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Friedrich von Logau
Deutscher Sinn-Getichte Drey Tausend

 


 






 




Deß Andren Tausend
Erstes Hundert.


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II,1,7

Wissenschafft.

Dem Fleisse wil ich seyn als wie ein Knecht verhafft/
Damit ich möge seyn ein Herr der Wissenschafft.

II,1,13

Von dem nassen Jahre 1649.

WAs meint der Himmel doch mit so gehäufftem Regen?
Wil von deß Krieges Schmutz befleckte Welt er fegen?
Bedeut es wol hinfür/ viel Heil vnd reichen Segen?
Mich dünckt er traure so/ vnd giesse milde Zehren/
5
Um das/ was Sicherheit der Welt wil noch gewehren/
Die Friede brauchen wil/ den Himmel zu gefähren.

II,1,14

Das Weib schweige.

Weiber=Lippen sind geschaffen
Mehr zum küssen als zum klaffen.

II,1,21

Uber einen Fürstlichen Namen.

WAnn den Namen Christian/ ich gleich hin vnd her versetze/
Kummt mir nimmer doch nichts rauß/ das ich deme gleiche schätze
Was der Namen selbsten gibt; dann/ ein wahres Christenthum
Jst dem Fürsten/ gar gewiß/ nur der allerbeste Ruhm.

II,1,28

Gunst für Recht.

Kein Corpus Juris darff man nicht
Wo Gunst vnd Vngunst Vrthel spricht.

II,1,42

Beraubter Gemein=Kasten.

DAß das allgemeine Heil
Keinen Abbruch darff erfahren/
Wil davon ein jeder Theil
Nemen vnd bey sich bewahren.

II,1,49

Vergleich/ da man etwas behält
vnd etwas nachläst.


Wann Mann vnd Weib sich zanckt/ ist Suhne recht bestellt/
Wann dieser was räumt ein/ hingegen sie was hält.

II,1,61

Obrigkeit vnd Unterthanen.

Ob die Untren von den Obren/ ob der Untren Obre wegen/
Fragstu/ sind? Frag: Ob am Hirten/ ohne Heerd ist viel gelegen?

II,1,74

Das geschriebene Wort.

DJe Schrifft die ist ein Brieff von Gottes ernstem Willen
Geschrieben an die Welt/ denselben zu ervöllen;
Wie daß er liegen bleibt? Und niemand an jhn nimmt?
Weil seinen Titul er/ nach Willen nicht bekümmt.

II,1,79

Die höchste Weißheit.

GOtt vnd sich im Grunde kennen
Jst die höchste Witz zu nennen:
Vielen ist viel Witz gegeben
Diese selten noch daneben.

II,1,86

Der Mensch.

Neun Monden wird ein Mensch zum Leben zubereitet:
Darff einen Augenblick/ der jhn zum Tode leitet.

II,1,92

Schläge.

Heidf. in Sphin. Coroll.

EJne Glock vnd eine Nuß vnd ein Esel vnd ein Knecht
Thun nicht leichtlich ohne Schlag/ was sie sollen jemals recht;
Jene schweiget/ die verhartt: Jener steht/ vnd dieser liegt;
Wann das Eisen vnd das Holtz jhnen recht wird angefügt
5
Klinget jene/ diese bricht: Jener geht vnd dieser eilt;
Drum was jedem zugehört/ sey auch jedem zugetheilt.

II,1,100

Glauben.

Luthrisch/ Pabstisch vnd Calvinisch/ diese Glauben alle drey
Sind verhanden; doch ist Zweiffel/ wo das Christenthum dann sey.
 
 
 
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