Hochschulpolitische Entwicklung

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Erklärtes Ziel der Hochschule Augsburg ist es, gefragte Persönlichkeiten auszubilden, die in ihrem Denken und Handeln ihre Verantwortung für die globalen sozialen, politischen und gesellschaftlichen Fragen des 21. Jahrhunderts wahrnehmen. Dazu gehört ein grenzüberschreitender Dialog und Austausch in Lehre und Studium wie auch in Forschung und Entwicklung.

Die Hochschule Augsburg versteht Internationalisierung als einen kontinuierlichen und dynamischen Prozess zur Optimierung der Rahmenbedingungen, die internationales Denken und Agieren unterstützen und erleichtern. Diese Querschnittsaufgabe liegt in der Mitverantwortung aller Hochschulangehörigen, deshalb soll sie transparent undmultiperspektivisch ausgerichtet werden und alle Gruppen der Hochschule einbinden.Den Prozess der Internationalisierung steuert der Präsident, unterstützt von einer Lenkungsgruppe Internationalsierung, die die gesamte Hochschule (Leitung, alle Fakultäten wissenschaftliches und nichtwissenschaftliches Personal, Studierende) umfasst.


a) Im europäischen Raum gilt es, gewonnene Partnerschaften und Netzwerke zu vertiefen, deren Auf- und Ausbau dem Erasmus-Programm zu verdanken ist. Netzwerke aus den Anfangszeiten des Programms bestehen z.T. noch heute. Derfachliche Anspruch der Fakultät steht bei der Auswahl von Partnern im Mittelpunkt. Kooperationen, bei denen mehrere Fakultäten beteiligt und/oder Doppelabschlüsse oder andere gemeinsame Projekte in Lehre und Forschung vereinbart sind, gewinnen an Bedeutung und sollen zu strategischen Partnerschaften ausgebaut werden. Dieser Prozess hat 2012 durch die Teilnahme am Internationalisierungs-Audit der HRK an Intensität gewonnen und ist noch nicht abgeschlossen. Er umfasst EU- und Nicht-EU-Kooperationen in gleicher Weise.


b) Die Hochschule befürwortet bei der Etablierung der Hochschulpartnerschaften eine breite geographische Streuung, da die Vielfalt des Angebots bereits ein erster Mobilitätsanreiz sein kann. Für die strategischen Partnerschaften steht jedoch vor allem die breite fachliche Kongruenz im Vordergrund. Die Auswahl der geeigneten Partnereinrichtungen ist daher vorrangig fakultätsorientiert. Soll eine Kooperation jedoch den Rang einer Hochschulpartnerschaft haben, deren Aktivitäten auch aus zentralen Mitteln bezuschusst werden, muss der Kooperationsvertrag die Unterschrift des Präsidenten tragen. Intendiert ist ferner, Kooperationen zu bevorzugen, bei denen mehr als nur eine Fakultät partizipiert. Auch bestehende Partnerschaften werden vor diesem Hintergrund einem Revisionsprozess unterzogen.


c) Während die Mobilitätszahlen im Bereich Wirtschaft und Design die Zielvorgaben erfüllen, gibt es in den ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen noch Nachholbedarf. Hier sollen noch mehr attraktive Praktikums- und Projektmöglichkeiten (fünf Monate Praktikum, mindestens zwei Monate Projektaufenthalte, strukturierte Studienangebote) geschaffen werden, um die Mobilität zu erhöhen.

Das fünfmonatige Praktikum, das in der Mehrzahl der Bachelor-Studiengänge Pflichtbestandteil des Studiums ist, eignet sich besonders für einen Auslandsaufenthalt und wird von den Studierenden aller Fakultäten sehr gut angenommen. Ein Firmenpool existiert bereits. Die Evaluation und aktive Pflege der Firmenkontakte soll mit Hilfe der Fakultäten und administrativer Unterstützung jedoch intensiviert werden. Die individuelle Mobilität zu erhöhen, schließt alle Fakultäten ein und impliziert zum einen den Abbau studienorganisatorischer Hindernisse (Ausbau der Mobilitätsfenster in allen Fakultäten, gemeinsame Studienmodelle mit Partnerhochschulen) und zum anderen den hohen Anspruch einer umfassenden Partizipation: Studierende aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen sollen besonders motiviert und auch finanziell unterstützt werden. Dabei gilt es, Kompetenzen wie z.B. die von Studierenden mit Migrationshintergrund noch stärker zu nutzen und sie zur Mobilität zu animieren. Erprobte Modelle wie Sprachtandem-Gruppen bei der Durchführung von Fachprojekten in Kooperation mit ausländischen Partnereinrichtungen (Beispiel russischsprachiges Ausland) werden auf der Basis der gewonnenen Expertise weiter entwickelt. Für die Zahlung von individuellen Sonderzuschüssen an benachteiligte Studierende werden auch künftig Mittel zur Verfügung gestellt.

Besondere Bedeutung bei der Mobilitätssteigerung wird dem Ausbau strukturierter Programme auf Bachelor- und Master-Ebene in Kooperation mit ausgewählten Partnerhochschulen beigemessen. Gleichzeitig wird damit die Lehrendenmobilität aus dem Ausland und ins Ausland stärker institutionell verankert und somit gesteigert werden können. Drittmittelfinanzierte kooperative Promotionen mit nationalen und internationalen Partnern sollen ausgebaut werden. Die involvierten Lehrenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter tragen dazu bei, die internationalen Forschungsaktivitäten der Hochschule zu fördern.

Die Hochschule Augsburg strebt die noch intensivere Mitwirkung an internationalen Kooperationsprojekten an. Über die bestehenden unterstützenden Maßnahmen hinaus (z.B. Lehrdeputatsermäßigung, finanzielle, organisatorische, personelle und infrastrukturelle Unterstützung) werden im Bedarfsfall auch Mittel zur Verfügung gestellt, um eine professionelle Antragstellung z.B. bei EU-Drittland-Projekten zu ermöglichen.

Zielsetzung

1. Anhebung des Bildungsgrads zur Deckung von Europas Bedarf an Akademikern und Forschern

Im Rahmen der verstärkten Internationalisierungsbestrebungen der bayerischen Staatsregierung wurde "Study and Stay in Bavaria" ins Leben gerufen, eine vom Innen- und Wissenschaftsministerium getragene Initiative, die jungen Akademikern die Perspektive einer beruflichen Karriereplanung in Bayern eröffnet. Ergänzend dazu bietet die Vereinbarung zum Ausbau von Forschungspartnerschaften und internationalen Gastprofessuren an allen bayerischen Hochschulen einen festgeschriebenen Mindeststandard an Willkommensdienstleistungen an. Von dieser gemeinsamen Maßnahme profitieren alle einzelnen Hochschulen bei der Gewinnung von qualifizierten Studierenden und Forschern aus dem Ausland.


2. Verbesserung der Qualität und Relevanz der Hochschulbildung

Das Bildungsangebot der HSA zeigt das konsequente Betreben, praktische Erfahrung und akademische Kompetenz zu verknüpfen und in ständigem Dialog zu halten. Indizien dafür sind: Das in das Studium integrierte Praxissemester, duale Studienangebote (Studium mit vertiefter Praxis, oder Verbundstudium) angewandte Forschungsprojekte mit der Industrie, Ausbau der berufsbegleitenden Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote auf Bachelor- und Masterniveau, zertifizierte Kurzstudiengänge, Integrationsangebote für Studierende ohne Abitur und praktischer Hochschulzugangsqualifikation.


3. Stärkung der Qualität durch Mobilität und grenzübergreifende Zusammenarbeit

Studierende, Lehrende und Mitarbeiter werden zum grenzüberschreitenden Dialog in ihrem Denken und Handeln aufgefordert. Die Mobilität der Studierenden und deren frühe Konfrontation mit fremdsprachiger Lehre und unterschiedlichen Lehrmethoden ist ein erster wichtiger Baustein. Die internationale Ausschreibung von Professorenstellen soll u.a. dazu beitragen, mehr Lehrpersonal aus dem Ausland zu gewinnen.


4. Das Wissensdreieck zur Wirkung bringen: Verknüpfung von Hochschulbildung, Forschung und Wissenschaft im Interesse von Exzellenz und regionaler Entwicklung


5. Verbesserung von Steuerung und Finanzierung

Durch die kontinuierliche Steigerung der Drittmitteleinwerbung vor allem im Bereich der Ressourceneffizienz soll die Sichtbarkeit der HSA deutlich erhöht und auch internationale Forschungspartner angeworben werden. Hier steht der Wissenstransfer aus der Hochschule in die Wirtschaft im zusätzlichen Fokus. Auch drittmittelfinanzierte kooperative Promotionen mit nationalen und internationalen Partnern sollen weiter ausgebaut werden. Der Standort Augsburg punktet mit dem Zukunftsprojekt "Augsburg Innovationspark", in das die HSA u.a. mit zusätzlichen Forschungsprofessuren (Finanzierung aus "Schwabenpakt") integriert ist. Fakultätsübergreifend bietet der neu installierte Master of Applied Research forschungsorientierten Absolventen die Möglichkeit wissenschaftlicher Tätigkeit im Rahmen drittmittelfinanzierter Projekte an der Hochschule.