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Neue Impulse für digitale Geschäftsmodelle und Gründungen

credium erhält EXIST-Gründerstipendium

 
Timm Tränkler (links) und Lars Wederhake (rechts) vor einem Rechner mit der Anwendung von credium.
Foto: Matthias Leo
07.10.2020

Mit ihrem Zukunftskonzept gP_2025 hat die Hochschule Augsburg ein Programm entwickelt, das die Zukunftsfähigkeit der Region stärken will. Es geht vor allem darum, dem Fachkräftemangel der Unternehmen im Bereich der Digitalisierung entgegenzutreten und digitale Hightech-Gründungen zu fördern.

 

Die Hochschule Augsburg arbeitet dabei eng mit der Industrie- und Handelskammer Schwaben, der Handwerkskammer für Schwaben und wichtigen Entscheidungsträgern der regionalen Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Der Kern von gP 2025: Ausbau von zusätzlichen Studienplätzen im Bereich Digitalisierung und Mobilisierung digitaler Hightech-Spin-offs. Hierzu erhielt die Hochschule Augsburg bereits im April 2 Mio. Euro Förderung vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), um ihre Gründerförderung auszubauen. Und im Wintersemester 2021/2022 werden an der Hochschule Augsburg die neuen Bachelorstudiengänge International Information Systems und Wirtschaftspsychologie an den Start gehen. Beide orientieren sich in ihren Studieninhalten an den Leitlinien von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Arbeitswelt 4.0.

Die Digitale Transformation ist an der Hochschule Augsburg gleichermaßen in Lehre und Forschung einer der zentralen Themenschwerpunkte in den kommenden Jahren. Ganz unter diesem Zeichen steht auch die Gründung des Technologietransferzentrums (TTZ) in Donauwörth. Rund sechs Millionen Euro Förderung wurden hierfür jüngst vom Bayerischen Wissenschaftsministerium zur Verfügung gestellt. Die Wissenschaftler:innen am neuen TTZ mit dem Schwerpunkt „Data Analytics“ setzen sich mit der Analyse und Auswertung großer Datenmengen auseinander – die Forschungsergebnisse sollen neue Impulse für digitale Geschäftsmodelle und Gründungen liefern und damit insbesondere die regionale Wirtschaft bei ihrer digitalen Transformation unterstützen.

Inkubatorprogramm Digital Juniors

Um digitale Geschäftsmodelle auch direkt in die Tat umzusetzen, unterstützt die Hochschule Augsburg mit ihrem Inkubatorprogramm Digital Juniors Studierende und Wissenschaftler mit innovativen Gründungsideen und sorgt so für eine rege Gründerkultur. Für angehende Start-ups sollen auch am TTZ Donauwörth die Türen offenstehen. Ein Jungunternehmen steht bereits in den Startlöchern: credium. Über die Hochschule Augsburg erhält das Gründungsvorhaben seit Juni dieses Jahres das EXIST-Gründerstipendium des BMWi. Betreut wird das Projekt von Prof. Dr. Björn Häckel, der das TTZ „Data Analytics“ der Hochschule Augsburg in Donauwörth leitet und zugleich an der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT tätig ist. Zusätzlich bringt sich das Digitale Zentrum Schwaben (DZ.S) mit seinem umfangreichen Coaching-Angebot und Netzwerk ein.

credium ist ein technologie- und wachstumsorientiertes Gründungsvorhaben, das manuelle, immobilienbezogene Geschäftsprozesse durch eine digitale, flächendeckende und qualitativ fundierte Immobilienauskunft maßgeblich effizienter und schneller machen möchte. Dank des Gründerstipendiums und der gründerfreundlichen Infrastruktur an der Hochschule Augsburg können Martin Graf, Timm Tränkler und Lars Wederhake ihre innovative Geschäftsidee in den kommenden Monaten weiter vorantreiben.

 
credium: flächendeckende Immobilienauskünfte auf Basis von Künstlicher Intelligenz
credium: flächendeckende Immobilienauskünfte auf Basis von Künstlicher Intelligenz. Grafik: credium
 

Tränkler erklärt: „Alleine in Deutschland existieren über 19,2 Mio. Wohngebäude, zu denen regelmäßig Informationen benötigt werden, die bisher oftmals manuell erfasst und berechnet werden müssen. Gleiches gilt auch für Nichtwohngebäude wie Büros. Um dies zu vereinfachen, bieten wir unseren Kunden über eine Webschnittstelle (API) vielfältige digitale Auskünfte zu einer konkreten Immobilie und deren Umgebung. So werden die Daten quasi so zugänglich wie in einer Excel-Arbeitsmappe.“ Auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) werte credium im Hintergrund unter anderem 3D-Gebäudemodelle, Satelliten- bzw. Orthofotos, Kartendienste sowie sozioökonomische Statistiken aus. Tränkler schildert den Mehrwert dabei: „So ermitteln wir zum Beispiel die Oberfläche von Fassaden, Fenstern und Dächern; Nutz- und Wohnfläche; Anzahl der Stockwerke; Gebäudefunktion; Gebäudealtersklasse und viele weitere Merkmale für jedes Gebäude in Deutschland. Daraus abgeleitet können wir unseren Kunden unter anderem Richtwerte bezüglich des Verkehrswerts, des Potenzials für energetische Gebäudesanierungen und ähnliches zur Verfügung stellen.“

Die Ergebnisse einer solchen Auswertung seien standardisiert, automatisiert, flächendeckend und verzögerungsfrei abrufbar. Für die Nutzer:innen bedeute dies, dass immobilienbezogene Daten nicht mehr über manuelle, zeitaufwendige Prozesse erfasst werden müssen und Vor-Ort-Besuche reduziert werden. Zusätzlich erhalten Anwender:innen Zugriff auf qualitativ hochwertigere und umfangreichere Daten, die bisher nicht flächendeckend verfügbar waren, so Tränkler.

Impulse für die regionale Immobilienwirtschaft

Die Marktlage hat das credium-Team vorab zusammen mit der Gründungsinitiative HSA_digit der Hochschule Augsburg eingehend unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Für die Geoindustrie werden im Jahr 2020 jährliche Wachstumsraten zwischen 15 und 20 Prozent prognostiziert. Und gerade auch im Immobiliensektor besteht aktuell ein enormer Bedarf an digitalen Lösungen. Und auch für Unternehmen aus der Region Schwaben ist das Angebot von credium sehr relevant, ergänzt Tränkler. Beispielsweise könnten Immobilienfinanzierer und -investoren wie die Stadtsparkassen oder Patrizia mit der Lösung interne Prozesse optimieren, Kosten sparen und ihre Beratungsqualität verbessern. Auch technische Gebäudeausrüster können auf die Daten zurückgreifen, um Vertriebs- oder Auslegungsprozesse zu verbessern. Zudem sei die Lösung auch für Städte und Kommunen interessant, um Energieeffizienzpotentiale des Gebäudebestands bestimmen und nachverfolgen zu können. Alles in allem also genügend Anknüpfungspunkte für innovative Impulse in der Region Schwaben.

 
Timm Tränkler (vorne links) und Lars Wederhake (vorne rechts) transferieren gemeinsam mit ihrem Team aus Softwareentwicklern und Data Scientists zukunftsweisende wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis. Foto: Matthias Leo
Timm Tränkler (vorne links) und Lars Wederhake (vorne rechts) transferieren gemeinsam mit ihrem Team aus Softwareentwicklern und Data Scientists zukunftsweisende wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis. Foto: Matthias Leo
 

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