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Talent-Wettbewerb des Art Directors Club: Zahlreiche Auszeichnungen für die Fakultät für Gestaltung

Studierende und Absolvent:innen überzeugen mit Semesterprojekten und Abschlussarbeiten

 
Logo des ADC Awards
(Bild: Art Directors Club für Deutschland (ADC) e.V.)
21.05.2021

Ein herausragendes Ergebnis: Beim ADC Talent Award 2021 des Art Directors Club Deutschland hat die Fachjury insgesamt elf Arbeiten von Studierenden und Absolvent:innen der Hochschule Augsburg ausgezeichnet – das erfolgreichste Ergebnis in der Geschichte der Fakultät für Gestaltung. Dabei wurden bei der 57. Auflage des Wettbewerbs gleich drei Projekte von Augsburger Gestalter:innen mit einem „goldenen Nagel“ bedacht.

 

Den Augsburger Gestalter:innen gelang es mit ihren vielfältigen Arbeiten, die Juror:innen unter der Leitung der diesjährigen Chairwomen Liz Taylor und Gepa Hinrichsen zu überzeugen. Aufgrund der Corona-Pandemie tagten die 29 Wettbewerbs-Jurys heuer wie bereits im vergangenen Jahr ausschließlich virtuell. Insgesamt bewerteten sie rund 300 Einreichungen in verschiedenen Kategorien, wie zum Beispiel Website, Illustration, Schriftgestaltung und Identity Design. Dabei stand das Festival in diesem Jahr unter dem Motto „Superkraft Kreativität – findet immer einen Weg“.

Drei Mal Gold für die Hochschule Augsburg

Neben drei goldenen Nägeln gab es einen silbernen und zwei bronzene Nägel sowie fünf Awards für Projekte von Studierenden oder Absolvent:innen der Hochschule Augsburg.

Goldener Nagel: „Wo ist the latest shit?“

 

Das Team der Winterwerkschau Augsburg 2019/20 erhielt einen goldenen Nagel in der Kategorie Corporate Design/Identity für das Projekt „Wo ist the latest Shit?“. Die Studierenden und Absolvent:innen Amelie Bormann, Nathalie Blank, Betremariam Tebebe, Laura Kreuzer, Florian Kapaun, Julian Falkner, Konstantin Kraska und Nathalie Pollok entwickelten auf Grundlage einer beliebt-berüchtigten Schimpftirade des bekannten Art Directors Mike Meiré zum Status Quo im Design-Bereich die Corporate Identity der Werkschau der Fakultät für Gestaltung des Wintersemesters 2019/20.

„Geile Typo, großartige Poster, Hammer Social Media, Over-the-Top-AR-Filter“, so lautete der Kommentar der Fachjury zu „Wo ist the latest Shit“. Betreut wurden die Studierenden bei dieser Arbeit von Professor Kai Bergmann.

Impressionen des Designs zu "Wo ist the latest Shit?"

Goldener Nagel: Der Nahostkonflikt – so nah und doch so fern. Eine Chronik

 

Ebenfalls einen goldenen Nagel gab es für Laura Neuhäuser, die für ihre Abschlussarbeit im Studiengang Kommunikationsdesign „Der Nahostkonflikt – so nah und doch so fern. Eine Chronik“ in der Kategorie Illustration ausgezeichnet wurde. Betreut wurde sie bei der Arbeit von Professor Mike Loos und Professorin Gudrun Müllner. Neuhäuser gelang es, den komplexen Konflikt verstehbar zu machen, indem sie die historischen Fakten auflistete, sortierte und mit nüchternem, neutralem Blick darlegte.

 
Illustration zum Thema Nahostkonflikt
Illustration zum Thema Nahostkonflikt
 

Das Werk besteht aus einer chronologisch angelegten Dokumentation wichtiger historischer Ereignisse, einem Lexikon, das wichtige Begriffe und Personen alphabetisch auflistet und erklärt, sowie einem von zwei Seiten aus lesbarem Buch mit zwei ausführlichen Interviews, in denen ein Israeli und ein Palästinenser Raum für ihr subjektives Erleben erhalten. Die Jury zeigte sich sowohl von der Tiefe der Recherche als auch vom sauberen Layout sowie der Konsequenz, der Stimmigkeit und den Details der Illustrationen überzeugt.

Goldener Nagel: Alles Statt Nix – Vom Mittelschüler zum Überflieger

 

Die digitale Plattform „Alles Statt Nix“ von Elvira Breit weist den Weg in eine Zukunft, in der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit Wirklichkeit werden.

Mittelschüler:innen finden hier ein Informations- und Kommunikationsangebot zu Ausbildung, Studium und Beruf, das ihre Sprache spricht – inhaltlich und medial. Dafür gab es von der Fachjury einen goldenen Nagel in der Kategorie Social Media. Die Abschlussarbeit entstand unter Betreuung von Professor Stefan Bufler.

 
Digitale Plattform "Alles Statt Nix"
Digitale Plattform "Alles Statt Nix"
 

Auf der Plattform zeigen Jugendliche als Vorbilder neue Berufsperspektiven auf, Tutorials leisten praktische Hilfe. Eltern, Lehrer:innen und Unternehmen werden mit eingebunden.

„Diese Arbeit hat mir als Jurymitglied die Tränen in die Augen getrieben. Tränen der Traurigkeit, weil ich als Betroffener selbst kaum Vorbilder in Karrierebranchen hatte. Aber auch Tränen der Freude, weil sich junge Studierende dieser Thematik und damit ihrem eigenen Schicksal und dem kommender Generationen angenommen haben“, sagte ein Mitglied der Fachjury.

Silberner Nagel: Ein zweifelhaftes Drama oder ein dramatisches Zweifeln

 

Melanie Ruf erhielt einen silbernen Nagel der Kategorie Text für ihre Abschlussarbeit „Ein zweifelhaftes Drama oder ein dramatisches Zweifeln“, in der sie sich mit Kunst und Kultur während des pandemiebedingten Lockdowns auseinandersetzte: Während Kunst und Kultur hinter dem Vorhang des Lockdowns verborgen blieben, fand der Zweifel immer einen Weg ins Rampenlicht. Skurril und virtuos erobert dieser auf lyrischem Weg die Hauptrolle und taucht seine Opfer für fotografische Momentaufnahmen in buntes Licht. Betreut wurde die Arbeit von Professorin Gudrun Müllner und Jörg Fokuhl.

Das Statement der Fachjury: „‚Ein zweifelhaftes Drama oder ein dramatisches Zweifeln‘ – Bühne frei für eine ohne Zweifel höchst auszeichnungswürdige Abschlussarbeit. Die Text-Jury empfiehlt: selber lesen!“

 
Impression: Ein zweifelhaftes Drama oder ein dramatisches Zweifeln
Impression: Ein zweifelhaftes Drama oder ein dramatisches Zweifeln
 

Bronzener Nagel: Zugangsformen – Visualisierung von Barrierefreiheit im Netz

 

Fast jeder zehnte Mensch lebt mit einer offiziell bestätigten Schwerbehinderung. Dazu kommen Betroffene, die keine Anträge stellen oder vorübergehend Beeinträchtigungen haben. Das Schlagwort Inklusion ist in aller Munde – doch die Barrierefreiheit im Netz kommt leider oft zu kurz. Daniela Hach setzte sich mit diesem Missstand in ihrer Abschlussarbeit im Masterstudiengang Interaktive Mediensysteme auseinander und erhielt dafür einen Nagel in Bronze in der Kategorie Website.

„Zugangsformen“ ist eine Sammlung von Visualisierungen, welche die Barrierefreiheit bzw. die Barrieren realer Webseiten sichtbar macht. Die Erstellung der Grafiken erfolgte in einer eigens entwickelten Browser-Extension, die auch den Endnutzer:innen eine explorative Betrachtung von Webseiten unter dem Aspekt der Barrierefreiheit ermöglicht. Betreut wurde die Abschlussarbeit von Professor Daniel Rothaug und Professor Ulrich Fleischmann.

 
Projekt Zugangsformen
 

Bronzener Nagel: Visual Voicings: Brand Identity für den Jazzclub Unterfahrt

 

Der „Jazzclub Unterfahrt“ in München zählt zu einem der „100 Great Jazz Clubs of the World“. Sein 40-jähriges Jubiläum feierte der Club mit einem neuen visuellen Erscheinungsbild. Chiara Mayr erarbeitete dafür im Rahmen einer Semesterarbeit ein plakatives wie abwechslungsreiches grafisches Designsystem, welches besonders animiert Spaß macht und selbst über Jahre immer wieder neue Lösungen ermöglicht. Dafür erhielt sie von der Jury einen bronzenen Nagel in der Kategorie Identity Design. Betreut worden war Chiara Mayr bei diesem Projekt von Professor Kai Bergmann.

Grafisches Design für den Jazzclub Unterfahrn
 

Award: fünfzigfünfzig

 

Zora Chocholaty und Amelie Birk erhielten einen Award in der Kategorie Design für ihre Semesterarbeit „fünfzigfünfzig“, die im Rahmen des Designprojekts „Frauenpower im Design“ bei Professorin Gudrun Müllner entstanden ist.

Projekt fünfzigfünzig

In der Arbeit setzen sich die beiden Studentinnen des Studiengangs Kommunikationsdesign kritisch mit dem Kunstbetrieb auseinander. Pablo Picasso, Salvador Dali, Jan van Eyck – aber wo sind da die Frauen? Nur zehn Prozent aller in Museen und Galerien ausgestellten Künstler:innen sind weiblich, obwohl es viel mehr Künstlerinnen als Künstler auf der Welt gibt. Mit einer Plakatkampagne mit begleitender Info-Website sowie dem Ausstellungs-Siegel „fünfzigfünfzig“ möchten Zora Chocholaty und Amelie Birk dieses Ungleichgewicht ins Bewusstsein rücken und die Kunst von Frauen sichtbarer machen.

 
Projekt fünfzigfünfzig
Projekt fünfzigfünfzig

Award: A Taste of Your Own Medicine

 

Anastasia Kalensky, Anna Lutzenberger und Olivia Yakaboylu erhielten für ihre Semesterarbeit „A Taste of Your Own Medicine“ einen Award. Das Comicbuch legt durch bewusstes Umdrehen von Genderstereotypen auf spielerische Weise offen, dass jede:r in Genderstereotypen denkt. Begleitet werden die Illustrationen von Fakten und Zahlen, die aktuelle Missstände verdeutlichen. Des Weiteren enthält das Buch einen Privilegientest zum Ankreuzen, um Bewusstsein zu schaffen, sowie einige Ratschläge, wie Privilegien sinnvoll genutzt werden können, um aktiv gegen Diskriminierung zu wirken. Betreut wurden die drei Studentinnen bei ihrer Semesterarbeit von Professorin Gudrun Müllner.

A Taste of Your Own Medicine: Impressionen aus dem Buch

Flieger

 

Nina Faulhaber konnte sich ebenfalls über einen Award freuen. In der Kategorie Schriftgestaltung erhielt sie die Auszeichnung für ihre Semesterarbeit „Flieger“, betreut von Professor Maurice Göldner.

Flieger ist das digitale Revival einer Bleisatzschrift, welche in einem Buch über Flugmotoren aus dem Jahr 1916 gefunden wurde. Die Schrift ist, wie die Vorlage, als Textschrift angelegt und versteht sich als Interpretation und Weiterentwicklung dieser, nicht als Kopie. So sind die Zeichen nah am Original gehalten, erhalten aber eine zeitgenössische digitale Schärfe, reduzierte Klarheit und mehr Regelmäßigkeit in den Formen und Kontrasten.

Schrift "Flieger"

Award: The Creative Code

 

Nicht immer werden Kreativdienstleistungen genügend wertgeschätzt und honoriert. Ein Grund dafür liegt darin, dass Auftraggeber:innen und Designer:innen oft unterschiedliche Vorstellungen von einer erfolgreichen Zusammenarbeit haben. Die Abschlussarbeit „The Creative Code“ von Sandra Christ hat zum Ziel, in dem Prozess für Transparenz, Verständnis und gegenseitiges Vertrauen zu sorgen. Das medienübergreifende Identity-Design-Konzept bringt die Idee auf den Punkt und empfiehlt sich als Gütesiegel für Kreativprozesse auf Augenhöhe. Die Abschussarbeit wurde von Prof. Stefan Bufler und Prof. Maurice Göldner betreut und mit einem Award in der Kategorie Identity Design ausgezeichnet.

Impressionen The Creative Code

Award: Vanishing Point – Refugee Perspectives

 

Patricia Urbas wurde für Vanishing Point – Refugee Perspectives mit einem Award ausgezeichnet. Die Absolventin des Masterstudiengangs Interaktive Mediensysteme beschäftigt sich in ihrer Abschlussarbeit mit dem Thema Flucht, insbesondere der Flucht über das Mittelmeer und der damit verbundenen Seenotrettung. Zielsetzung der von Urbas entwickelten Anwendung ist es, eine Sensibilisierung zu schaffen und das Thema und dessen Relevanz einer breiten Zielgruppe näher zu bringen.

Die Applikation beinhaltet fünf persönliche Berichte von Menschen, die als Geflüchtete oder als ehrenamtliche Helfer:innen mit dem Thema konfrontiert sind. Eine interaktive Karte dient als einbettendes Element. Vanishing Point bedeutet übersetzt „Fluchtpunkt“. Das Wort „Vanishing“ alleinstehend bedeutet „Verschwinden“. Auch der Untertitel der Arbeit – Refugee Perspectives – beinhaltet eine Doppeldeutigkeit: So kann Perspektive zum einen als räumlicher Blickwinkel verstanden werden, aber auch im Sinne von Zukunftsperspektiven. Die Betreuer der Masterarbeit waren Professor Daniel Rothaug und Professor Andreas Muxel.

Impressionen: Vanishing Points