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Soziale Arbeit an der Hochschule Augsburg: Jetzt geht’s los!

 
Kilian Briegel, Simon Engel und Carolin Mayer (v.l.)
14.11.2018

Als Carolin, Kilian und Simon Mitte August ihren Zulassungsbescheid für ein Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule Augsburg erhielten, war ihnen nicht bewusst, gegen wie viele Mitbewerber und Mitbewerberinnen sie sich durchgesetzt hatten: Rund 1.500 Bewerbungen waren für den neuen Studiengang, der im Wintersemester 2018/19 zum ersten Mal an der Hochschule Augsburg angeboten wird, eingegangen. Hinter jeder von ihnen steckt eine eigene Geschichte. Wir stellen heute die von Carolin, Simon und Kilian vor.

 
Kilian Briegel

Kilian Briegel nahm nach seinem Abitur zunächst ein Lehramtsstudium der Fächer Deutsch und Geschichte auf. Um direkt zu Beginn des Studiums einen umfassenden Praxiseinblick zu erlangen, begann er, in einer von der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe getragenen Offenen Ganztagesschule zu arbeiten. „Ich habe schnell gemerkt, dass mir das praktische pädagogische Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen Spaß macht – aber eher außerhalb des schulischen Kontexts“, sagt er. Die schlechten Berufsaussichten für Gymnasiallehrer mit seiner Fachkombination bestärkten ihn in seiner Entscheidung, das Lehramtsstudium abzubrechen: Nach zwei Semestern wechselte er zum Studiengang Erziehungswissenschaften. Doch als er im Frühjahr vom neuen Studiengang Soziale Arbeit an der Hochschule Arbeit erfuhr, war für ihn klar, dass er sich bewerben würde. Und er war erfolgreich: Mitte August kam die Zusage!

 
Carolin Meyer

Carolin Meyer hat bereits eine Berufsausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin abgeschlossen und war auf einer Palliativstation tätig. Der Beruf in der Pflege machte ihr Spaß, doch Carolin wollte sich darüber hinaus auch mit anderen Bereichen auseinandersetzen: „Ich wollte noch tiefer in Themengebiete eintauchen, mehr erfahren, theoretisches Hintergrundwissen über den Menschen sammeln“, sagt sie. Sie bewarb sich für zwei Studiengänge: für das Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule Augsburg und um einen Studienplatz im Fach Medizin. „Als ich die Zusage für das Studium an der Hochschule Augsburg bekam, war meine Entscheidung sofort gefallen: Das mache ich!“ Ihre Tätigkeit auf der Palliativstation hat sie trotz Aufnahme des Studiums noch nicht ganz aufgegeben. „Ich arbeite weiterhin in Teilzeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Das ist eine tolle Möglichkeit für mich, mein Studium zu finanzieren."

 

Auch Simon  Engel hat bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen: Nach der Mittleren Reife ließ er sich zum Einzelhandelskaufmann ausbilden und arbeitete auch einige Jahre in dem Beruf. Dann entschloss er sich, am Bayernkolleg sein Abitur nachzuholen. Anschließend begann er, im Haus Don-Bosco des Dominikus-Ringeisen-Werks in Augsburg in einer Wohngruppe für Autisten zu arbeiten. „Die Arbeit im sozialen Bereich hat mir sofort gefallen“, sagt er. Durch den Austausch mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Einrichtung wuchs in ihm der Wunsch, beruflich in diese Richtung zu gehen. Zunächst trat Simon aber eine mehrmonatige Reise nach Neuseeland und Australien an. „Eine Freundin hat mir währenddessen geschrieben, dass man in Augsburg bald Soziale Arbeit studieren kann. Als ich von meinem Auslandsaufenthalt zurück war, habe ich mich dann auf einen Studienplatz beworben." Und das hat geklappt – auch für Simon ging es Anfang Oktober 2018 an der Hochschule Augsburg mit dem Studium der Sozialen Arbeit los.

Simon Engel

Vielfältige Berufsmöglichkeiten für die angehenden Sozialpädagoginnen und -pädagogen

 

Neben der Freude am Umgang mit Menschen gefällt den beiden angehenden Sozialpädagogen und der künftigen Sozialpädagogin am Bereich soziale Arbeit vor allem die Vielfalt an möglichen späteren Tätigkeitsfeldern – von der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, mit alten Menschen oder Menschen mit Behinderungen, über die Erwachsenenbildung, bis hin zur Suchtberatung und Integrationsarbeit. „In unserem Studium bekommen wir eine breite Ausbildung, so dass wir in verschiedenen Tätigkeitsfeldern arbeiten können", sagt Kilian. Er selbst würde gerne später weiterhin mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Auch Carolin findet eine berufliche Tätigkeit mit Jugendlichen oder mit jungen Erwachsenen in Problemlagen besonders spannend. Simon könnte sich vorstellen, auch nach dem Studium in einer Einrichtung mit Autisten zu arbeiten. „Prinzipiell kommt für mich aber vieles in Frage, zum Beispiel der Bereich Sucht.“ Er freue sich, dass er im Verlauf des Studiums verschiedene Handlungsfelder und Bereiche der sozialen Arbeit kennenlernen wird – ein Charakteristikum des neuen Studiengangs an der Hochschule Augsburg.

Das Curriculum: handlungsorientiert und inhaltlich breit gefächert

 

Der Studiengang Soziale Arbeit ist inhaltlich sehr breit angelegt. Das Curriculum deckt alle relevanten Handlungsfelder und Interventionsarten der späteren staatlich anerkannten Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen ab. Dabei beruht die Ausbildung auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden und ist stark praxisbezogen.

Die beiden ersten Semester, die sogenannte Orientierungsphase, dienen der Vermittlung von Grundlagen aus den Bereichen Soziale Arbeit, Entwicklungs- und Sozialpsychologie, Sozialwissenschaft, Sozialpolitik und Politikwissenschaft. Auch wissenschaftliches Arbeiten und Recht stehen auf dem Stundenplan. Im dritten und vierten Semester bauen die Studierenden ihre Kenntnisse aus und erproben sie in Praxisprojekten, bevor sie im fünften Semester ein 20-wöchiges Praktikum absolvieren. Danach folgt die Vertiefungsphase, in der die Studierenden individuelle Schwerpunkte wählen können. Im siebten Semester steht dann die Bachelorarbeit an.

Eine besondere Rolle in der Ausgestaltung des Studiums werden die sozialen Einrichtungen der Region spielen. Diese haben übrigens mit dazu beigetragen, dass junge Menschen heute überhaupt Soziale Arbeit in Augsburg studieren können: Mehr als 50 Organisationen aus Bayerisch-Schwaben hatten sich für die Einrichtung des Studiengangs ausgesprochen und bestätigt, dass es in der Region einen Mangel an qualifizierten Fachkräften im Bereich der sozialen Arbeit gibt. Da diese Einrichtungen Einblicke in die tägliche Arbeit und aktuellen Problemfelder der sozialen Arbeit geben können, werden sie in den kommenden sieben Semestern ein wichtiger Partner für Studienprojekte sein. Außerdem werden viele der Studierenden in den sozialen Einrichtungen der Region ihr Praxissemester absolvieren oder eine praxisbezogene Bachelorarbeit verfassen.

 
Carolin Meyer, Kilian Briegel, Simon Engel

Hoffnungen und Erwartungen an das Studium: starker Praxisbezug und umfassende Vorbereitung auf den späteren Beruf

 

„Unser Studiengangsleiter László Kovács hat einmal gesagt, dass professionelles Helfen mehr als nur Empathie sei – und was genau dieses ‚mehr‘ bedeutet, das möchte ich hier lernen“ – mit dieser Erwartung geht Simon in das erste Semester seines Studiums. Carolin betont, dass es ihr wichtig sei, verschiedene Tätigkeitsbereiche der sozialen Arbeit kennenzulernen. Dabei möchte sie zugleich das Handwerkszeug erlernen, das sie für ihre spätere berufliche Tätigkeit als Sozialpädagogin benötigt. Wie ihre beiden Kommilitonen wünscht auch sie sich einen starken Praxisbezug im Studium. Dass die Hochschule diesem Wunsch nachkommen kann, davon sind die drei Studierenden bereits nach den ersten Wochen überzeugt: „Die Dozenten und Dozentinnen bringen unglaublich viel Erfahrung mit und können viel aus ihren früheren beruflichen Tätigkeiten berichten“, sagt Kilian. Das erste Praxisprojekt steht auch schon an: Im Rahmen der Seminare „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ und „Geschichte und Grundlagen der Sozialen Arbeit“ beschäftigen sich die Studierenden in Kleingruppen mit der Geschichte verschiedener sozialer Einrichtungen in der Region.

Fazit nach den ersten Wochen: ein gelungener Start!

 

Nach den ersten vier Wochen ziehen die drei Studierenden ein positives Fazit: „Wir hatten einen sehr guten Start hier an der Hochschule“, sagt Simon. „Die Motivation ist unfassbar hoch, sowohl bei uns Studierenden als auch an der Hochschule allgemein." Auch der Zusammenhalt unter den Studierenden des Studiengangs sei gut. „Wir sind nur 32 Leute. Deshalb kennt jeder jeden, der Umgang miteinander ist sehr kollegial“, sagt Kilian.

Da der Studiengang neu ist, hatte es im Vorfeld keine Erfahrungsberichte von Studierenden aus höheren Semestern gegeben. Dennoch seien den dreien die ersten Tage leichtgefallen. Dazu habe das Startklar-Programm der Hochschule beigetragen, ein Einführungsprogramm für Studienanfänger, das den Neulingen den Start an der Hochschule erleichtern soll.

Manche Dinge müssen sich in dem neuen Studiengang noch einspielen. „Das macht aber gar nichts“, sagt Kilian, „denn wir werden dafür in viele Entscheidungen, die den Studiengang betreffen, mit einbezogen“. Das schätzen auch die anderen Studierenden an ihrem Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule Augsburg. Carolin bringt es abschließend auf den Punkt: „Ich habe das Gefühl, dass wir hier mitgestalten können. Das ist nicht nur schön für uns, sondern so können wir auch den Grundstein legen für die Jahrgänge, die nach uns kommen."

Carolin Meyer und Kilian Briegel
Simon Engel und Carolin Meyer