Preisträgerin Derya Alina Yakaboylu mit dem bayerischen Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (l.) und Bayernwerk-Chef Dr. Egon Leo Westphal (r.).
Preisträgerin Derya Alina Yakaboylu mit dem bayerischen Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (l.) und Bayernwerk-Chef Dr. Egon Leo Westphal (r.).Copyright Alex Schelbert
29.10.2021

Derya Alina Yakaboylu, Absolventin der Fakultät für Gestaltung, ist diesjährige Preisträgerin des Kulturpreises Bayern in der Sparte Wissenschaft. Verliehen hat die Auszeichnung die Bayernwerk AG (Bayernwerk) gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Damit ehren sie die Leistung der Forscherin. In ihrer Masterarbeit im Studiengang Transformation Design hat sie das Viertel Oberhausen im Nordwesten Augsburgs durch ihre Augen und Fotografien, Grafiken, experimentelle Typografie, Interview-Fragmente und Screenshots dargestellt.

 

Die gebürtige Augsburgerin ist eine von insgesamt 32 Absolventinnen und Absolventen bayerischer Hochschulen und Universitäten, die am Donnerstagabend (28. Oktober) geehrt wurden. Der Festakt fand vor 150 Gästen in den Eisbach Studios in München statt. Von hier haben ihn mehrere bayerische Regionalfernsehsender live übertragen. Moderatorin Nina Sonnenberg hat durch das rund 100-minütige Programm geführt.

Politisch und emotional
Der Stadtteil Oberhausen liegt im Augsburger Nordwesten – es ist ein Quartier mit langer Geschichte, vielfältigen Erscheinungsbildern und Lebenswelten. Für ihre Masterarbeit hat Derya Alina Yakaboylu ethnologische Quartiersforschung mit einem künstlerischen Ansatz betrieben und dafür dieses besondere Viertel gewählt. Sie erläutert: „Ein Quartier zu begreifen ist abhängig von individuellen Perspektiven. Daraus ergab sich für mich die Lösung, mich dem Oberhauser Stadtteil in Form einer subjektiven Momentaufnahme zu nähern.“ Zu diesem Zweck ist die Transformationsdesignerin in die „Rolle der Flaneuse“ geschlüpft. Als Vorbilder sieht sie beispielsweise die Schriftstellerin Virginia Woolf oder die Künstlerin Sophie Calle. Das Ergebnis ihrer Arbeit hat sie in Form eines Buches vorgelegt, das aus Fotografien, Grafiken, experimentelle Typografie, Interview-Fragmenten und Screenshots besteht.

Mehr als ein Andenken
„Der Kulturpreis Bayern ist eine Auszeichnung mit jahrzehntelanger Tradition. Immer ging es darum, Menschen zu danken, die mit ihrem Engagement, ihrem Wirken und ihrer Begeisterung für Kunst, Kultur und Wissenschaft unsere Gesellschaft bereichern. Den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern danken wir für ihre Leistungen und gratulieren herzlich zu dieser Auszeichnung“, betont Dr. Egon Leo Westphal, Vorstandsvorsitzender des Bayernwerks.

In der Sparte Kunst hat das Bayernwerk dieses Jahr die bildenden Künstler Thomas Demand sowie Gretel und Erwin Eisch, die Musiker Reinhard Kammler und Wolfgang Buck und die Schauspielerin Luisa Wöllisch ausgezeichnet. Vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst erhält der Kabarettist, Schauspieler und Musiker Hannes Ringlstetter einen Sonderpreis. Die sechs Kunst-Preisträgerinnen und -Preisträger sowie den Sonderpreisträger wählt eine Fachjury. Die 32 Preisträgerinnen und Preisträger der Sparte Wissenschaft werden von den bayerischen Hochschulen, Kunsthochschulen und Universitäten selbst benannt. Das Bayernwerk ehrt Erfolge in Kunst und Wissenschaft seit mehr als 60 Jahren, seit 2005 verleiht es in Partnerschaft mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst den Kulturpreis Bayern. Dieser geht auf den Kulturpreis Ostbayern zurück, der erstmals im Jahr 1959 verliehen wurde. Der Kulturpreis Bayern in der Sparte Kunst und der Sonderpreis sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert, der Preis in der Sparte Wissenschaft mit je 2.000 Euro. Alle Preisträgerinnen und Preisträger erhalten außerdem den „Gedankenblitz“. Diese Bronzestatue wurde vom Schwandorfer Bildhauer Peter Mayer geschaffen.

Die Aufzeichnung der Preisverleihung können Interessierte unter http://www.bayernwerk.de/kulturpreis2021 anschauen.