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Bau + Immobilie 21: Mitten drin im Entwicklungsschub?

Digitalisierungsfortschritte im Unternehmen und im Projekt

 
David Mehlich-Kirsch zeigt die konkreten Vorteile von BIM anhand eines Infrastrukturprojektes als Beispiel. Screenshot: Sonja Schön
David Mehlich-Kirsch zeigt die konkreten Vorteile von BIM anhand eines Infrastrukturprojektes als Beispiel. Screenshot: Sonja Schön
26.03.2021

Die jährliche Tagung Bau + Immobilie der Hochschule Augsburg fand dieses Jahr passend zum Thema „#Bau + Immobilie 21 - Mitten drin im Entwicklungsschub? Digitalisierungsfortschritte im Unternehmen und im Projekt“ am Freitag, 26. März 2021 im virtuellen Raum statt.

 

Prof. Christian Waibel (Hochschule Augsburg, Dekan der Fakultät für Architektur und Bauwesen) begrüßt die etwa 80 Teilnehmenden. Waibel schlägt den Bogen vom Thema der Tagung zum neuen Studiengang „Digitaler Baumeister“, der derzeit an der Fakultät für Architektur und Bauwesen im Entstehen ist.

Prof. Dr. Elisabeth Krön (Hochschule Augsburg) schaltet sich live aus dem HSA_Transmitter zu und führt mit einem Überblick „Changeprozess Digitalisierung“ ins Thema ein und präsentiert aktuelle Studien, Zahlen und Regelwerke. Krön fordert die Teilnehmenden auf, selbst erlebte Digitalisierungsprozesse zu reflektieren, insbesondere auch die Relationen zwischen Aufwand und Nutzen, und inwieweit das vergangene Jahr und die Pandemie Entwicklungen beschleunigt hat.  

Prof. Dr. Thomas Höcker und David Mehlich-Kirsch (Höcker Project Managers GmbH) erläutern den konkreten Einsatz von BIM in Infrastrukturprojekten aus Sicht der Projektsteuerung und halten dabei fest, dass BIM mit weiteren agilen Management-Methoden idealerweise Hand in Hand gehen sollte. Interessant sei dabei, „dass man wieder viel näher ans Projekt rankommt“.

Dass auch der Münchner Gasteig mittlerweile nicht ohne den Einsatz von BIM auskommt, wird von Markus Hochmuth anschaulich erklärt. Screenshot: Sonja Schön.
Dass auch die Modernisierung des Münchner Gasteig nicht ohne den Einsatz von BIM auskommt, wird von Markus Hochmuth anschaulich erklärt. Screenshot: Sonja Schön.

Markus Hochmuth (Obermeyer GmbH & Co. KG) schildert anhand zahlreicher großer Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet den konkreten BIM-Einsatz aus Planersicht beim Einsatz im Gebäude- und Infrastrukturbereich. Hochmuth freut, dass mit BIM auch wieder die Ingenieursleistung im Fokus steht. Er ist als Vorstandsmitglied buildingSmart Germany darüber hinaus seit Jahren mit Entwicklungsarbeiten zur Etablierung von BIM-Standards befasst.

Linda Mayr (Planstack GmbH) stellt fest, Digitalisierung heißt zunächst, Prozesse auf ihre Effizienz hin zu überdenken. Nur effiziente Prozesse sollten digitalisiert werden. Mayr rät zu Pragmatismus und zu „Just do it“.

Prof. Josef Steretzeder (Lindner Group KG) betont, bei aller Digitalisierung dürfe man die Mitarbeitenden nicht vergessen. Steretzeders Vortragstitel „Optimal digital“ ist eine der vier Grundvisionen des Unternehmens, in dem sich ein Vorstandsmitglied ausschließlich dem Thema Digitalisierung widmet. Die digitalen Tools sollen neues Denken unterstützen, jedoch sei es wichtig, die Mitarbeitenden im Sinne des Changemanagements mitzunehmen und das Mindset zu entwickeln. Steretzeder bezeichnet KI im Bauwesen als eine der großen Innovationen in der Bautechnologie. KI übertrumpfe menschliche Annahmen, Ahnungen, persönliche Voreingenommenheit, schafft harte Fakten und Transparenz.

Prof. Dr. Elisabeth Krön fasst abschließend zusammen und kündigt die Folgetagung im Jahr 2022 wieder auf dem Campus der Hochschule an.