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B  I  B  L  I  O  T  H  E  C  A    A  U  G  U  S  T  A  N  A
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  Karl Philipp Moritz
1756 - 1793

 
 
   
   



N e u e s
A . B . C .   B u c h .


( 1 7 8 5 / 9 4 )

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Das siebente Bild.
N a c h d e n k e n .

     Ein Mann sitzet an einem Tische.
     Auf dem Tische liegt ein Buch.
     In dem Buche hat der Mann gelesen.
     Der Mann denket nach.
     Ich lese in diesem Buche.
     Nachher mache ich das Buch zu.
     Dann muß ich nachdenken, was ich gelesen habe.
     Das Buch liegt vor mir.
     Das Denken ist in mir.
     Das Buch kann man mir wegnehmen.

))14((

     Das Denken kann man mir nicht wegnehmen.
     Du weißt nicht, was ich denke.
     Ich weiß nicht, was du denkest.
     Ich kann dich wohl sehen.
     Aber das Denken in dir kann ich nicht sehen.
     Der Mann am Tische denket nicht mit der Hand,
     Er denket nicht mit den Augen,
     Er denket nicht mit den Ohren,
     Er denket mit dem Geiste.
     Den Geist des Mannes kann ich nicht sehen.
     Denn der Geist des Mannes ist in ihm.

))15((
 
Das achte Bild.
K ö r p e r .

     An einem Baume hängen Aepfel.
     Ein Knabe springet an dem Baume in die Höhe.
     Der Knabe denket: die Aepfel möchte ich wohl haben!
     Wenn ich die Aepfel haben will, so muß ich springen.
     Wenn ich springen will, so muß ich die Füße in die Höhe heben.
     Wenn ich den Apfel greifen will, so muß ich den Arm in die Höhe strecken.
     Das alles denket der Knabe.
     Des Knaben Hand und Fuß kömmt nun in Bewegung.
     Sein ganzer Körper hebt sich in die Höhe.
     Den Körper des Knaben kann ich sehen.

))16((

     Aber das Denken in ihm kann ich nicht sehen.
     Was ich aber selber denke, das weis ich.
     Denn das Denken ist in mir.
     Wenn ich denke: ich will gehen, so hebt mein Fuß sich in die Höhe.
     Wenn ich denke: ich will essen, so bewegt sich meine Hand zum Munde.
     Wenn ich denke: ich will lesen, so greife ich nach dem Buche.
     Das Denken ist eine angenehme Sache.
     Ich will immer denken, was ich tue.
 
Das neunte Bild.
M e n s c h   u n d   T h i e r .

     Der Hirsch flieht in den Wald.
     Der Jäger mit den Hunden verfolgt den Hirsch.
     Der Jäger trägt eine Flinte.

))17((

     Der Jäger schießt den Hirsch mit der Flinte todt.
     Der Hirsch ist ein wildes Thier.
     Die wilden Thiere fliehen vor den Menschen.
     Der Mensch tödtet die wilden Thiere.
     Die Kräuter auf dem Felde wachsen in die Höhe, und saugen die Tropfen von Thau und Regen ein.
     Die Thiere verzehren die Kräuter auf dem Felde.
     Der Mensch verzehret das Fleisch der Thiere.

 
 
 
 
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