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B  I  B  L  I  O  T  H  E  C  A    A  U  G  U  S  T  A  N  A
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  Paul Rebhun
um 1500 - 1546

 
 
   
   



Ü b e r   S p r a c h e ,
V e r s b a u   u n d
d r a m a t i s c h e   F o r m


Zitate aus
Rebhuns Werken


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Ihr lieben Deudschen / so ihr achten werd
Das auch eur sprach gezirt werd / und gemehrt
So last euch gfallen solcherley geticht
Die neben anderm nutz / auch drauff gericht,
Das deusche sprach werd gschmuckt / und reich gemacht.
      Vorwort zur deutschen
      Pammachius-Bearbeitung



Plan einer
deutschen Grammatik:


Porro Tuam prudentiam latere nolo, me instituisse, non solum de rythmis condendis praeceptiones edere, sed totam germanicam linguam grammaticis regulis inclusam, sed regulis latino sermone pro literatis tantum hominibus conscriptis aliquando in publicum emittere.
      Brief an Stephan Roth,
      den Stadtschreiber von Zwickau
      vom 7. April 1543


[Die] Grammatica / welche ich auff die deüdsche sprach / wie diese durch gwisse Regel in rechte art und analogiam gefasset / und auch darinn müg erhalten werden / hab gestellet aber noch nicht volendet / zum teil aus grosser verhinderung meiner andern nötiger amptsgeschefften / zum teil / das ich noch mit mir im zweiffel stehe / ob unsere teütschen / diss werckh werden zu danck annehmen / und zu bes[A5v]serung der sprach / auch zu erhaltung des feinen artigen unnd hochberedten der teüschen zungen / unsers lieben Vaters Doctor Martin Luthers ausgelassener teuscher schrifften (da hin diese Grammatica fürnemlich gericht) werden gutwillig gebrauchen wollenn.
      Vorwort zur
      Susanna (1544)



Reform der Metrik

Damit mir nu sölches nicht ferner widerfahre / wil ich auch dissmal allein so viel zum bericht anzeigen / das mir meine rheym / so lenger / oder kurtzer / denn acht sylbicht erfunden werden / nicht in eim traum endfaren / sonder mit gutem bedacht / und gewisser ursach / also von mir gestelt / auch mit sölchem vleis abgemessen sind / das / wie der erste rheym einer jeden Scene ist / also in sölcher mass und zal die volgenden rheym der selben Scene alle sind / Und hab nicht ein unbesunnen gemeng langer / und kurtzer reyhm in einerley Scena zusam geschleüdert / so fern sie im druck unverrückt bleiben. Das ich aber nach gelegenheit des handels etzlichen Scenis kurtze / etzlichen lange rheym zugeeygendt / davon ist on not hie rechenschafft zu geben.
      Vorwort zur gemehrten
      und gebesserten Ausgabe
      der Susanna von 1544


Was die reym belanget ist zu wissen / das so offt in diesem gesprech die person / also offt in reymen die zal / vnd der accent sich verendert / vnd welcherley art der reym ist / also seind auch alle andere biss zum wechsel der person / auff das es nicht ein vnordentlich gemeng / langer vnd kurtzer reym durch einander sey / sondern sein gewiss zyl vnd anfang hab / Wo es aber anders / denn itzt gemelt / etwo befunden / ist es on mein schuld / Das nicht einerley reym von acht silben durchaus gemacht / hat die vrsach / das meins achtens nicht vnbequem ist / inn solchen langen getichten ein veranderung zu behalten.
      Vorrede zur Klag
      des armenn Manns


... vnd mancherley vers zu gebrauchen nach der Lateiner art / die sie halten in Metris Trochaicis / vnd Iambicis / welchen die deutschen reym etzlicher mass gemess seind.
      Vorrede zur Klag
      des armenn Manns


... eine gewisse anzahl der silben ... zu halten / auch nicht wider den accent zu stolpern.
      Nachschrift zur
      Hochzeit zu Cana


An die Deudschen Tichter und Leser.


Über die Einteilung des Dramas
in Akte und Szenen:


Was die austeylung des Spiels in Scenas, vnd Actus betrifft, wie wol es bey vns deudschen nicht fast bsonder not ist, indem den Latinis nach zu folgen, hab ichs doch geteilt, so viel die materi hat leyden wollen. Wer etwas mangel dran hat, mag es teilen seins gefallens, on all meinen zorn und widerred.
      Vorwort zur
      Hochzeit zu Cana



Marginalien zu Textstellen,
die vom Bibeltext abweichen:


Hac scaena cum sequenti extra argumentum admixta est, ad depingendam iudicum iniquitatem.
      Susanna, erste Szene
      des zweiten Aktes


Umb gelegenheit des reyms willen seind andere baum hie genennet denn im text stehen.
      Susanna, Vers 281
      des fünften Aktes


Warauff dis spiel am meisten geht,
So wisset, das hierein ist bracht
Wie Christus hat aus wasser gmacht
Zu ehrn dem ehstand guten Wein
Da er ein hochzeit gast wolt sein,
Nicht aber zwar so eigentlich
Wies dort mag habn zu tragen sich,
Dann solches man nicht wissen kan
Die weils die schrifft nicht zeiget an
Vnd nür vermeld die wunderthat
Die Christus da bewisen hat,
Drümb was daneben wird verzelt
In disem spiel, als da es meldt,
Wie das Maria sey ein mum,
Der Braut, vnd hab sie zogen frumb,
Vnd so dergleichen anders mehr
Das nür ist gsetzt zu guter lehr,
Das lass man belyben ein geticht
Vnd mach ihm niemand draus ein gschicht,
Als were ergangen alls der mast
Wie es ist spielweis hie verfast.
      Vorrede zur
      Hochzeit zu Cana



Unterscheidung zwischen
Spieltext und Lesetext:


Was er (Tobias) ihm (Bräutigam) da sagen sol, das mag man lesen zu endt des Spiels gedruckt, den spilern würds zu lang.
      Hochzeit zu Cana
 
 
 
 
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