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Digitalisierung des historischen Handwerks

 
Logistik
Foto: Greifenberger Institut
HSA_ops
15.03.2018

Projektbeschreibung

Die Forschungsgruppe für optimierte Wertschöpfung HSA_ops an der Hochschule Augsburg bearbeitet seit 2010 Fragestellungen aus der regionalen und überregionalen Wirtschaft. Dabei greifen die leitenden Professoren Krupp, Richard und Waibel auf ihre Expertise aus mehrjährigen praktischen Erfahrungen zurück und kombinieren diese mit hochaktuellen Kenntnissen aus der Wissenschaft. Bei den jeweiligen Projekten werden sie durch eine Gruppe von wissenschaftlichen Mitarbeitern unterstützt. Die wiss. Mitarbeiter studieren parallel zur Tätigkeit an der Forschungsgruppe in kooperativen Promotionsvorhaben oder im Masterstudiengang „Master of applied research“ (MAPR). Das Projekt „Historische Produktion und Dokumentation II“ mit dem Greifenberger Institut für Musikinstrumentenkunde wird von den beiden MAPR-Studenten Sarah Zerle und Matthias Bestle unter der Leitung von Prof. Dr. Richard im Sommersemester 2018 und Wintersemester 2018/19 durchgeführt.

 

Das Greifenberger Institut, das als gemeinnützige GmbH formiert ist, sieht seine Aufgaben in der Förderung der wissenschaftlichen Erforschung historischer Instrumente und deren Präsentation in der Öffentlichkeit. Das Institut verwendet hochpräzise Verfahren aus der industriellen Technik wie Video-Mess-Endoskope oder Koordinaten-Messsysteme zur berührungsarmen CAD-Dokumentation, um die denkmalgeschützten Instrumente zu analysieren. Aufgrund derzeit fehlender Möglichkeiten zur strukturierten Speicherung der Informationen sucht das Institut nach einem Datenmanagementsystem für seine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die es auch mit anderen Institutionen teilen möchte. Aus diesem Grund wurde die Hochschule Augsburg beauftragt, ein passendes EDV-System für diesen Zweck zu finden und dieses durch Programmierungen den Anforderungen des Instituts anzupassen.

Das Projekt „Historische Produktion und Dokumentation II“ baut auf dem studentischen Projekt des Wintersemesters 2017/18 auf, bei dem 16 Studierende konzeptionelle Vorbereitung für die Einführung eines ERP-Systems getroffen haben. Hierbei wurde das ERP-System Microsoft Dynamics NAV als geeignete Software identifiziert.

Im derzeitigen Projekt geht es darum, die Anforderungen des Instituts zu konkretisieren und Microsoft Dynamics Nav an diese Bedarfe anzupassen. Dabei werden die Standards der ERP-Struktur, Stammdaten, Stücklisten, Arbeitspläne, Reports und Infrastruktur des ERP-Systems begutachtet. Anschließend erfolgt ein Abgleich zwischen den Anforderungen des Instituts und den Standardeinstellungen des Systems. Die daraus resultierende Differenz stellt den Programmierungsbedarf dar. Um diesen stetig den Anforderungen anzupassen, stehen dem Institut Testphasen und Vor-Ort-Termine für einen regen Austausch zur Verfügung.

Das daraus resultierende Ergebnis im Microsoft Dynamics NAV System soll das Institut bei der zentralen Verwaltung aller Dokumentationsdaten und Bilder unterstützen. Die eingetragenen Informationen werden im darauffolgenden Prozess der Reproduktion verwendet, um das Instrument getreu dem historischen Vorbild nachzubauen. Auf langfristige Sicht soll auch die Verwaltung des zu verwendenden Holzes und der Druck von Informationsmaterial über die Berichtsfunktion des ERP-Systems abgebildet werden. Dank dieser Anpassungen kann das System auch anderen gemeinnützigen Institutionen als Vorreiter dienen. Durch Schnittstellen mit Museen und Hochschulen kann außerdem der Aufbau von Netzwerken und die Transparenz von Informationen gefördert werden.

Bisher konnten alle Anforderungen aufgenommen werden, sodass gegen Ende des Sommersemesters die ersten Anpassungen im System gemacht werden. Die Einführung des Systems und der Abschluss des Projektes sind für Ende des Jahres 2018 geplant.

Beteiligte Personen

Das Projektteam der Hochschule Augsburg, Sarah Zerle, Matthias Bestle und Prof. Dr. Peter Richard, werden von Helmut Balk, Leiter des Greifenberger Instituts,  in die Nachbildung historischer Instrumente eingeführt.