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- V r o w e n d i e n s t
E r s t e r D i e n s t
( 8 - 1 3 8 9 )
Jugendgeschichte
(Strophe 8 - 45)
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- 8
- Dô ich ein cleinez kindel was,
dô hôrt ich ofte, daz man las,
und hôrt ouch die wîsen sagen,
daz niemen wol bî sînen tagen
- 5
- erwerben möhte werdecheit,
wan der ze dienest wær bereit
guoten wîben sunder wanc:
die heten hôhen habedanc.
- 9
- Die wîsen hôrt ich sprechen sô,
daz niemen wære rehte frô
noch in der werlte wolgemuot,
wan der ein reine vrowen guot,
- 5
- diu wol von tugenden hiez ein wîp,
hete liep als sîn selbes lîp:
daz heten alle die getân,
die gern êre wolden hân.
- 10
- Dô ich daz hôrt, ich was ein kint
und tump, als noch die jungen sint,
so tump, daz ich die gerten reit;
und gedâht doch in der tumpheit:
- 5
- «sît daz die reinen süezen wîp
sô hôhe tiurent mannes lîp,
sô wil ich dienen immer mê
den vrowen, swie so ẹz mir ergê.
- 11
- Lîp, guot, muot und dar zu daz leben
wil ich den vrowen allez geben
und dienen, als ich beste kan.
und wird ich immer zẹ einem man,
- 5
- mîn dienst muoz an in geligen,
dâ mit verderben oder gesigen:
ich wil in immer dienend sîn.»
sus riet mir daz herze mîn.
- 12
- In den gedanken, daz ist wâr,
wuohs ich unz in daz zwelfte jâr,
ich gedâhte her, ich gedâhte hin
nâch mînes jungen herzen sin.
- 5
- mit vrâge fuor ich durch diu lant,
swâ iemen werde vrowen vant,
der site, der lîp, der muot, der tugent
erfuor ich gar in mîner jugent.
- 13
- Swer lop von guoten wîben sprach,
dem sleich ich allez smilend nâch;
ir lop daz tet mir alsô wol,
daz ich dâ von wart vreuden vol.
- 5
- mir tet vil manic wîser munt
ir lop und ouch ir ere kunt:
sie lobten jene, sie lobten die,
sie lobten dort, sie lobten hie.
- 14
- Ir aller lobes vernam ich vil:
von einer ich doch sagen wil.
der lop was in die hœhe komen;
ir lop sich heten an genomen
- 5
- die besten gar über elliu lant.
swem rehte wart ir tugent bekant,
und kunde der iht tugende spehen,
der muost ir hoher tugende jehen.
- 15
- Si was zer besten ûz erkorn,
si was von hôher art geborn,
sî was schœne, sî was guot,
sî was reiniclîch gemuot,
- 5
- sî was kiusche, senfte gar,
sî was minneclîch gevar:
von ir vil tugende wart vernomen:
si was an tugenden gar volcomen.
- 16
- Man lobt si hôhe, daz was reht.
ich was der selben vrowen kneht
vil nâch unz in daz fünfte jâr;
daz ich iu sage, daz ist wâr.
- 5
- mîn ougen kunden nie ersehen
an ir unwîpheit noch erspehen,
si was ouch zẹ allen zîten guot,
in wîbes zühten wol gemuot.
- 17
- Dô sprach mîn herze wider mich:
«guot vriunt, geselle, wil du dich
für eigen einer vrowen geben
und ir ze dienest immer leben,
- 5
- daz sol disiu vrowe sîn:
daz rât ich ûf die triwe mîn;
diu ist gar allez wandels vrî:
der sül wir sîn mit triwen bî.»
- 18
- «Ich volge dir, herze, swes du wil.
doch ist uns beiden gar ze vil,
daz wir ir dienen umb den solt,
den man von guoten wîben holt.
- 5
- jâ ist diu guote vrowe mîn
vil hôher denn wir beidiu sîn,
si ist ze hôhẹ gar uns geborn:
des mac der dienst werden vlorn.»
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