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Friedrich von Logau
Deutscher Sinn-Getichte Drey Tausend

 


 






 




Deß Ersten Tausend
Andres Hundert.


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I,2,2

Wein/ der Poeten Pferd.

JHrer viel sind zwar beflissen
Sich im Helicon zu wissen/
Ob sie gleich nun ziehn vnd ziehn
Kommen langsam sie doch hin/
5
Denn jhr bestes Pferd ist heuer
Viel zu seltsam vnd zu theuer.

I,2,5

Jungfrauschafft.

Jungfrauschafft ist zwar ein Sieg
Wider vnsres Fleisches Krieg:
Doch sind viel die für das siegen
Lieber wollen vnten liegen.

I,2,16

Auff die demütige Pertundam.

DAß vnter jederman Pertunda fein sich schmügen
Und jetzo da/ jetzt dort wil willig vnten liegen/
Das thut sie dannenher; sie hat zur Zeit gehört
Wie Schönheit vm so viel durch Demut wird vermehrt.

I,2,54

Gute Wercke.

WO gute Wercke selig machen
Bringt solche Meinung gute Sachen;
Wie kan die Seligkeit doch fehlen
Wo zwene Jesus sind zu zehlen.

I,2,58

Trost.

Weißt du, was in dieser Welt/
Mir am meisten wohlgefällt?
Daß die Zeit sich selbst verzehret
Und die Welt nicht ewig währet.

I,2,66

Hoffnung vnd Geduld.

Hoffnung ist ein fester Stab/
Und Geduld ein Reise=Kleid/
Da man mit durch Welt vnd Grab
Wandert in die Ewigkeit.

I,2,68

Laus vnd Laus.

Was Lob heist im Latein/ das hat im Deutschen Füsse/
Es kitzelt dort vnd jückt/ hier gibt es scharffe Bisse.
 
 
 
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