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Indigenes Wissen in der Sozialen Arbeit

Interdisziplinäre Konferenz in München eröffnet Perspektiven

 
Kleine Reflexionsgruppe für follow up in Augsburg
Kleine Reflexionsgruppe für follow up in Augsburg.
20.02.2019
München

International Forschende und Praktiker*innen diskutierten am 15. Februar 2019 im Rahmen der Konferenz „Indigenous Knowledge: Ressource and Challenge to Social Work and Development“ in München die Bedeutung indigenen Wissens für die Soziale Arbeit. Die Tagung, die als Kooperation im Fachbereich Soziale Arbeit zwischen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Augsburg und der Katholischen Stiftungshochschule München von MISEREOR unterstützt wurde, lockte über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den Vorträgen und Workshops, um sich dem Thema sowohl aus theoretischer wie auch praktischer Perspektive interdisziplinär anzunähern.

 

„Grundsätzlich ging es uns darum, einen kritischen Blick auf koloniale Hegemonien zu werfen und die Chancen für die Soziale Arbeit zu diskutieren, die sich durch einen offenen Dialog mit indigenen Völkern ergeben können“, betonen die beiden Organisatorinnen Prof. Dr. Tanja Kleibl (Augsburg) und Prof. Dr. Susanne Nothhafft (München). Nur in der interdisziplinären Auseinandersetzung sei es möglich, indigenes Wissen als wichtige Ressource für die Praxis der Sozialen Arbeit fruchtbar zu machen, ohne dabei die damit einhergehenden Herausforderungen aus dem Blick zu verlieren. In vier Vorträgen wurde sowohl das Forschungsfeld als auch das mit vielfältigen Deutungen behaftete „indigene Wissen“ zunächst aus sozialarbeiterischer, interkulturell philosophischer, ethnologischer, entwicklungspolitischer und postkolonialer Perspektive beleuchtet.

Im Anschluss hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, einzelne Fragestellungen in verschiedenen Workshops zu vertiefen. Die Praxis- und Forschungserfahrungen der Referent*innen aus Mosambik, Südafrika, Nigeria, Dänemark und Deutschland lieferten zahlreiche Beispiele, wie sich die Wissensschätze verschiedener Kulturen gegenseitig bereichern können. „Indigenes Wissen kann und muss die immer noch vorherrschende monokulturelle westliche Perspektive und den damit verbundenen institutionellen Rassismus gegenüber indigenen Bevölkerungsgruppen aufbrechen“, stellte Prof. Dr. Luise Behringer (Benediktbeuern) in ihrem Workshop fest. Prof. Dr. Ndangwa Noyoo (Kapstadt) unterstreicht in abschließenden Gedanken, dass der postkoloniale Kontext in dem Soziale Arbeit stattfinde, eine Politisierung der Sozialen Arbeit erfordere. Ein nur auf die Übernahme von Methoden aus dem Globalen Süden beschränkter Austausch, würde an den ungerechten Machtverhältnissen nicht ausreichend rütteln.

„Mit der Konferenz wollten wir einen zentralen Punkt ansprechen“, stellt Prof. Dr. Kleibl fest. Aufgrund der global immer noch vorherrschenden zentraleuropäischen Sichtweise auf die Welt erscheine es wichtig, zu untersuchen, wie das System ‚Soziale Arbeit‘ lokal, national und international gegenüber kulturellem Wissen und Werten aus Ländern des Globalen Südens sensibilisiert und durch eine kritische Auseinandersetzung verändert werden könne.

Audiomitschnitt Dr. Barbara Schellhammer

 

Interkulturelle Philosophie in der Praxis: Indianische Gedanken in Kanada erleben

Vortrag und Diskussion

Dr. Barbara Schellhammer
(Hochschule für Philosophie München)

Audiomitschnitt Prof. Ndangwa Noyoo

 

Soziale Arbeit und indigenes Wissen in Afrika

Vortrag und Diskussion

Prof. Dr. Ndangwa Noyoo
(University of Cape Town)

Audiomitschnitt Dr. Volker von Bremen

 

Eine Einführung in das indigene Wissenskonzept und Vorstellungen eines Referenzrahmens zur Arbeit mit Indigenen Vökern.

Dr. Volker von Bremen

Audiomitschnitt Prof. Leo Igwe

 

Abschlussvortrag und anschließende Podiumsdiskussion:

Intersection between European Social Work System and Migrants Indigenous Beliefs.

Prof. Leo Igwe