Die Erstsemesterstudierenden in Aktion
01.10.2018

Erstmalig: Studienorientierungsphase

 

Seit einigen Jahren zeichnet sich ab, dass Studienanfänger vermehrt Schwierigkeiten mit dem Wechsel von der Schule zur Hochschule haben. Um den Erstsemstern den Einstieg in das Studium zu erleichtern und von Anfang an klar zu adressieren, dass es an der Hochschule nicht um das Auswendiglernen vordefinierter Lerninhalte geht, sondern um den Erwerb von Kompetenzen für einen zukünftigen Beruf, entwickelten Ulrike Tielemann und Prof. Dr. Sabine Joeris  für die Bachelorstudiengänge International Management und Betriebswirtschaftslehre ein Curriculum für eine viertägige Orientierungswoche und setzten diese im Wintersemester 2018/19 erstmalig um. Die Evaluation durch die Studierenden fiel sehr positiv aus.

 

Ziele der Orientierungswoche waren

  • Klarwerden der Motivation
  • Herausarbeiten der Kompetenzorientierung an der Hochschule
  • Vorbereitung auf die Anforderungen des Hochschulalltags
  • Spielregeln der Hochschule definieren
  • Wiederholte Reflexion des Lernverhaltens
  • Vernetzung der Studienanfänger

Bei der Entwicklung des Curriculums wurde großen Wert auf Interaktivität und Selbstreflexion gelegt. Die Kompetenzorientierung zog sich durch die gesamten vier Tage. Begonnen wurde damit, dass die Erstsemester in Stellenportalen im Internet nach einer Stellenanzeige recherchierten, die ihrem Traumjob nach dem Studium entspricht. Im Anschluss mussten sie entscheiden, welche sozialen, persönlichen, methodischen und fachlichen Kompetenzen für diese Stelle nötig sind. In einem nächsten Schritt reflektierten die Studierenden, welche dieser Kompetenzen sie bereits besitzen und welche sie folglich noch erwerben müssen.  Diese noch zu erwerbenden Kompetenzen wurden notiert. In einer Lernreflexion gingen die Studierenden gedanklich durch verschiedene Stationen ihrer Lernbiographie. Begleitet von einem Moderator überlegten sie bei jeder Station, wie sie diese Lebensphase in ihrer Art zu lernen, beeinflusst hat. Jeder hielt seine persönlichen Lernstrategien in einem Heft fest und überprüfte, ob diese auch für den neuen Kompetenzerwerb geeignet sind.

Zusätzlich zu den Hauptpunkten Kompetenzerwerb und Lernreflexion wurde das Curriculum durch allgemeine Themen wie Prüfungswesen ergänzt. Neurobiologische Grundlagen des Lernens, Spielregeln an der Hochschule bzw. spezifische Themen wie Auslandsaufenthalt wurden ebenfalls behandelt. Die Studierenden besaßen am Ende der Veranstaltung eine tiefergehende Selbstklärung ihrer eingeschätzten und zu entwickelnden Kompetenzen.

Des Weiteren hat die Fakultät ein Mentorenkonzept entwickelt. Aus dem ersten Piloten erklärten sich zehn Studierende der höheren Semester bereit, die neuen Studierenden ein- bis zweimal im Semester in einem Workshop zu unterstützen, die eigene Entwicklung kompetenzorientiert zu hinterfragen.

Höhepunkt der Orientierungsphase war ein gemeinsamer Grillabend, der den Erstsemestern ausreichend Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und Netzwerken bot. Finanziert wurde das Event durch Spenden des Fördervereins, der Techniker Krankenkasse sowie der Bäckerei Ihle.