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Innovative Hochschule: Hochschule Augsburg erhält Zuschlag bei Bund-Länder-Initiative – Förderung in Höhe von 6,7 Millionen Euro in Aussicht

Transfer: Geplant ist ein Netzwerk zum Austausch und zur Bündelung von Ressourcen – die HSA_TransComm

 
Campus am Roten Tor. Foto: Martin Duckek, Ulm
Foto: Martin Duckek, Ulm
05.07.2017

Den ökonomischen, ökologischen, sozialen als auch technologischen und kulturellen Austausch mit wichtigen Multiplikatoren und Einrichtungen aus Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft voranzutreiben und zu etablieren – das ist das Ziel der aktivierenden Transfergemeinschaft HSA_TransComm, namentlich für Transfer und Community. Mit diesem Konzept konnte sich die Hochschule Augsburg in der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ durchsetzen. Für die Umsetzung des Vorhabens hat die Hochschule Augsburg bis ins Jahr 2022 über 6,7 Millionen Euro beantragt.

 

Die „Innovative Hochschule“ ist eine Bund-Länder-Initiative zur Förderung des forschungsbasierten Ideen-, Wissens- und Technologietransfers. Sie soll Hochschulen darin unterstützen, sich im Leistungsbereich Transfer und Innovation, der auch – neben Forschung und Lehre – als „dritte Mission“ der Hochschulen bezeichnet wird, zu profilieren und ihre strategische Rolle im regionalen Innovationssystem zu stärken. Insgesamt fördert die Initiative 48 Hochschulen in 19 Einzel- und zehn Verbundvorhaben.

„Wir stehen im permanenten Austausch mit Unternehmen und wichtigen Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft, um auf die Bedürfnisse der Region reagieren zu können. Wir sind für viele klein- und mittelständische Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben ein wichtiger Partner und Impulsgeber mit einer Vielzahl von gemeinsamen Forschungsprojekten. Durch die Förderung ,Innovative Hochschule‘ sind wir in der Lage, unsere Transfer-Strategie neu zu strukturieren, massiv auszubauen – beispielsweise um die Bereiche regionales Service-Learning, nachhaltige Entwicklung für Augsburg und digitale Transformation der Region Schwaben“, erklärt Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Präsident der Hochschule Augsburg.

Projektagentur für die Transfergemeinschaft

Dreh- und Angelpunkt des prämierten Transferprojekts wird die hochschuleigene Projektagentur sein: Sie mobilisiert eine umfassende Transfergemeinschaft in, mit und für die Region. Sie soll die geplanten Entwicklungen koordinieren und vorantreiben: Den Aufbau eines generischen „Augsburger Modells“; die Installation der Projektplattform regionales Service-Learning; die Vernetzung von Experten für eine nachhaltige Entwicklung Augsburgs; die Etablierung eines Transferschaufensters „Stadt-Labor“; ein Projekt zur energetischen Notversorgung kritischer Infrastruktur in der Region; den Aufbau und die Umsetzung eines Zentrums für digitale Transformation der Region Schwaben und ein Projekt zur Aktivierung ehemaliger Studierender für den Transfer „Alumni Wissen!“.

Die genannten Teilvorhaben richtet die Projektagentur im Rahmen von HSA_TransComm ein und schafft somit die Basis, um neue Transferprojekte zu realisieren. Die Hochschule sieht sich hier als Motor für den ökonomischen, ökologischen, sozialen, technologischen und kulturellen Transfer. Getragen wird diese Rolle von den forschenden, lehrenden, studierenden und ehemaligen Mitgliedern der Hochschule. Die bereits bestehende Hochschulgemeinschaft wird weiter gestärkt und öffnet sich auf Basis des Leitbildes der gefragten Persönlichkeiten (gP) für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteure der Region und lädt diese aktiv zur kooperativen Arbeit an den Zukunftsaufgaben in Bayerisch-Schwaben. Maßgabe ist dabei, keinen einseitigen Wissens- und Technologietransfer zu organisieren, sondern im Dialog Kooperationen unterschiedlichster Formen herauszufiltern und zu befördern.

„Ebenso wie die Handlungsfelder Forschung und Lehre bedarf auch die ,Dritte Mission‘ einer grundlegenden Strategieentwicklung“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Krön, Vizepräsidentin für Forschung und Wissenstransfer, die sich für den Antrag verantwortlich zeichnet. „Der Transfer muss durch den Aufbau innovationsorientierter, gleichsam unternehmerischer Kompetenzen im Gefüge der Hochschule verankert und für die Partner außerhalb der Hochschule erreichbar gestaltet werden.“  

Folgende Teilprojekte sind geplant:


1. Teilprojekt Projektplattform regionales Service-Learning
Unter dem Begriff „Service-Learning“ hat sich in den vergangenen Jahren weltweit ein innovativer Lehransatz etabliert, der das Lernen an realen Projekten mit gesellschaftlichem Engagement verbindet. Studierende setzen dabei eigenverantwortlich eine echte Aufgabe für und mit einer gemeinnützigen Einrichtung um. Die Projektplattform regionales Service-Learning soll die Prozesse für die Planung und Umsetzung von solchen Projekten vor allem im Bereich Architektur und Bauwesen weiter etablieren sowie existierende Ressourcen aus verschiedenen Fakultäten bündeln und vernetzen.

2. Teilprojekt Experten für eine Nachhaltige Entwicklung Augsburgs
Das Teilprojekt möchte den wechselseitigen Beziehungen zwischen der Stadtgesellschaft und der Hochschule eine Struktur verleihen und weitere ökologische und soziale Transferprojekte ins Leben rufen. Ziel des Gemeinschaftsprojekts der Hochschule Augsburg mit dem Büro für Nachhaltigkeit / Geschäftsstelle Lokale Agenda 21 der Stadt Augsburg ist es, gemeinsam die Zukunftsaufgaben im Bereich der Nachhaltigkeit aktiv zu gestalten.

3. Teilprojekt Transferschaufenster Stadt-Labor
Ein digital-analoges Schaufenster – ein „Stadt-Labor“ – soll im Zentrum von Augsburg eingerichtet werden. Es hat das Ziel, den Wissenschaftstransfer in der Mitte der Stadt zu verankern und für die Gesellschaft sichtbar zu machen. Das Schaufenster soll ein Bewusstsein für die Tätigkeit der Hochschule in der Öffentlichkeit erzeugen und potenzielle Partner für die Arbeit der Hochschule sensibilisieren. Zusätzlich sollen in dem Projekt Fragestellungen wie beispielsweise zur städtebaulichen Entwicklung thematisiert und sichtbar für alle Bewohner bearbeiten werden. Konkret heißt das: Im „Stadt-Labor“ werden Projekte vorgestellt sowie Präsentationen, Ausstellungen und Symposien stattfinden.

4. Teilprojekt Energetische Notversorgung kritischer Infrastruktur
Das Ziel des Teilvorhabens ist es, die Position der Hochschule Augsburg im Bereich des Wissens- und Technologietransfers zu stärken und die Vernetzung mit dem regionalen Umfeld weiter auszubauen. Als Pilotprojekt wurde hierzu exemplarisch die praktische Verwertung der Forschungsergebnisse von „LINDA“, einem Transferprojekt aus dem Bereich der elektrischen Energieversorgung gewählt. Dabei geht es um die lokale Inselnetzversorgung und den beschleunigten Netzwiederaufbau mit dezentralen Erzeugungsanlagen bei großflächigen Stromausfällen. Im Rahmen von HSA_TransComm sollen geeignete Dialog- und Austauschformen entwickelt werden, die auf eine Schulung und Beratung der tatsächlichen Anwender von LINDA-Ergebnissen zugeschnitten sind. Es sollen Strukturen geschaffen werden, die es ermöglichen auf Basis der LINDA-Forschungsergebnisse wissenschaftliche Studien für die Betreiber kritischer Infrastruktur zu erstellen. Gemäß diesem „Best Practice“ sollen Standards zur praktischen und zielgerichteten Verwertung von Ergebnissen angewandter Forschung und Entwicklung definiert werden.

5. Teilprojekt Digitale Transformation der Region Schwaben
Die Wandlung des produzierenden und verarbeitenden Gewerbes zur „Industrie 4.0“ und die damit einhergehende Digitalisierung von Wertschöpfungssystemen bieten enorme ökonomische Potenziale. Diese sind allerdings auch mit erheblichen Risiken verbunden, die beispielsweise durch den steigenden Innovationsdruck im globalen Wettbewerb entstehen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind daher oftmals aufgrund begrenzter Ressourcen im Bereich Industrie 4.0 auf Kooperationen mit Hochschulen und anderen Unternehmen angewiesen, um sich dem digitalen Wandel mit innovativen Lösungen zu stellen. Durch einen umfassenden und anwendungsorientierten Wissenstransfer soll deshalb die Konkurrenzfähigkeit der regionalen, meist mittelständischen Unternehmen gestärkt werden, um sie für den immer härteren Wettbewerb in globalen Wertschöpfungsnetzen zu rüsten. In dem Teilvorhaben sollen Lösungen für die digitale Transformation sowie neue, digitale Geschäftsfelder und -modelle gemeinsam mit den Unternehmen entwickelt werden, die in der Region Bayerisch-Schwaben Arbeitsplätze langfristig sichern und neue schaffen können.

6. Teilprojekt Alumni Wissen
Die ehemaligen Studierenden der Hochschule sind Wissens- und Erfahrungsträger, die für die Projektagentur eine Ressource von besonderem Wert darstellen. Die Intensivierung der Alumni-Beziehungen und der wissenschaftlich begleitete Zugang zum Wissens- und Erfahrungsschatz der Ehemaligen sind daher ein eigenes Teilprojekt im Konzept HSA_TransComm. Geplant ist ein umfangreiches Mentoring-Programm, innerhalb dessen Alumni sowohl Studierende als auch Forschende an der Hochschule Augsburg begleiten. Auch werden die Alumni in das Qualitätsmanagement der Hochschule eingebunden. Das Feedback und Beratungspotenzial der Alumni werden so institutionalisiert und in standardisierte Prozesse überführt. Ziel ist es, die Curricula permanent gemäß den Erfordernissen der Unternehmen und des Berufsumfelds auszurichten und zu aktualisieren. Vorstellbar ist auch eine wissenschaftliche Sammlung und Aufarbeitung von Alumni Wissen.

Weitere Informationen zur Transferstrategie der Hochschule Augsburg
Weitere Informationen zur Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. M.Eng. Elisabeth Krön

Präsidium
Architektur und Bauwesen
Institut für Bau und Immobilie

Telefon: 

+49 821 5586-3145