675.000 Euro Förderung für die Entrepreneurship-Ausbildung

 
Diskutierten heute die Chancen und Herausforderung im Bereich Existenzgründung und Digitalisierung: Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Hansjörg Durz, Stefan Schimpfle und Prof. Dr. Norbert Gerth.
Diskutierten die Chancen und Herausforderungen im Bereich Existenzgründung und Digitalisierung (v.l.): Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Hansjörg Durz, Stefan Schimpfle und Prof. Dr. Norbert Gerth.
05.07.2017

Die Hochschule Augsburg baut weiter ihre Aktivitäten rund um das Thema Digitalisierung aus: Das Land Bayern fördert die Hochschule über das Programm „Stärkung der Digitalisierung in der Entrepreneurship-Ausbildung an Hochschulen in Bayern“ mit 675.000 Euro für die kommenden drei Jahre. Das Projekt ist Teil des Zentrums Digitalisierung.Bayern (ZD.B), das der Freistaat Bayern im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie ausgerufen hat. Durch die Förderung sollen Studierende frühzeitig für das Thema ‚Digital Business‘ sensibilisiert und gezielt für die Gründung eines eigenen digitalen Startups vorbereitet werden. Neben der Hochschule Augsburg haben bayernweit fünf weitere Bewerber diese Förderung erhalten.

 

Das Projekt wurde heute im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs zu den Chancen und Herausforderung im Bereich Existenzgründung und Digitalisierung mit dem Bundestagsabgeordnetem Hansjörg Durz, Hochschulpräsident Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair und den Gründungs- und Digitalisierungsexperten Stefan Schimpfle und Prof. Dr. Norbert Gerth an der Hochschule Augsburg vorgestellt.

„Die Digitalisierung setzt massive Umbrüche in Gang, die eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland darstellen – wenn wir den Herausforderungen mit innovativen Ideen begegnen. Deshalb ist es außerordentlich wichtig, Studierende schon zu Beginn ihres Studiums für die Digitalisierung zu sensibilisieren und sie für das Feld Existenzgründung zu begeistern. Das Projekt und das Engagement der Hochschule Augsburg zur Förderung der Entrepreneurship-Ausbildung ist deshalb nicht hoch genug zu würdigen“, so Hansjörg Durz, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Augsburg-Land und Mitglied im Ausschuss Wirtschaft und Energie sowie im Ausschuss Digitale Agenda bei dem Pressegespräch.

„Mit der aktuellen Ausschreibung konnte wir bereits zum vierten Mal über Bayern Digital erfolgreich punkten: Wir sind am Digitalen Zentrum.Schwaben beteiligt, haben eine Professur für Mensch-Maschine-Interface zugesprochen bekommen sowie ein Innovationslabor für agile Software-Methoden aufgebaut. Die neue Förderung trägt nun dazu bei, den innovativen Bereich der Digitalisierung an der Hochschule weiter zu stärken“, ergänzt Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Präsident der Hochschule Augsburg. „Ich freue mich, dass wir diesen Bereich dann auch im Verbund mit der HWK Schwaben, der IHK Schwaben und dem Wirtschaftsraum Augsburg A³ umsetzen und so vitale Partner an unserer Seite haben.“

Schon heute ist die Hochschule Augsburg beim Thema Digitalisierung breit aufgestellt: Über zehn Studiengänge und Forschungsaktivitäten zu den Bereichen Internet of Things, IT-Sicherheit und Produktion 4.0 decken wichtige Schlüsselfelder der Digitalisierung ab. Allein mehr als 1.300 Studierende in informatiknahen Studiengängen setzen sich täglich mit aktuellen Digitalisierungsthemen auseinander.

„Das ist ein unglaubliches Potenzial, das hier an der Hochschule vorhanden ist. Aber die meisten Studierenden kommen bislang gar nicht auf die Idee, ein eigenes Unternehmen zu gründen – obwohl sie oftmals hervorragende und innovative Ideen haben“, erklärt Prof. Dr. Norbert Gerth, der das Förderkonzept an der Hochschule entwickelte. Das neue Projekt zur Entrepreneurship-Ausbildung solle dies nun ändern. „Wir wollen versuchen, das vorhandene Gründerpotenzial hier an der Hochschule zu bergen, indem wir gezielt und systematisch die ,Hidden Champions‘ bei uns ansprechen“, so der Gründungsexperte für Digitalisierung weiter.

Als ersten Schritt wird Prof. Dr. Gerth mit ‚HSA_digit‘ eine studiengangs- und fakultätsübergreifende Koordinationsstelle ins Leben rufen. Sie stellt die Verbindung zu den einzelnen Studiengängen bzw. Fakultäten her und übernimmt zukünftig die hochschulweite Abstimmung rund um das Thema digitale Unternehmensgründung. Ziel ist es, in den kommenden Jahren verstärkt interdisziplinäre Lehrangebote mit dem Themenfokus ,Digital Business ’anzubieten und in den Lehrplänen der Hochschule zu verankern.

Konkret bedeutet dies: Neue interdisziplinäre Modulangebote mit Fokus ‚Digital Leadership & Innovation sowie Projektarbeiten zu digitalen Innovationen werden angeboten und die wirtschaftlichen Grundlagenveranstaltungen teilweise neu ausgerichtet. Auch erhalten die Studierenden zukünftig die Möglichkeit, gezielt Praxissemester in digitalen Startups oder innovativen Unternehmen zu absolvieren. Der Anteil an Bachelor-Arbeiten zum Thema digitale Innovationen soll ebenfalls ausgebaut werden. Hierfür stellt das Programm Mittel für Lehrkräfte und Lehraufträge zur Verfügung. Zusätzlich werden Experten aus Industrie und Wirtschaft in das Ausbildungsangebot einbezogen, die in Gastvorträgen und Workshops über aktuelle Themen und Trends bei digitalen Geschäftsideen informieren sowie konkrete Praxiserfahrungen einbringen. Flankierend ergänzen Impulsvorträge in frühen Semestern, aber auch neue Veranstaltungsformate wie beispielsweise Entwicklerwettbewerbe – sogenannte Hackathons bzw. Appcamps – sowie klassische Themenabende das Programm. Sie alle haben das Ziel, den digitalen Gründergeist der Studierenden zu stärken.

Über das Förderprogramm soll außerdem die Zusammenarbeit mit dem Digitalen Gründerzentrum.Schwaben (DZ.S) weiter ausgebaut werden. „Wir haben mit dem DZ.S die Möglichkeit eines eigenen Inkubators. Unsere Hochschul-Gründer finden hier neben attraktiven Räumlichkeiten speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Services. Also ideale Bedingungen, um sich ganz auf ihre Gründungsideen zu konzentrieren“, erklärt Prof. Dr. Gerth.

„Gleichzeitig erhalten Start-ups und etablierte Unternehmen mit dem DZ.S ein Innovationsnetzwerk in der Region. Die Vernetzung zwischen Gründern, Mittelstand und Industrie steht im Vordergrund der geplanten Aktivitäten. Die zunehmende Beschleunigung von Innovationszyklen erfordert, dass Unternehmen Veränderungen in Technologien und Geschäftsmodellen agiler umsetzen müssen. Das heiß noch viel mehr in Partnerschaften zu arbeiten und zu denken“, ergänzt Stefan Schimpfle, Geschäftsführer der IT-Gründerzentrum GmbH und Verantwortlicher des DZ.S.

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