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Susanne Mader gewinnt Rudo-Spemann-Preis für innovative Schriftkunst mit Arbeit zu bayerischen Schimpfwörtern

 
Susanne Mader mit ihrer Arbeit zu bayerischen Schimpfwörtern
alle Fotos: Klingspor Museum Offenbach
07.10.2019
Offenbach

Suanne Mader, Alumna des Studiengangs Kommunikationsdesign (B.A.) an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg, hat den Rudo-Spemann-Preis für innovative Schriftkunst gewonnen. Vor wenigen Tagen nahm sie im Klingspor Museum in Offenbach den mit 1.200 Euro dotierten Preis in Empfang. Mader konnte mit ihrer Arbeit zu bayerischen Schimpfwörtern die Jury überzeugen und sich gegen insgesamt 81 weitere Einreichungen von Studierenden, Auszubildenden und Schülern durchsetzen.

 

Der Preis wird von der Stadt Offenbach im Gedenken an den Schreiber und Kalligraphen Rudo Spemann (1905 – 1947) verliehen. Dessen Nachlass gehört zum Kernbestand der Museumssammlung. An dem alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerb können sich all diejenigen beteiligen, die sich nachweislich in einer graphischen oder schriftgraphischen Ausbildung befinden. Gemäß der Ausschreibung sollten die Arbeiten in diesem Jahr schriftgestalterisch, mit besonderer Berücksichtigung von Handschrift, zu einem Aspekt des aktuellen Gesellschafts- und Kulturlebens Stellung nehmen.

Susanne Mader (links) bei der Verleihung des Rudo-Spemann-Preises im Klingspor Museum in Offenbach.
Susanne Mader (links) bei der Verleihung des Rudo-Spemann-Preises im Klingspor Museum in Offenbach.
 
 
 
Exponate von Susanne Mader

Susanne Mader beschäftigt sich in der von ihr eingereichten Arbeit mit bayerischen Schimpftiraden. Auf drei braunen Pappen stellt sie deren Dynamik und Heftigkeit dar. Dazu hat sie Wortkaskaden aufgebracht, die an Frakturschrift erinnern. Quer über diese Wortkaskaden verlaufen lang ausgezogene Buchstabenschleifen mit der Aufforderung zum „Liebsein“. Susanne Mader erklärt: „Ausgangspunkt für meine Arbeit war der von Natur aus oder traditionell ‚grantelnte‘ und fluchende Augsburger beziehungsweise Bayer, symbolisiert durch die gebrochene Schrift. Mithilfe seiner eigenen Worte – ‚Himmi Herrgott – seids liab‘, ‚Zum Deifi noa moi – liab sei jetzt‘, ‚Liab sei zefix‘ – wird er zu etwas mehr Empathie für eine respektvollere Gesellschaft aufgerufen. Eine moderne, weiche Handschrift bildet dabei den nötigen zukunftsweisenden Kontrast.“

 

Die Arbeit entstand an der Hochschule Augsburg im vergangenen Wintersemester im Rahmen der Lehrveranstaltung „Gestaltungsatelier Schrift – Creative type lab: Written Attitudes“ bei Prof. Maurice Göldner, bei der die handschriftliche Äußerung bezogen auf aktuelle Themen aus Politik, Kultur und Gesellschaft im Mittelpunkt stand. Dabei experimentieren und untersuchen die Studierenden verschiedene Schreibwerkzeuge und deren Handhabung.

 
 
Arbeit von Susanne Mader zum Thema bayerische Schimpfwörter
Arbeit von Susanne Mader zum Thema bayerische Schimpfwörter
Arbeit von Susanne Mader zum Thema bayerische Schimpfwörter