E-Motion-to-Grid sollen Lösungskonzepte für die Integration von Ladeinfrastruktur in urbane Verteilnetze erarbeitet werden, um die Herausforderungen der Elektrifizierung des Verkehrs zu bewältigen. Kreutmayr erklärt: „Um bedarfsorientierten Netzausbau sicherzustellen, wird durch Messungen eine belastbare Planungsgrundlage in Form von Standardladeprofilen geschaffen. Die zukünftigen Anforderungen an Ladeinfrastruktur werden in unterschiedlichen Szenarien ermittelt und jeweils optimale Netzverstärkungsmaßnahmen identifiziert.“

Die im Projekt LINDA erarbeiteten Ergebnisse werden aktuell bei zwei großen Wasserversorgern in die konkrete Anwendung gebracht. Bei den hierfür notwendigen Feldversuchen kommen die Messgeräte ebenfalls zum Einsatz. Zusätzlich sind weitere Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Inselnetzversorgung geplant, um das LINDA-Konzept auf andere kritische Infrastrukturen und Erzeugungsanalgen zu übertragen.

Prof. Michael Finkel erklärt: „In den Forschungsprojekten sind Studierende in Form von Abschluss- und Projektarbeiten eingebunden, wodurch sie bereits in ihrer Ausbildung den Umgang mit moderner Messtechnik kennen lernen.“ Somit könne auch die Lehre von dem neuen Messequipment profitieren.

 
Simon Kreutmayr an einer Mittelspannungsschaltanlage.
Simon Kreutmayr beim Anbringen der neuen Strommesspulen an einer Mittelspannungsschaltanlage in der Fakultät für Elektrotechnik der Hochschule Augsburg.
 
Von links: Prof. Michael Finkel, Dr. Georg Kerber, Simon Kreutmayr und Christoph Steinhart demonstrieren Messungen an einer Mittelspannungsschaltanlage.
Von links: Prof. Michael Finkel, Dr. Georg Kerber, Simon Kreutmayr und Christoph Steinhart demonstrieren Messungen an einer Mittelspannungsschaltanlage.