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Start-up will neuen Wohnraum schaffen

Ausgründung der Hochschule Augsburg erhält EXIST-Gründerstipendium

 
Kompakt und effizient: So möchte das Start-up popup living mit seinem zukunftsorientierten Konzept neuen Wohnraum erzeugen. Foto: popup living
Kompakt und effizient: So möchte das Start-up popup living mit seinem zukunftsorientierten Konzept neuen Wohnraum erzeugen. Foto: popup living
06.10.2020

Eine weitere Ausgründung der Hochschule Augsburg hat einen Zuschlag für ein EXIST-Gründerstipendium erhalten. Mit popup living starten erneut Absolventen vom Studium direkt ins Start-up-Unternehmen. Auf diesem Weg wurden sie von HSA_digit unterstützt, der zentralen Anlaufstelle für Gründer:innen an der Hochschule Augsburg.

 

Das Team popup living ist aus dem Masterstudiengang „Energie Effizienz Design – E2D“ hervorgegangen. Mit ihrer Idee treffen Stefan Kapfer und Philipp Linsmeier eines der dringlichsten Probleme zurzeit: Der Wohnungsmangel in Städten. Der stetige Zuzug in Städte und Ballungsräume hat zu einer Verknappung des verfügbaren Wohnraums geführt, so dass immer häufiger sehr hohe Preise für diesen aufgerufen werden. Vor allem junge Menschen, Familien und Senioren stehen vor dem Problem, bezahlbaren Wohnraum für ihre aktuelle Lebenssituation zu finden.

Popup living löst dieses Problem und schafft neuen Wohnraum und das ohne neu Bauen zu müssen. Dafür nutzen die Gründer ehemals gewerblich genutzte Immobilien um, passen diese baulich an, kümmern sich um die Ausstattung und machen sie so wieder vermietbar.

Gerade der Wandel vom standortbasierten zum digitalen Handel und die verstärkte Nutzung von Homeoffice führt zu mehr Leerstand in Geschäften und Büros. Diese Leerstände können durch das von popup living entwickelte Co-Living-Konzept schnell als neuer Lebensraum aktiviert werden. Dabei kümmert sich das Start-Up um den kompletten Prozess der Umwandlung. Das Besondere an popup living ist, neben der schnellen Umsetzung, vor allem die Flexibilität, die der neu geschaffene Wohnraum bietet. Dieser kann von jungen sowie alten Menschen in einer Partner- oder Wohngemeinschaft aber auch von Familien mit Kindern genutzt werden.

Um die Umnutzung so funktional wie möglich zu gestalten, setzen die Gründer auf eine digitale und parametrische Planung und beim anschließenden Umbau auf eine standardisierte und modulare Ausstattung. Der Fokus liegt dabei auf nachhaltig nutzbaren Grundrissen sowie der Verwendung von ökologischen Materialien.

Gewerbliche Leerstände umnutzen

Philipp Linsmeier, zuständig für Kaufmännisches und Management, erklärt: „Popup living soll vor allem helfen Druck vom überhitzten Wohnungsmarkt zu nehmen. Wir lehnen uns an das Konzept von Pop-up-Stores an und übertragen dessen Schnelligkeit auf das Wohnen. Dabei werden innerstädtische gewerbliche Leerstände umgenutzt, um neuen Wohnraum zu schaffen.“ Bestehende Flächen würden dabei umgebaut um diese wieder vermietbar zu machen. Hierdurch entstehen, ohne hohen Kapitaleinsatz oder lange Planungs- und Bauzeiten, neue Wohnungen.

Stefan Kapfer, zuständig für Design und Technik, beschreibt das Konzept von popup living als Co Living on Point: „Flexible Grundrisse, die von einer Vielzahl an Menschen aller Altersklassen nutzbar sind – das ist popup living. Der vorhandene Platz wird perfekt und effizient genutzt.“ Im Fokus stünde dabei immer die beste Benutzbarkeit. Das popup living-Konzept lässt sich perfekt an den Gebäudebestand anpassen und hebt so dessen Potentiale. Die Wohnfläche entwickelt sich dabei um die sogenannte Community Area und bietet – nach dem Motto „Privates Wohnen – gemeinsames Leben“ – noch viel mehr Freiräume.

Mit popup living streben die beiden Absolventen der Fakultät für Architektur und Bauwesen der Hochschule Augsburg ein out-of-the-box-Denken an, das die Wohnraumproblematik in vielen Städten nachhaltig lösen könnte. Die zahlreichen und bislang unbrauchbaren Leerstände, könnten durch das innovative Konzept von popup living wieder nutzbar werden und äußerst notwendigen Wohnraum für Menschen hervorbringen. Die bessere Nutzung der bestehenden Infrastruktur bietet zudem viele ökologische Chancen, so Linsmeier: „Es können neue Wohnungen entstehen ohne dafür neue Flächen zu versiegeln oder viel Graue Energie in Neubauten zu stecken“. Auch liegen die Objekte aufgrund ihrer früheren Nutzung meist zentral und haben so eine optimale gute Anbindung an die städtische Infrastruktur und den öffentlichen Nahverkehr.

Unterstützung durch die HSA-Gründungsförderung

Solche Analysen zu erlernen ist auch Teil des Digital Juniors-Programms, mit dem die hochschulweite Gründungsinitiative HSA_digit Teams mit potenzialstarken Ideen auf dem Weg zum EXIST-Gründerstipendium unterstützt. Seit Dezember 2019 ist die Hochschule Augsburg offiziell EXIST-Gründerhochschule und kann so auch in den kommenden Jahren die Gründerkultur an der eigenen Einrichtung bewusst fördern.

 
Philipp Linsmeier und Stefan Kapfer bei Augsburg gründet.
Wohnungsnot trotz Gewerbe-Leerstand – das ist für Philipp Linsmeier und Stefan Kapfer keine Option. Die Gründer wollen das Potential des Bestands besser nutzen. Hier sind beide beim Start-up-Slam auf dem Event „Augsburg gründet“ im November 2019 zu sehen. Foto: popup living

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