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RETROpulsiv 15.0.5

 
Bewegtbildschaltung RETROpulsiv
23.03.2021

Pünktlich um 15:05 Uhr öffnete am Samstag, den 20. März 2021 die RETROpulsiv 15.0.5 als Bewegtbildschaltung ihre Pforten. Normalerweise finden sich zwei Mal im Jahr an der Fakultät für Informatik Expertinnen und Experten für klassische Computer zusammen, um sich in einer lebenden Ausstellung fachlich auszutauschen und zum gemeinsamen Arbeiten und Forschen an historischer Hard- und Software. Dieses Mal musste die RETROpulsiv neue Wege beschreiten. Nachdem zwei Termine corona-bedingt ausfallen mussten, luden die Veranstalter zur ersten rein virtuell stattfindenden RETROpulsiv ein.

 

Trotz der fehlenden Möglichkeit zum persönlichen Austausch vor Ort an der Hochschule fanden sich so schnell Gesprächsrunden zusammen. Spontan trafen sich Interessierte rund um den Akiko32, einen Amiga-kompatiblen neu entwickelten Computer im miniITX-Format in einer der zahlreich angebotenen Diskussionsrunden in Break-Out-Räumen. Zusammen mit dem Hauptentwickler Michael Spindler, einem RETROpulsiv-Teilnehmer und -Unterstützer der ersten Stunde, wurden hier aktuelle Entwicklungen rund um den Akiko32-Computer intensiv diskutiert. Details zum Akiko32-Rechner gibt es unter https://akiko.computer.

Ein wichtiger Bestandteil der RETROpulsiv sind die Fachvorträge der Experten klassische Computer. Geführt von Dirk Kahnert konnten die Teilnehmer im ersten Vortrag auf eine Zeitreise in die Deutsche Demokratische Republik gehen und das dort entwickelte grafische Terminal robotron K8918 bestaunen. Dirk und Christine führten in gewohnter, detailverliebter Art und Weise durch die Tiefen der grafischen Auszeichnungssprache des Terminals. Diese konnte anhand des Handbuchs und der dortigen akribischen Dokumentation in praktischen Beispielen nachvollzogen werden. Abgerundet wurde der Vortrag durch die Demonstration eines real existierenden K8918-Terminals mittels Live-Kamera.

 
RETROpulsiv: Teilnehmende.
 

Ein weiteres Urgestein der RETROpulsiv konnte mit Norbert Kehrer für einen weiteren Vortrag gewonnen werden. Norbert gab Einblicke in ein weiteres Software-Projekt, in das er in der letzten Zeit viel Zeit investieren konnte. Sein Fachvortrag über den von ihm entwickelten JavaScript-basierten Player für Soundtrakker-Musik des Schneider CPC überzeugte durch interessante fachliche Details sowie durch souveräne musikalische Untermalung der RETROpulsiv. Details können unter https://norbertkehrer.github.io/st_player.html nachvollzogen werden.

Mit dem dritten Vortrag wurde die RETROpulsiv 15.0.5 international. Michal Pleban hat sich aus seinem Urlaub in den Niederlanden zugeschaltet um über eine neuentwickelte Zusatzkarte für CBM-II-Computer zu berichten, die es ermöglicht MS-DOS auf Commodore-8-Bit-Computern auszuführen. Nach einer Beschreibung der technischen Details mit einer Vorführung von Turbo Pascal auf MS-DOS stand Michal Pleban dem fachkundigen Publikum gerne für Fragen und Antworten rund um seine Entwicklung zur Verfügung. Details können unter http://www.cbm-ii.com gefunden werden.

Auch mit dem letzten Vortrag gab es spannende Einblicke in die Welt des Retro-Computings. Carsten Strotmann schilderte in gewohnt routinierter und pointierter Art und Weise seine Erfahrungen rund um den Vampire-4-Stand-Alone-Computer. Der moderne, an Amiga-Hardware angelehnte und weiterentwickelte, Rechner soll nach ausgiebiger Erforschung später einmal als Webserver für Themen rund um den Vampire 4 online gehen. Mehr zum Vampire 4 findet sich unter www.apollo-core.com/v4.

Im späteren Verlauf der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden ausgiebig aktuelle Themen rund um klassische Computer, so dass es den Veranstaltern schwer fiel, den virtuellen Konferenzraum der RETROpulsiv 15.0.5 gegen 22:00 Uhr wieder zu schließen. Christian Krenner und Thorsten Schöler, die Organisatoren der RETROpulsiv-Veranstaltungsreihe an der Hochschule und dem Verein für klassische Computer e. V., waren beide sehr positiv überrascht über die Ausdauer und das Engagement aller Teilnehmenden.

Die nächste RETROpulsiv wird voraussichtlich im Herbst 2021, hoffentlich wieder an der Hochschule, stattfinden. Aber auch der Ausflug in das Virtuelle hat allen teilnehmenden Begeisterten für klassische Computer viel Freude gemacht und zum Austausch über Retro-Computing angeregt.