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Virtuelle Brauchallenge bei der Langen Nacht der Wissenschaft: Marc und Kerstin Kulmann erzielen bestes Ergebnis aller Teilnehmenden, müssen sich aber der KI geschlagen gegeben

 
(v.l.n.r.): Prof. Dr. Wolfgang Zeller, Marc Kulmann, Kerstin Kulmann und Prof. Dr. Frommelt
(v.l.n.r.): Prof. Dr. Wolfgang Zeller, Marc Kulmann, Kerstin Kulmann und Prof. Dr. Frommelt
07.09.2022

Ein Team rund um Prof. Dr. Thomas Frommelt von der Fakultät für Elektrotechnik erforscht gemeinsam mit einem Projektpartner, der Augsburger Brauerei Riegele, den Einsatz von künstlicher Intelligenz beim Brauen von Qualitätsbier. Ziel ist den, den Prozess so zu optimieren, dass die größtmögliche Produktionssteigerung erzielt werden kann und dabei zugleich möglichst wenig Begleitalkohole, sogenannte Fuselalkohole, entstehen.

 

Für den Ablauf der chemischen Prozesse beim Brauen ist die Temperatur ein entscheidender Faktor. Wählt man für den gesamten Brauprozess eine konstante Temperatur, so gilt: je höher die Temperatur, desto höher die Produktionssteigerung – desto höher aber auch der Gehalt an unerwünschten Fuselalkoholen im Bier. Um den Prozess zu optimieren, muss die Temperatur daher innerhalb des Prozesses verändert werden. Mit der HSA Modellbrauerei, einem sogenannten digitalen Zwilling, kann der Produktionsprozess simuliert werden. Dabei kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz, um die größtmögliche Produktionssteigerung ohne Qualitätsverlust zu erreichen.

Bei der Langen Nacht der Wissenschaft stellten Prof. Frommelt und sein Team die HSA Modellbrauerei vor und luden die Besucher:innen dazu ein, als kollektive Intelligenz gegen die künstliche Intelligenz bei der virtuellen Brauchallenge anzutreten. Die Besucher:innen rechneten rund 150 virtuelle Brauvorgänge in der Simulationsapp. Das Ergebnis: Bei etwa einem Drittel der Versuche entstand zu viel Fusel. Bei einem weiteren Drittel der Versuche entstand zwar Qualitätsbier, aber weniger als im Standardprozess. Nur bei einem Drittel der Versuche wurde mehr Qualitätsbier als mit dem Standardprozess hergestellt. Vier Teilnehmende erreichten eine Mehrproduktion von über zehn Prozent, Kerstin und Marc Kulmann sogar von 16 Prozent.

Mit diesem Ergebnis erzielten sie zwar das beste Resultat aller Teilnehmenden, mussten sich aber der künstlichen Intelligenz geschlagen geben, die eine Mehrproduktion von 23 Prozent erreichte. Als Preis für das dennoch hervorragendes Ergebnis überreichten Prof. Frommelt und Prof. Dr. Wolfgang Zeller, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik, dem Ehepaar Kulmann nun einen Hochschulrucksack.

Das Projekt wird im Herbst mit dem Projektpartner, der Riegele Brauerei, weitergeführt.