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- L a n z e l e t
2250 - 3474
Erneuter Aufbruch. Zweikampf mit Walwein, dem Artusritter. Sieg beim Turnier in Djofle. Ablehnung der Einladung von König Artus.
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- 2250
- Nu ist ez komen alsô,
daz sich sîn manheit niht verhal
und sîn prîs ûz erschal
allenthalben in diu lant.
sînen kampf sach manic wîgant
- 2255
- und volkes ein michel wunder.
dâ wârn ouch ritter under,
die wâren komen von Kardigân:
die sâhn in ouch Lînieren slân
und jach ir aller gmeiner munt,
- 2260
- in wurd nie bezzer ritter kunt,
daz sich sîn lob alsus für nam,
unz er zer massenenîe kam,
der Artûs der künic pflac.
dô sprach Erec fil de roi Lac
- 2265
- "saget uns ieman wer er sî?"
des antwurt Orphilet dâ bî
"dar nâch als uns ist gezalt,
sô ist ez der helt balt,
der selbe niht sîns namen weiz.
- 2270
- von Môreiz-Galagandreiz,
der hât sîn immer genuoc.
daz er nu Lînieren sluoc
vermezzenlîchen, sô man seit,
daz was ein michel manheit.
- 2275
- er muoz wol getiuret sîn."
dô wunschte diu künigîn
Ginovere, daz siun solte sehen.
dô wart über lût verjehen
obe der tavelrunde,
- 2280
- daz man niender funde
enkeinen degen sô stæte,
der ie bezzerz getæte.
Dô sprach der künic Artûs,
dô er saz in sîme hûs,
- 2285
- ze sînen gesellen über lût
"hân ich deheinen holden trût,
deweder mâc alde man,
dem lôn ich sô ich beste kan,
ob er den helt bringet her.
- 2290
- ez ist mîn oberistiu ger,
möht ich den ritter gesehen,
dem ich der manheit hoere jehen.
man nennt in, und niht anders mê,
wan der stolze degen vonme-Sê.
- 2295
- er ist durch neizwaz namelôs."
diu massenîe dô erkôs
Wâlweinen den helt balt,
wan er zen tiursten was gezalt,
daz er durch die künigîn
- 2300
- und durch die lieben gesellen sîn
den künec gewerte dirre bete.
dô warp er als er ie tete.
er sprach gezogenlîche
"ich versuoch ez minneclîche
- 2305
- und wilz verdienen immer mêr,
daz der degen alsô hêr
mînes herren hof beschouwe."
do enwas dehein vrouwe,
diu zuo den stunden daz vermite,
- 2310
- si enwunschte daz er wol gerite.
Zehant leit er sîn harnasch an,
Wâlwein der hübsche man,
und reit vorschent manegen tac
hin gegen dâ Lîmors lac,
- 2315
- ein burc guot unde vast.
dô was genesen der gast,
der ê dâ was gevangen.
nu lânt iuch niht belangen
eines mæres des i'u sagen sol.
- 2320
- vrowe Ade schuof ir dinc wol,
sô nie dehein juncvrowe baz.
eines tages siu ûf ir pfert saz,
daz nieman mêre mit ir reit
wan der ritter gemeit,
- 2325
- des si ungern âne rite.
hie vor was ein ellich site,
daz ez dem manne niht was leit,
swâ ein vrowe hin reit,
selb ander oder aleine.
- 2330
- nu pfliget es wîbe enkeine:
si lânt ez durch der manne zorn.
diu juncvrowe wol geborn
wolte gerne süenen
ir vater und den küenen,
- 2335
- der neben ir reit ir vartgenôz:
des weges si lützel verdrôz,
der hin gein den Bîgen lac.
dô wunscht der degen al den tac,
daz im got zuo gesande
- 2340
- einen helt, daz er bekande,
waz er an im selben möhte hân.
er jach, er torste wol bestân
einen man, swes sun er wære,
der in dûhte kampfbære.
- 2345
- Deste mêr was sîner manheit,
wan er bî der vrowen reit,
diu zen êren niht was træge.
ob er ie bî ir gelæge,
des enweiz ich niht, wan ichz niht sach.
- 2350
- swaz in sölhes ie geschach,
daz enwas niht offenbære.
ez wære ein übel mære,
solt ieglîch dinc ûz komen.
dar nâch als ichz hân vernomen,
- 2355
- sô ziuhe ichz ûf der wîbe wân.
nu swîgent, lânt mich fürbaz vân.
Dô die lieben geverten
aller müeje sich erwerten
mit freuden maneger künne,
- 2360
- und ir ein niwe wünne
gedîhteclîche und ebene pflac
und ez ieze was mitter tac,
dô reit über ein breide
gegen einer wegescheide
- 2365
- Wâlwein, dem al diu welt wol sprach.
als unser friunt daz gesach,
dô wând er vinden sîne ger.
vor freuden warf er ûf daz sper
und leisiert über die plâne.
- 2370
- der helt von Britâne,
der wartet im vaste,
daz im ein are glaste
von golde ab dem schilte.
dô dâhte der milte
- 2375
- "ditz mac wol sîn der wîgant,
durch den ich ûz bin gesant."
Von sage hât er in bekant,
wan sîn zobelîner rant
der was gar zerhouwen.
- 2380
- hie mugent ir wol schouwen,
daz Wâlwein harte hübsch was.
er stach daz sper in daz gras
und leinde sînen schilt dran.
dâ mite reit er für sich dan,
- 2385
- daz er den helm abe bant
unde fuort in an der hant.
ân allerslahte klupfen
liez er nider die kupfen,
daz der wîcspæhe
- 2390
- deste baz gesæhe,
daz er ze den zîten
mit im niht wolte strîten,
und er sich im niht werte.
der vrouwen geverte
- 2395
- der jach, ez wær im ande.
in dûht ein michel schande
der gewerp des herre Wâlwein pflac;
doch bôt er im guoten tac,
als in sîn zuht stiurte.
- 2400
- Wâlweinen niht betiurte,
er neic im schône derwider.
der stolze ritter vrâgt in sider,
waz er mæres sagete.
Wâlwein niht gedagete
- 2405
- "ich enweiz niht mæres wan guot
und hân ein vroelîchen muot
und einen lieplîchen wân,
daz ich iuch nu funden hân.
iwer tugent hoer ich loben genuoc,
- 2410
- sît ir der Lînieren sluoc,
dâ ir begiengent ellens kraft.
nu vernement mîne botschaft.
iu hât enboten verre
der künec Artûs mîn herre
- 2415
- und al diu massenîe sîn
und ze vorderst diu künigîn,
daz ir si geruochent sehen.
ich wil iu wærlîche jehen,
ob ir dar kêret,
- 2420
- ir werdent wol geêret
von rittern und von vrouwen.
ir mugent dâ manec dinc schouwen,
des iuch niht darf erdriezen.
ouch sulnt si geniezen
- 2425
- wider iu ein teil der reise mîn,
sît ich ir aller bote muoz sîn.
Dô sprach der vremde ritter sân
"herre, ezn wær niht wol getân,
daz ir mich mit disen dingen
- 2430
- ze mære woltent bringen.
ob ich alsus mit iu füere,
swer daz sæhe, der geswüere,
deich iwer gevangen wære.
ouch wiss ich gerne ein mære,
- 2435
- ob es iuch niht verdrüzze,
war an iwer der künec genüzze,
solt ir ein sô übel herre sîn,
daz ir mich über den willen mîn
ihtes betwingen woltent.
- 2440
- dêst wâr ir ensoltent
wider mich die rede niht hân getân.
daz ich iuch hiut gegrüezet hân,
daz ist immer mîner leide ein."
dô sprach der stolze Wâlwein
- 2445
- "ez ist ein wîslîcher muot,
swelch degen frümeclîchen tuot,
daz ez in niht geriuwe.
ûf mîne triuwe,
daz wâren ie die sinne mîn."
- 2450
- "herre, lât die rede sîn"
sprach der vrowen vartgenôz:
"wan mich nie nihtes sô verdrôz
sô guoter rede âne werc.
wært ir groezer danne ein berc,
- 2455
- ich müest ê mit iu strîten,
dan ich iender wolte rîten
wan dar mich mîn vrowe hieze.
ich fürhte, si verdrieze
der mære der wir hân gesaget."
- 2460
- "entriwen nein ez" sprach diu maget:
"ez ist billich unde reht,
daz ein ieglîch guot kneht
sîne botschaft sô bewende,
daz er wizze an ein ende,
- 2465
- wie er antwürt oder wes."
Wâlwein genâdet ir des
und vienc sîn rede wider an.
er sprach "gedenkent, frumer man,
swer mînes herren hof niht siht,
- 2470
- der enist vollekomen niht
in allen disen landen."
"nu weset niht enblanden;
daz verdiene ich gerne ze aller zît:
jo enweiz ich niht wer ir sît"
- 2475
- sprach der ritter vonme-Sê.
"ich bit iuch, unde nihtes mê,
lât mich mit mîner vrowen varn
und müez iuch der rîche got bewarn,
wan ich enwil mit iu niht.
- 2480
- geloubet mir einer geschiht:
ich enmac ze Britân nimmer komen
ê ich andriu mære habe vernomen."
dô sprach der ritter, der in luot
"war umbe, herre? da ist doch guot.
- 2485
- sî ez mîner vrowen wille,
sô swîgent eine wîle stille
und lânt mich reden fürbaz.
ir sprâchent niwelingen daz,
ir enwistent wer ich wære.
- 2490
- möht ich nu mîniu mære
iht gebezzern dar an,
sô bin ich ein der man,
der sich iu nennet âne schame:
Wâlwein sô heizet mîn name,
- 2495
- des küneges Artûs swester barn,
und bin durch guot nâch iu gevarn,
oder mich triuget mîn wân.
ob aber ich vermisset hân,
daz ir sît ein ander wîgant,
- 2500
- daz ich dan mîn helm ie ab gebant,
daz ist mir inneclîche leit,
wan ir hântz lîht für zageheit."
Des was der stolze ritter vrô
und dâht in sîme muot alsô
- 2505
- "hie bin ich êrst zuo komen
eim ritter biderm unde vromen.
ichn gehôrt nie nieman baz geloben
und wolte namelîchen toben,
ich enversuochte mîne kraft.
- 2510
- und wird ich an im sigehaft,
des hân ich immer mêre
beidiu prîs und êre.
ob ab er mir an gesiget,
daz ist daz mich unhôhe wiget
- 2515
- und ist ouch wunder enkein."
er sprach "lieber her Wâlwein,
ich wil iu sagen mînen sin.
ir endurfent ruochen wer ich bin.
ir hânt mich lîhte unrehte ersehen.
- 2520
- sît iu sô leide sî geschehen,
daz ir den helm hânt abe genomen,
sô mugent irs schiere wider komen.
nement den schilt und iwer sper.
ich wil erteilen, daz er
- 2525
- gunêret sî immer mê,
swer disses strîtes abe gê."
Der rede schamte sich der bote.
er begunde vlêhen gote,
daz er im sîn êre behuote.
- 2530
- er sprach "mir wart nie ze muote,
daz ich ein man iht entsæze,
swie vil er sich vermæze.
ouch möht mîn vrowe wol jehen,
die wir hie gegenwertic sehen,
- 2535
- daz ich wær ein hellezage.
geloubent mir daz ich iu sage,
ê ich entwîche einen fuoz,
daz ich ê zwâre sterben muoz."
Wâlwein den helm ûf bant
- 2540
- und nam ouch sînen schilt zehant:
ze strît er sich bereite.
sîn vîent ouch niht beite,
er enwarnete sich dergegen.
von nîtlîchen sporslegen
- 2545
- begundens d'ors biuschen.
dô liezens dar riuschen
mit erbolgenme muote.
die degen alsô guote,
diu spêr si vaste stâchen
- 2550
- durch die schilte daz si brâchen
und zersprizzen ze unmâzen.
diu ros in ouch gesâzen
ûf die hehsen dernider.
schire wârens ûf wider,
- 2555
- als si ir herren leiten.
die ritter niene beiten,
si begunden sich sêre houwen.
daz erbarmet die vrouwen,
wan si nîtlîche riten
- 2560
- und mit sölhem muote striten,
als in beiden wære
der lîp ze nihte mære.
ouch buten si die schilte dar
und zerhiwen die sô gar,
- 2565
- daz si an in kûme gehiengen.
manegen slac si enpfiengen.
unlange si sich sûmden:
diu ros von müede schûmden
mêre dan si wærn gewon:
- 2570
- dô erbeizten si dervon
und liufen beide ein ander an,
Wâlwein und der küene man,
den des kampfes niht verdrôz.
krûtes wart diu erde blôz,
- 2575
- wan si vertrâtenz in den hert,
her slahende und hinwert,
dô si ein ander umbe triben,
wan si den swerten niht entliben,
diu si in den handen truogen.
- 2580
- si stâchen unde sluogen
ein ander nîtlîche.
Wâlwein der tugende rîche,
der gevorhte nie sô sêre
sîner weltlîchen êre:
- 2585
- er vaht ein teil mit zwîfelslegen.
do begunde der junge zuo legen:
sich iteniuwete sîn kraft.
er sluoc mit sölher degenschaft
ûf die herten ringe,
- 2590
- als fiurîn urspringe
dâ wæren ensprungen.
von den helmen drungen
di geneister, wan er balde vaht.
dô si iezuo striten in aller maht,
- 2595
- dô liuf zuo in ein garzûn.
scharlât was sîn schaprûn
und was in alle wîs sîn cleit
als eins hübschen knappen, sô man seit;
wîz hantschuohe, niwer huot.
- 2600
- er sprach ze den helden alsô guot
"ich enwil enwedern ûz scheiden,
wan ich gebiut iu beiden
von den besten vrowen, die nu lebent,
den guote liute lop gebent,
- 2605
- daz ir daz vehten lâzent stân,
des ir vil hânt getân:
wan mæzic lob dâ von geschiht,
sô ez niht wan einer siht
in dirre wilden wüeste.
- 2610
- getorste ich unde müeste,
sô valscht ich iuch vil sêre.
welt ir prîs und êre
und grôze manheit bejagen,
sô wil ich iu ein mære sagen,
- 2615
- wâ ir des vil mugent begân:
beidiu stechen unde slân,
des werdent ir vil wol bereit
nâch ritterlîcher sælikheit:
und ist ein lobelich getât,
- 2620
- swâ man iht guotes begât,
daz ez wol mugent schouwen
ritter unde vrouwen.
hoerent wi ich daz meine.
ichn sagez iu niht aleine:
- 2625
- unser sint wol hundert gesant
allenthalben in diu lant
nâch guoten rittern unde fromen.
einen turnei hât genomen
der künic Lôt-von-Johenîs
- 2630
- wider Gurnemanz den fürsten wîs,
einen tiurlîchen degen.
si hânt sich beide des verpflegen,
daz si den turnei wellen wern.
ir enweder mac enbern
- 2635
- drîer tûsent ritter oder mêr,
ân ander wîgande hêr,
die ûf minne und hôhen muot
zinsent lîp unde guot:
der wirt wætlich manic schar.
- 2640
- der künic Artûs kumpt ouch dar
mit allen di er gewinnen mac.
swer ie turneie pflac
oder nu lebet in ritters namen,
der mac sich unmæzlîche schamen,
- 2645
- swenne er disen hof verlît.
ob ir guote liute sît,
sô scheident iuch ûf selhen wân
dar nâch als i'u gesaget hân."
Do er alsus gesagete,
- 2650
- Wâlwein der unverzagete
der antwurt im vil schône
"nâch guoter wîbe lône
wil ich gewerp immer hân
und wil mîn vehten lâzen stân.
- 2655
- sît ich sô tiure bin besworn
bî allen vrowen wol geborn,
so verdient ich ungern iren haz."
der vremde ritter sprach ouch daz
"swaz mîn her Wâlwein tuot,
- 2660
- der ist sô hübsch und sô guot,
des volge ich, wan daz ist reht."
dô vrâgten si den hübschen kneht,
daz er in lieze werden schîn,
wâ der turnei solte sîn.
- 2665
- er sprach "merkent waz ich sage:
von dem næhsten mântage
dar nâch über drî wochen
ist der turnei gesprochen
ûf den Gebannenen clê
- 2670
- bî der niwen stat ze Djoflê.
ich sag iu von der selben maten.
dâ vindet menlich sînen gaten
swes sô man tuon wil,
beidiu ze ernst und ze spil.
- 2675
- vehten, rennen, springen,
loufen, schirmen, ringen,
zabeln unde kugelspil,
rotten, gîgen, harpfen vil,
und krâm allerhande
- 2680
- von alder welte lande,
daz vint man tegelîches dâ,
mêr dan iender anderswâ:
des ist der turnei dar geleit.
da ist aller slahte hübscheit.
- 2685
- daz velt ist breit unde sleht.
dar kumpt manic guot kneht
durch lop und ûf gelückes wân.
sît ich mîn hern Wâlwein funden hân,
sô bin ich wol heime.
- 2690
- daz ich in sô lancseime
hân erkant, daz ist mir zorn:
wan ezn wart nie ritter geborn
an den êren alsô stæte,
der sô gerne wol getæte."
- 2695
- Dirre betschelier gemeit
hât die ritter bereit
mære maneger hande.
Wâlwein sich des mande,
und was sîn laden aber grôz.
- 2700
- er bat der vrowen vartgenôz,
daz si gesellen wæren
unde niht verbæren
den turnei und die ritterschaft.
"diu rede ist unendehaft"
- 2705
- sprach der kindische helt:
"ob ir mirs gelouben welt,
so enmac ich ze disen zîten
mit iu niht gerîten.
daz enpfâhent niht für unwert.
- 2710
- swes anders iwer wille gert,
des sint ir an mir bereit
durch iwer grôze frümikheit.
ich sol iu dienen unz ich leben
und wil iu mîne triwe geben,
- 2715
- der êren pfant daz meiste,
daz ich iu gerne leiste
gesellenclîche stæte.
ob ich mîn dinc hæte
dar nâch gesetzet als ich sol,
- 2720
- so enmöht mir nimmer sô wol
geschehen als daz ich
mit iu rite
unde niht des vermite,
des ir an mich muoten."
sus wurben sie guoten
- 2725
- mit reiner gepflihte.
als dô Wâlwein ze nihte
enfromet sîn langiu bete,
vil hübschlîchen er tete.
do er in mit deheinen dingen
- 2730
- ze Karidôl mohte bringen,
do erbôt erm michel êre
und ouch der vrowen hêre.
mit minnen schiet er von in dan
und seite von dem vremden man
- 2735
- vil lobelîcher mære,
daz er der tiurste ritter wære,
ân alle karge liste,
den er iendert lebendic wiste.
Des wunderte balde
- 2740
- beidiu junge und alde,
man und wîp gelîche,
in des künec Artûses rîche,
daz er niht wolde schouwen
ritter unde vrouwen,
- 2745
- die zem hôhsten prîse wârn behart.
durch nieman liez er sîne vart,
ê er mit der vrowen heim reit.
dâ schein wol sîn sælikheit,
als ich iuch berihten sol.
- 2750
- man enpfienc in inneclîchen wol
und bôt ez im michels baz.
der vrowen vater liez al den haz:
er tet im durch der tohter bete
lîp guot und swaz er hete.
- 2755
- des leibt der gast ân argen zorn,
wan er was sælic geborn.
man fuor im senfteclîchen mite.
dô er gesach den lantsite,
dô marct ern alze guote.
- 2760
- eines tages wart im ze muote,
daz er den turnei wolte sehen.
sîner vrowen muost er des verjehen.
in rou daz er niht was geriten
durch hern Wâlweines biten.
- 2765
- ze der reise gert er stiure:
diu wart im untiure.
im gewan diu vrowe wol gemuot
zwei stolze ros unde guot
zuo dem sîm daz er dâ reit.
- 2770
- fünf unt zweinzic knappen wol bereit,
der enmoht er niht enbern,
mit starken wol gevarten spern.
der helt bedâhte sich enzît.
neizwie manegen samît
- 2775
- und rîche zerunge
gwan im diu vrowe junge,
wan er ir ze herzen lac.
vrowe Ade sîn wol pflac
beidiu spât unde fruo.
- 2780
- siu schict im ouch ir bruoder zuo:
der was geheizen Diepalt.
swaz uns von knappen ist gezalt,
daz ist wider in ein wint.
er was ein wîse hübschez kint,
- 2785
- mit manegen tugenden behaft,
wol gezogen und êrhaft.
ze Britân was im wol kunt.
er was ouch ze maneger stunt
bî grôzen turneien gesîn.
- 2790
- in zôch der milte Buroîn,
der herzog von dem Wîzen-sê.
dâ von wist er künste mê
dan dehein sîn genôz.
den knappen lützel verdrôz,
- 2795
- er endiente vaste
dem ellenden gaste,
der mit sîner swestr geriten kam.
swes in ze habenne gezam,
des gewan der vremde ritter vil,
- 2800
- beidiu ze ernst und ze spil.
Nu nâhete balde der tac,
ûf den der turnei gelac
mit rîcher gastunge.
dô sprach Diepalt der junge
- 2805
- zuo dem lieben herren sîn
"nu sît ir nâch dem willen mîn
und nâch mîm wâne harte wol
bereit, als ein ritter sol:
des sul wir rîten nu zestunt.
- 2810
- mir ist der wec wol kunt.
es ist zît, welt ir den turnei wern.
do enwolt vrowe Ade niht enbern,
siu enfüer mit ir gsellen.
durch waz solt ich iu zellen,
- 2815
- wie lange se wâren under wegen?
si kômen dâ si manegen degen
funden mit übermuot.
maneger pavelûne huot
sâhens vor in schînen.
- 2820
- der künec Lôt mit den sînen
der hete des veldes vil belegen
unde het sich des bewegen,
daz im nieman möhte widerstân.
diu stât, von der ich ê hân
- 2825
- geseit, Djoflê diu rîche,
in der lac schallenclîche
Gurnemanz mit sînen gomen.
im was manic ritter komen,
muotwillære und gesellen.
- 2830
- von dem künec Artûse lânt iu zellen
und von den sînen, der er pflac.
ûf eime schoenen bühel er lac,
einsît an dem velde.
ez schein an sîm gezelde
- 2835
- sîn tugentlîchiu hôhvart.
swaz uns ie gesaget wart
von pavelûne rîcheit,
so endorfte mit der wârheit
nie kein bezzere werden
- 2840
- geworht ûf al der erden.
Dô sich der hof mêrte,
Diebalt für kêrte
zeime sînem kunden.
er gewan ze den selben stunden
- 2845
- ein herberge inme palas,
der vornen in der bürge was,
ze gemache in alle wîs gelegen.
dâ erbeizte unser degen
und diu vrowe wol getân.
- 2850
- ir sult daz wizzen sunder wân,
ir reise enwær niht guot vermiten.
nu ist Diepalt ûz geriten
und vrâgete mære schône.
dô was ez nâch der nône.
- 2855
- engegen der vespereide
riten über jene heide
dort zwêne, dâ her drî.
etslich tôre was dâ bî
und manege die des gerden,
- 2860
- daz si âne wolten werden
ir sper gefuoclîchen.
do begunde wider strîchen
Diepalt mit sînen mæren.
ern moht niht erværen
- 2865
- sînen herren vermezzen,
wan er was ûf gesezzen,
dô in belanget der zît.
er het ein grüenen samît
ze einer banier gemaht.
- 2870
- mit dem selben was bedaht
ouch sîn ros dem küenen.
er het ein krâmschilt grüenen
durch die unkünde genomen.
nu sach er Diepalden komen:
- 2875
- dem begegent er an der strâze,
mit knappen guoter mâze,
die etwaz wolten bejagen.
der knappe begunde im sagen
von den gesellescheften.
- 2880
- "irn sulnt iuch niht beheften,
ê daz irz allez hânt bekort.
der künic Artûs lît dort
mit al der massenîe sîn.
di vermîdent, dêst der rât mîn:
- 2885
- wan dâ ist kraft und manheit."
der vremde helt dô für sich reit
dar im was widerrâten.
nu losent, wie si im tâten.
Als in diu massenîe ersach,
- 2890
- Keiîn güfteclîchen sprach
"ob irs alle wellent jehen,
sô hân ich einen gouch ersehen,
der gegen uns ûf warf sîn sper.
nu tuont ein wênic des ich ger,
- 2895
- büezt mit mînen gelust
und erloubent mir die êrsten just.
ich wil den tumben bestân.
lânt mich daz ros vor ûz hân.
swenn ichz im abe gewinne,
- 2900
- ich teile dan mit minne
sîn harnasch und swaz er hât."
di gesellen lobten die getât
und heten gerne doch gesehen,
wær im ein unêre geschehen,
- 2905
- wan er sich spottes an nam,
der nie stæten man gezam.
Her Keiîn ûf sîn ors gesaz
und hiu ez ie baz unde baz.
er vorht, der vremde wancte,
- 2910
- der im doch engegen sprancte.
er stach hern Keiînen sô,
daz im die füeze harte hô
ûf ze berge kaften
und dem zalehaften
- 2915
- daz houbet gein der erde fuor.
ez was ein horwigez muor,
dâ diu just zem êrsten geschach.
durch des truhsæzen ungemach
wart ez dâ namelîch erhaben,
- 2920
- wan er viel in einen graben,
daz imz hor durch die ringe dranc.
beidiu der val und der stanc
heten in getân vil nâch enwiht.
dô lachten von der geschiht
- 2925
- alle di ez gesâhen.
sîn gesellen ouch des jâhen,
daz si in des teiles liezen vrî.
nu was ouch Diepalt dâ bî,
der wol sîns herren goumde:
- 2930
- daz frömde ros er zoumde,
daz der arcsprechende reit.
doch was sumelîchen leit
Keiînes schumpfentiure.
ein dietdegen tiure,
- 2935
- der was hübsch unde snel,
der hiez Iwân-de-Nônel,
der kêrte von den sînen dan
und rant den jungen ritter an
und fuor ein teil unschône.
- 2940
- dâ von wart im ze lône,
daz in der vremde ritter stach,
daz man in verre vallen sach
von dem rosse unwerde.
er kom alsô zer erde,
- 2945
- als er niht beine hæte.
dô sprach der êren stæte,
Artûs, der künic rîch,
"dirr ritter wil uns alle gelîch
ze grôzeme laster bringen.
- 2950
- möht im misselingen,
daz wurb ich gern in allen wîs."
dô sprach der marcgrâve wîs,
des hûs stuont bî der Lîle,
"mir ist hiut alle wîle
- 2955
- ditz laster und der schade zorn.
wir hân zwei guotiu ros verlorn.
gevâh ich in, diu giltet er."
dâ mite warf er ûf sîn sper
und sprancte von den sînen.
- 2960
- dô liez aber schînen
der grüene ritter, wer er was.
er stach ouch disen ûf daz gras,
der ê sich dâ übr in vermaz.
Diepalt sîn selbes niene vergaz:
- 2965
- als igelîch ritter nider kam,
zehant er daz ros nam
und fuort ez balde sînen wec.
dô daz gesach der milte Erec,
dô tet er als ez im gezam:
- 2970
- den schilt er ze halse nam
und ein gezimieret sper.
Diepalt brâhte ouch einz dâ her:
daz enpfie sîn herre küene.
der schaft was ouch grüene,
- 2975
- dem andern wâfen gelîch.
dô sprach mennegelîch
"swie ez her nâch ergât,
dirre grüene ritter hât
daz beste hînaht getân.
- 2980
- mac er Erecke vor enthân,
entriwen sô ist er niht sô swach,
alsô in Keiîn ersach."
Hie mite liezen si diu wort
und kaften wider unde vort,
- 2985
- wie ez ergân solde.
Erec niht beiten wolde,
wan er grôzer liste wielt.
den zoum er zuo ime hielt
und lie sîn ros ensprungen varn.
- 2990
- des begunde der grüene ritter warn
und was im ernst unde gâch.
si kômn ein ander sô nâch,
daz si diu sper stâchen
durch die schilte daz si brâchen
- 2995
- und gesâzen beide vaste.
Erec und dem gaste
brâht man zwei anderiu sper.
den vremden dûhte daz er
ze sanfte wære dar komen.
- 3000
- die zwêne tiurlîche gomen
die begunden justieren,
sunder faylieren,
biz si zehen sper vertâten
wider ein ander und doch hâten
- 3005
- dar zuo geslagen manegen slac.
do enwolt Erec fil de roi Lac
dar niht mêre, ist uns geseit.
der künic Artûs dô reit
und sprancte mit den sînen dar.
- 3010
- des nam der grüene ritter war
und entweich in sîne lezze wider.
mîn her Wâlwein kom sider,
der ie mit tugenden was behaft.
er was schowen die ritterschaft.
- 3015
- als schiere man in liez enstân,
wiez sînen gesellen was ergân,
des antwurt er zehant
"daz ist der selbe wîgant,
von dem uns dicke ist gesaget,
- 3020
- der sô manegen prîs hât bejaget.
ûf der erden lebet niht sîn gelîch:
er ist küene nnd aller sælden rîch."
Si lobten alle sîne maht.
noch dô vor der selben naht
- 3025
- bejagete sich der küene
mit sîme schilte grüene
ûf dem velde in alle wîs,
daz er êre unde prîs
ze herbergen brâhte
- 3030
- und man sîn sît gedâhte
ze aller slahte frümikheit.
Wâlwein vorschende reit
zuo den vremden gesinden:
er wolte gerne bevinden
- 3035
- den helt an tugenden ûz genomen.
swar er danne was komen
zuo den rittern, sô sprâchens ie
"er was niuwelingen hie
und hât uns grôzen schaden getân.
- 3040
- im enkan nieman vor enthân.
er würket vreislich inban
und ist ein unmüezec man.
swie ez morgen gevar,
er hât vil nâch ir êre gar,
- 3045
- die hînaht ûz kâmen
und schilt ze halse nâmen."
Ez was alsô ergangen,
daz er hete gevangen
niht wan einen stæten helt,
- 3050
- von dem uns dicke ist gezelt,
daz er ein der tiurste wolte sîn,
mit den liehten schenkeln her Maurîn.
den vienc er niht wan umbe daz,
daz man wiste dester baz,
- 3055
- daz er mêr wol hete getân.
den gevangen sant er sân
sîner vriundîn reine.
der gewin was ouch niht kleine,
den sîne knappen nâmen,
- 3060
- sô die ritter nider kâmen,
die ir herre von den rossen stach.
sînen schilt man wol zerhowen sach,
dürkel in manic ende.
daz der ellende
- 3065
- sô manic sper brach enzwei
und doch von dem turnei
mit êren fuor und âne verlust,
daz er begie sô manege just,
michel wunder dâ geschach,
- 3070
- wan er dâ vor nie gesach
vier man mit ein ander strîten.
nu sul wir in lâzen rîten
ze herberge unz morgen fruo,
und sehent danne waz er tuo.
- 3075
- Ze ruowe schuof er sîn gemach.
nu merkent rehte wie er sprach
"sît nieman weiz, wer ich bin,
sô ist daz harte wol mîn sin,
daz ich mîn gewerp nieman sage.
- 3080
- Diepalt, morgen als ez tage,
sô brinc mir einen schilt wîz.
dar zuo brüeve in allen vlîz
ein banier wîz von sîden.
du ensolt daz niht vermîden,
- 3085
- mîn wâfenroc sî alsâm."
Diepalt ein wîzen samît nam
und macht ein kovertiure guot.
er was hübsch unde fruot,
wan im êre wol behagete.
- 3090
- morgen als ez tagete,
dô het erz allez bereit
ze rehter gelegenheit
nâch sînes herren gebote.
nu bevalch sich dem rîchen gote
- 3095
- der wîze ritter vrüeje,
daz er im vor aller müeje
des tages behuote sîn leben.
dar nâch hiez er im geben
einen turneischen imbîz:
- 3100
- wan im stuont aller sîn vlîz
an justiern und an strîten.
er begunde ûz rîten
da er sîner ougen wünne sach,
sô jener disen nider stach.
- 3105
- daz was im vil genæme.
wenne der grüene ritter kæme,
des warte manic helt gemeit.
der wîze dô niht enbeit,
er nam dem grüenen gar daz wort
- 3110
- und kêrte wider unde vort
da er hôrte kroigieren.
er begunde justieren
und machte satel lære.
als es vermisset wære,
- 3115
- sô stach er manigen dernider.
wer solte setzen sich derwider,
wan sîn gelücke nie vergaz?
man sprach den wîzen ritter baz
danne man dâ ieman tete,
- 3120
- wan er wol geriten hete.
Er stach manegen ûf daz gras
und enruohte wer in ûf las.
ern wolt des morgens nieman vân.
beidiu an stechen und an slân
- 3125
- het er sînen vlîz behart,
unz er ein teil müede wart.
dô wolt er eine küele vân
und etslîche ruowe hân
und kêrt ûf eine plâne.
- 3130
- dâ lac von Tumâne
grâve Ritschart ein milter helt.
hundert ritter ûz erwelt
die heten under in gesworn
und in ze herren erkorn,
- 3135
- daz si under sîner banier riten.
dise heten alle wol gestriten
und wârn ouch sêre geslagen.
in was in den zwein tagen
gevangen zweinzic ritter abe.
- 3140
- des was ir vreude und ir habe
deste minner, sô si jâhen.
als die unsern friunt gesâhen,
daz im daz houbet bar was,
dô luodens in an daz gras.
- 3145
- ûf sprungens alle gelîche
und schanctn im minneclîche
in eime kopfe guoten wîn.
er muost in willekomen sîn,
wan si sageten im ze mære,
- 3150
- daz ir rede niht anders wære
wan daz si alle mit ir künsten
sînes lîbes wünsten.
si sâhn in zwischen den scharn
des morgens ritterlîche varn:
- 3155
- des was ir dienst im gereit.
schiere was ouch im geseit
ir schade und ir geverte.
dô sprach der unverherte
an lîbe und an den êren
- 3160
- "welt irs iuch niht behêren,
sô lânt mich iwern gesellen sîn.
ich ziuhe ez ûf die sælde mîn,
daz ich iu gerne wil gestân.
got lâz ez uns ze heil ergân."
- 3165
- Des wârens alle samet vrô.
grâve Ritschart hiez dô
ein vremde banier binden an.
nu sâzen ûf der küene man
und genuzzen ir gesellen:
- 3170
- wan der begunde vellen
die vînde strôdicke.
er sluoc, daz fiures blicke
hôhe von den helmen vlugen.
swâ die sîne hin zugen,
- 3175
- dâ zoumdens unde nâmen.
sô si wider ûz kâmen,
sô was in spotes âhte
der niht wan einen brâhte.
er sluoc sô sêre den man,
- 3180
- daz er sich lützel versan,
war man in treip oder zôch.
den wîzen ritter maneger vlôch,
der anders küene was genuoc,
wan er sô nîtlîche sluoc.
- 3185
- alle ervorhten sie daz.
des tages im nieman vor gesaz,
der im ze rosse widerreit,
niht wan Karjet, sô man uns seit:
der gesaz im zeime stiche.
- 3190
- wie schiere er von im striche,
des endarf nieman vorsche hân.
er enwolte sîn niht mêr bestân.
daz was ein michel wîsheit.
als im Karjet entreit,
- 3195
- dô bestuont in zehant
ein herzoge wîte erkant,
der wolte prîs an im bejagen.
er was von Wâlest, hôrt ich sagen.
den übersluoc der wîze
- 3200
- und warp mit allem vlîze,
daz er den fürsten gevienc.
als schiere daz ergienc,
den antwurt er sîner vrouwen.
daz si wol möhte schouwen,
- 3205
- daz er an si gedæhte.
als ez dem âbent næhte,
dô schuof der wîze ritter daz,
daz grâve Ritschart fürbaz
über hundert ritter drîzec vie,
- 3210
- als diu naht ane gie:
die antwurt man Diepalde,
beidiu junge und alde,
durch sînes herren êre.
doch nam er ir niht mêre
- 3215
- wan als ez guot was getân.
di gesellen wolten ouch enstân,
wer der wîze ritter wære.
der recke sprach "ditz mære
wirt iu sô lîhte niht gesaget.
- 3220
- morne fruo, als ez taget,
kum ich gerne, sol ich leben.
dâ mite lânt mich got ergeben
und mit iwern hulden rîten."
die sporn satzt er ze sîten
- 3225
- und reit ze herbergen.
daz tet er niht durch bergen
wan daz in dûhte ein schande,
daz ern selbe niht erkande.
ern wolt ze rede werden niet.
- 3230
- mit urloube er dannen schiet.
und wizzent wol, swie gern er vaht,
er gewan ein wünneclîche naht.
An dem driten tage fruo
dô reit manic banier zuo
- 3235
- ûf daz velt ze Djoflê.
grâve Ritschart, von dem ich seit ê,
der wânde vinden vil bereit
sîn âbentlîche sælikheit.
durch daz huop er die ritterschaft
- 3240
- mit starker übermüete kraft:
wan im was wol gelungen.
die schilte für sich twungen
beidiu die sîne und ouch er.
si zerstâchen manic sper
- 3245
- und riten sô daz nieman baz.
dâ von wart im ouch gehaz
Wâlweines vater, der künic Lôt.
sînen rittern er gebôt
und bat daz wurde gerochen
- 3250
- daz sime vil abe gebrochen
des âbendes hâten.
als daz wart gerâten,
dô was ir vil die des geswüeren,
daz si wânden besnüeren
- 3255
- den schädelîchen wîzen degen.
als es dem künege was verpflegen,
des wart ein puneiz erhaben,
niht verre von dem burcgraben,
des liehte helme wurden schart.
- 3260
- do verlôs grâve Ritschart
sîner geselln ein michel teil:
den liez man niht sô vil ein seil:
des wart der grâve erbliuget.
ob uns daz liet niht liuget,
- 3265
- so enthielt sich mit müezikheit
der von dem uns ist geseit,
des schilt gester wîz was
und dâ vor grüene als ein gras.
der fuorte hiut als er gebôt
- 3270
- ein banier und einen schilt rôt,
und ist ander sîn gezoc,
kovertiur und wâfenroc,
ein saben rôt von golde.
dô tet er als er solde:
- 3275
- sîner triwe er niht vergaz.
ûf sîn ros er gesaz,
daz er brâhte von dem mer.
er reit ûz in daz her,
daz er niht ê erwant,
- 3280
- ê er grâven Ritscharden vant.
der claget im sîn ungemach.
der rôte ritter dô sprach
"wol dan! versuochen waz wir megen
getuon mit stichen und mit slegen."
- 3285
- dâ mit liezens strîchen dar
ûf die dickesten schar,
dâ man die meisten herte vant.
dâ was der turnei als ein want
stênde worden gein in.
- 3290
- des nâmen grôzen gewin
die mit dem rôten ritter riten,
wan si baltlîche striten,
sô daz die vînde wichen.
manegen si bestrichen,
- 3295
- der sô sêre was geslagen,
daz er muoste verzagen.
Hie vie Ritschart der helt
ahtzehen ritter ûz erwelt,
und riten aber anderswar.
- 3300
- ob ich ez iu gesagen tar,
swâ der degen milde
mit dem rôten schilde
hin mit den sînen sprancte,
daz her von im wancte
- 3305
- als cleine vogele von dem arn:
di enwænent niender sich bewarn
ê si erstieben in die hecke.
unser helt der was ein ecke
und ein guot urliuges tür.
- 3310
- swen er gevazte für,
der enwânde nimmer genesen.
ê ez miter tac mohte wesen,
dô wâren sîne gesellen rîch,
die êdes grôzen beswîch
- 3315
- vor sîner künfte dulten:
vil wol si geschulten
den nît der nieman lâge wert
wan der tugende und êren gert.
Nu hoerent, lânt iu zellen
- 3320
- von unserme gesellen.
der turnierte balde,
unz beidiu junge und alde
marcten sîn gebære
und wurden im gevære.
- 3325
- des wart dâ schaden vil genomen.
nu was ein ander fürste komen
durch gewin ûf die selben maten:
der het gerech ze allen staten
zweihundert ritter wol gemuot:
- 3330
- er selbe was ein degen guot
und was des grâven künne.
dô er gesach die wünne
und die grôzen sælikheit,
swa der rôte ritter hin reit,
- 3335
- daz ez allez was verlorn,
dô reit der fürste wol geborn
zuo dem grâven unde baten,
daz si stüenden ze staten
ein ander mit ir banieren zwein.
- 3340
- dô wart des Ritschart enein,
daz ez in daz beste wære.
wan ez was ein ellich mære
und retten al die ritter daz,
daz ez der vremde tæte baz
- 3345
- dan ieman ûf dem velde,
und vermârt in ouch Melde,
daz ez allez ein man solte sîn
der in den tagen allen drîn
sô manegen het erschellet.
- 3350
- nu hât er sich gesellet
und rît den vînden nâhen bî.
dâ zoum in derder from sî.
Hie wart gestochen und geslagen,
daz man ez lange möhte sagen.
- 3355
- si gemischten sich in beide sît.
ûf gewin und ûf nît
vlizzen sich die snellen.
man hôrte lûte schellen
slege und schefte brechen
- 3360
- und sach dernider stechen
manegen tiurlîchen degen.
diu ros liufen an den wegen
irre und herren lære.
ich sage iu daz ze mære,
- 3365
- daz unser helt bejagete
den prîs von deiz tagete
unz ez verre naht wart;
und vie grâve Ritschart
guoter knehte als vil,
- 3370
- daz ich ez iuch verswîgen wil:
man geloubt mirs lîhte niht.
nu gefuocte sich daz von geschiht,
daz Wâlwein der küene man
und unser vriunt ein ander an
- 3375
- geranden unde stâchen,
daz in diu sper brâchen,
und vâhten wol. des was niht lanc,
ê man die degen underdranc.
des muoste maneger komen ze nôt.
- 3380
- dô sach der milte künec Lôt,
wie sêre der rôte ritter sluoc.
sîn baldez ellen in dar truoc,
daz er ein sper ûf im zerstach.
der vremde sich alsô gerach,
- 3385
- deiz im niht stuont vergebene.
er marct in ûz vil ebene
und greif im in den zoum sîn.
hie solt êrst werden schîn,
wie lieb ein frumer herre sî.
- 3390
- die sîne wârn im nâhe bî,
mit triwen, âne valschen wanc.
dô wart der groeste gedranc,
dâ von ich ie gehôrte sagen.
welch ritter solte dâ verzagen,
- 3395
- dô der künic was in nôt?
dô wart von bluote harte rôt
manic ros unde man.
der vremde ritter began
slahen sô vreislîchen,
- 3400
- daz im muose entwîchen
an swen er sich bekêrte.
sîn sælikheit in êrte,
daz ez im sô wol ergienc,
daz er Wâlweines vater gevienc
- 3405
- und zôh in von den sînen dan.
als daz der êren gernde man,
der künic Artûs bevant,
dô kom er rûschende zehant
und begund die unser bestân.
- 3410
- dô wart dâ êrst wol getân.
wan iu ist ofte geseit,
wie wol diu massenîe reit,
der Artûs der künic wielt.
doch dês al ein, hie behielt
- 3415
- unser helt daz beste wort,
wan er vil het gewort
über al die ritterschaft.
er tet sô vil mit sîner kraft,
daz sô maneger wart geletzet,
- 3420
- daz dervon wart ûf gesetzet
der turnei, der noch siben tage
solte weren nâch der sage,
als er was ûz gesprenget.
waz touc daz mære gelenget?
- 3425
- diu ritterschaft sich zerlie.
nu gehôrent ir nie
sô manege vorsche sô dâ wart,
wâ der grâve Ritschart
und der guoter ritter wære.
- 3430
- dô saz der êrbære
in des grâven zelde.
er enwolte von dem velde
in die stat ê niht komen,
ê daz er hæte vernomen
- 3435
- mære maneger hande.
den künic Lôten er sande.
sîner vrowen durch ir êre.
er twalte dannoch mêre,
unz in gesach manic schar.
- 3440
- durch hübschen ritens alle dar
als zeiner juncvrouwen.
der künic Artûs muos in schouwen
ze diu daz ern erkande,
den helt, der sich niht nande.
- 3445
- Wâlwein mit sîme herren reit
und manic ritter gemeit:
die wurden alle enpfangen wol.
swaz man von spæhen mæren sol
deweder singen oder sagen,
- 3450
- der muoz ich vil von in verdagen,
wan einz, daz lânt iu zellen:
unserme gesellen
dem bôt man grôze werdikheit.
Wâlweine wære ouch liep geseit,
- 3455
- war sîn vater wære komen.
"geselle, sît got willekomen!
ich zeige'n iu vor dirre naht "
sprach der helt der gerne vaht.
si wâren beide ein ander vrô.
- 3460
- der künic Artûs luot in dô
hin heim, den vremden jungelinc.
"herre, mir stânt mîniu dinc
sô niender" sprach der helt balt.
dô wære in allen liep gezalt,
- 3465
- wie ez umb sîu sache möhte gestân:
wan er was sô wol getân
und schoener zühte rîche
und gebârte minneclîche,
daz im ze keinen stunden
- 3470
- die liute niene kunden
verzîhen der ougen.
über lût noch tougen
gewarp er valschlîchen nie,
dâ von ez im doch wol ergie.
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