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B  I  B  L  I  O  T  H  E  C  A    A  U  G  U  S  T  A  N  A

 

 

 

 
Johann Fischart
1546/47 - 1590
 


 






 



A f f e n t h e u r l i c h
N a u p e n g e h e u r l i c h e
G e s c h i c h t s k l i t t e r u n g


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DEmnach ich sah, wie jr euch naget
All tag mit kommer frett vnd plaget,
      Meint ich ein guten dienst zuthun
      Wann ich euch dauon abhülff nun
Vnd vorkäm etwan grösserm vbel,
Daß keiner nicht die Zän außgribel
      Vor schwären gdancken sich erhencke,
      Wie Wittfrau auff der Bien ertrencke:
Sintemal je ein Artzet soll
Krancken auff all weg rahten wol,
      Vnd sonderlich das Gmüt frisch halten,
      So wird der Leib selbs naher walten.
Wann aber nun kurtzweil vnd freud
Ist deß Gemüts artzney vor leid,
      So hab ich so mär wollen schreiben
      Von lachen, alß vil weinens treiben:
Bedacht, das lachen in all krafft
Ist deß Menschens recht eigenschafft:
      Vnd, so ein Author je ward gerümet
      Daß er den nutz mit süß verblümet,
So ist diß Buch nicht zuverachten
Dieweil es auch dahin thut trachten,
      Vnd schmiert mit Honig euch das Glaß
      Daß der Wärmut eingang deß baß.
Vnd laßt euch sein, alß ob jr hörten
Democritum den Weißheitglehrten
      Vberlaut lachen der Welt thorheit,
      Die jr Narrheit halt für klug warheit:
Dann man solch Leut auch haben muß
Die weisse Wand bstreichen mit Ruß:
      Vnd im schimpff die Leut rühren fein:
      Dann wir nicht all Catones seyn:
Vnd gleich wie Schlaff dem Leib wol thut
So kompt kurtzweil dem Gmüt zu gut.
Drumb leß es nun du frölichs Blut,
Ob es dir geb ein frischen muth.
 
 
 
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