Brückenbauwettbewerb

Schön, schlank und belastabar: Brückenbauwettbewerb

Spektakel an der Hochschule Augsburg jährt sich zum fünfzehnten Mal

Brückenbauwettbewerb
Foto: Peter Erber 1. Platz in der „Kategorie“ Schönheit.
„Wir backen heuer wieder etwas kleinere Brötchen“, sagte Prof. Dr.-Ing. François Colling und gab den Startschuss für den fünfzehnten Brückenbauwettbewerb 2010 an der Hochschule Augsburg. Den Weltrekord von 2009 konnte man in diesem Jahr aufgrund des vorgegebenen Materials nicht brechen. Studierende der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen hatten Brücken aus dem Baustoff Pappe/Karton eingereicht. Aber dennoch waren sehr erfolgreiche Konstruktionen auf dem Prüfstand. Jurymitglied Prof. Dr.-Ing. Karlheinz Ehret erklärte: „Jedes Detail muss wohl überlegt sein. Ziel ist es, das Versagen der Brücke möglichst lange hinauszuzögern. Ein einziger Schwachpunkt kann ausreichen, um die Brücke vorzeitig einstürzen zu lassen.“ Der Vorteil des handwerklichen Zusammenbauens liege darin, dass den Studierenden die Schwachpunkte konkreter bewusst würden als auf dem Reißbrett oder bei der statischen Berechnung. „Man begreift die Konstruktion im wahrsten Sinne des Wortes“, so Prof. Colling.

Brücke aus Lego auf dem Prüfstand

In diesem Jahr standen insgesamt vierzehn Brücken auf dem Prüfstand. Davon liefen vier Brücken außer Konkurrenz, da sie als Projektarbeiten der Studierenden im siebten Semester Bauingenieurwesen entstanden waren. In diesem Fall durfte auch alternatives Material verwendet werden. Gespannt waren alle auf die Belastbarkeit einer ganz besonderen Bauart, nämlich der Lego-Brücke von Daniel Köberle, Christian Aufmuth, Roman Hefele, Alexander Hölzle, und Johannes Lenk. Leider entsprach ihre Leistungsfähigkeit nicht ganz den Erwartungen der Studierenden.

Siegerbrücken und Sonderpreise

In der regulären Wertung ging eine Einzelarbeit als Sieger hervor. Florian Möckel aus dem dritten Semester Bauingenieurwesen belegte mit seiner Fischbauchbrücke den ersten Platz. Die Siegerkonstruktion hatte ein Gewicht von 1054 g, trug eine Bruchlast von 552 kg und erreichte damit einen Leistungsfaktor F/G in Höhe von 523,6. Den zweiten Platz belegten Thomas Bernhard und Stefan Tögel, deren Bauwerk eine sehr designorientierte Erscheinung war. Beide studieren im ersten Semester Bauingenieurwesen an der Hochschule Augsburg und konnten sogleich diesen guten Erfolg erzielen. Der Drittplatzierte Stephan Leis studiert im fünften Semester Bauingenieurwesen und hat mit seiner Bauweise auch in der Sonderkategorie „Schlankheit“ eine sehr hohe Punktzahl erzielt und liegt nur knapp hinter den Erstplatzierten. Das Siegerteam Rainer Huber, Daniela Huber und Tobias Blachowiak teilt sich daher den Sonderpreis im ingpunkt-Wettbewerb „Schlankheit“ mit Stephan Leis. Und in noch einer weiteren Kategorie konnte Stephan Leis punkten, nämlich mit einem ersten Platz im Wettbewerb „Schönheit“. In dieser Kategorie belegte Christoph Janitzky den zweiten Platz gefolgt von Michael Endres und Stephanie Reinhardt auf dem dritten Rang. Gewinner des „Lauer-Sonderpreises“ ist Dominik Stauss. Er studiert im dritten Semester Architektur und hatte noch bis vier Uhr morgens am Wettbewerbstag an seinem Kunstwerk gearbeitet.

Alle Preisträgerinnen und Preisträger sowie die ins Rennen geschickten Brücken sind zu sehen unter: www.brueckenbau-wettbewerb.de.

 

Meldung vom 17. Dezember 2010