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Feierliche Eröffnung des Promotionszentrums DigiTech

An der Technischen Hochschule Augsburg ist nun die durchgängige wissenschaftliche Karriere möglich – vom Bachelor über den Master bis zum Doktor

 
Das Team des Promotionszentrums DigiTech an der THA: Neun von elf professoralen Mitgliedern sowie Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Gordon Thomas Rohrmair (1. Reihe Mitte), Prof. Dr. Nadine Warkotsch, Vizepräsidentin für Forschung und Nachhaltigkeit (1. Reihe rechts) und Prof. Dr. habil. Eva Lermer, Leiterin der THA-Graduate School (1. Reihe links), haben an der feierlichen Eröffnung teilgenommen. © THD
26.03.2024
Augsburg

Am 11. März fand die feierliche Eröffnung des Promotionszentrums DigiTech statt, an dem nun Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAWs) den Doktortitel vergeben dürfen. Promovieren können Absolventinnen und Absolventen mit einem Masterabschluss. Die Verleihung der Doktorwürde war in Bayern bislang ein etabliertes Alleinstellungsmerkmal der Universitäten. Im Promotionszentrum DigiTech ist die Technische Hochschule Augsburg (THA) im Verbund mit der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) und der Hochschule Landshut (HSL) vertreten. Im November 2023 hatten die drei bayerischen Hochschulen das Promotionsrecht für den Schwerpunkt „Digitale Technologien und ihre Anwendungen“ im Rahmen des Hochschulinnovationsgesetzes erhalten. DigiTech ist die erste hochschulübergreifende Einrichtung in Bayern, die bereits zum März 2024 Promovierende aufgenommen hat. Sechs Promovierende – je zwei pro Hochschule – haben am Promotionszentrum DigiTech begonnen.

 
Die Präsidenten der am Promotionszentrum DigiTech beteiligten Hochschulen
Bei der feierlichen Eröffnung: Die Präsidenten der am Promotionszentrum DigiTech beteiligten Hochschulen (von links): Prof. Dr. rer. nat. Peter Sperber (THD), Prof. Dr. Dr. h.c. Gordon Thomas Rohrmair (THA) und Prof. Dr. Fritz Pörnbacher (HSL). © THD
DigiTech-Gremienmitglieder der Hochschulen Augsburg, Deggendorf und Landshut
Mitglieder der Hochschulen Augsburg, Deggendorf und Landshut, die in den Gremien Promotionsausschuss, Steuerungskreis und Beirat des Promotionszentrums DigiTech eng zusammenarbeiten. © THD
 

Durch die Einrichtung des Promotionszentrums schaffen die drei bayerischen Hochschulen nun die geeigneten Voraussetzungen für die wissenschaftliche Karriere ihrer Studierenden. Für sie ist das Promotionsrecht an HAWs ein logischer Schritt, die wissenschaftlichen Leistungen ihrer Forschenden auf dem gleichen Niveau wie Universitäten auszuzeichnen. „Wir bieten mit dem Promotionszentrum DigiTech neue Möglichkeiten für die Karriereentwicklung junger, motivierter Menschen vor Ort an der Technischen Hochschule Augsburg und in der Region. Denn wir ermöglichen damit nun die durchgängige wissenschaftliche Karriere vom Bachelor über den Master bis zum Doktorgrad. Und: Die Promovenden forschen praxisorientiert und anwendungsnah an zukunftsweisenden Fragestellungen. Dies ist für die einzelnen Studierenden – später vielleicht Promovierenden – ganz entscheidend,“ sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Gordon Thomas Rohrmair, Präsident der THA.

Prof. Dr. Andreas Kassler, Sprecher des Digi-Tech-Steuerungskreises und Spitzenprofessor an der THD, ermutigte die Promovierenden im Rahmen der feierlichen Eröffnung, ihre Reise zur Doktorwürde als „Sprungbrett für Kreativität und Entschlossenheit“ zu sehen, bei der sie voll auf die Unterstützung des Promotionszentrums DigiTech an allen drei Hochschulen vertrauen können.

„Das Promotionsrecht ist für uns als Hochschulen die Anerkennung für unser Forschungsengagement der vergangenen Jahre und Jahrzehnte.“
An der Technischen Hochschule Augsburg wurde in den vergangenen Jahren die Forschung systematisch ausgebaut. Dabei fokussiert sich die THA auf die Schwerpunkte „Digitalisierung in Produktion und Dienstleistung“ sowie „Ressourceneffizienz“. Gegründet wurden Forschungsinstitute und -gruppen. Geforscht wird auch an den THA-Außenstandorten in vier Technologietransferzentren (TTZ) und in An-Instituten in Kooperation mit anderen Forschungsinstitutionen. Ebenso werden seit langem aktuelle Forschungsthemen in zahlreichen Großprojekten bearbeitet. „Das Promotionsrecht ist für uns als Hochschulen die Anerkennung für unser Forschungsengagement der vergangenen Jahre und Jahrzehnte. Es ist ein Beleg für die Qualität unserer Arbeit und ein Beweis für unsere Forschungsstärke im Bereich digitaler Technologien und deren Anwendungen“, sagt Prof. Dr. Nadine Warkotsch, Vizepräsidentin für Forschung und Nachhaltigkeit der THA.

Die Hochschulen in Augsburg, Deggendorf und Landshut bilden ein starkes Netzwerk
Im Rückblick auf die zurückliegenden zwei Jahre, in denen der Antrag für DigiTech an den drei Hochschulen durch ein zehnköpfiges Team, elf Fakultäten und 31 forschungsstarke Professorinnen und Professoren erfolgreich auf den Weg gebracht wurde, sagt Warkotsch: „Hinter uns liegt eine intensive Zeit. Was mir davon ganz besonders in Erinnerung bleibt, ist die extrem konstruktive Zusammenarbeit der drei Hochschulen. Besonderer Dank gilt dabei, neben den Verantwortlichen des Antragstellungsprozesses, unseren forschenden Kolleginnen und Kollegen. Nur durch ihre im Vorfeld geleisteten herausragenden Leistungen in der Forschung war es möglich, einen Antrag auf diesem Niveau erfolgreich zu stellen.“ Der Antrag gehörte zu denen, die bereits in der ersten Runde und ohne zusätzliche Begehung positiv beschieden wurden. Entstanden ist eine moderne Promotionsordnung mit höchstem Qualitätsanspruch an den Erhalt der Doktorwürde.

Auch die Präsidenten der beiden anderen bayerischen Hochschulen – Prof. Dr. rer. nat. Peter Sperber (THD) und Prof. Dr. Fritz Pörnbacher (HSL) – sprachen bei der Eröffnung dem Antragsteam ihren Dank für das Engagement aus. Zugleich freuen sie sich, gemeinsam mit der THA auf ein starkes Netzwerk setzen zu können.

Im Promotionszentrum DigiTech steht der Megatrend Digitalisierung im Mittelpunkt
An der THA sind elf Professor:innen aufgrund ihrer Forschungsstärke und wissenschaftlichen Expertise Teil von DigiTech und dürfen eigenständig Promotionen durchführen. Die Promovenden werden zu den Megatrends der Digitalisierung forschen – von Prozessen über Produkte bis hin zu Dienstleistungen. Interdisziplinär soll so der wissenschaftliche Nachwuchs durch digitale Technologien zur Lösung akuter gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Probleme beitragen. „Wir sind mit dem Promotionszentrum direkt am Puls der Zeit. Unsere DigiTech-Promovenden werden in den Forschungsprojekten der THA einen innovativen Beitrag für die herausfordernden Zukunftsthemen leisten. Mit der THA Graduate School schlagen wir somit ein neues Kapitel an der Technischen Hochschule Augsburg auf und verstärken unser Engagement für Spitzenforschung und erstklassige Lehre“, sagt Prof. Dr. habil. Eva Lermer. Sie ist Leiterin der THA-Graduate School, an der das Promotionszentrum DigiTech an der THA angesiedelt ist.

Bayerisches Hochschulinnovationsgesetz ebnet Weg für die Promotion an HAWs
Bis zum Bayerischen Hochschulinnovationsgesetz (BayHIG) 2022 war die Verleihung der Doktorwürde ein etabliertes Alleinstellungsmerkmal der Universitäten. Bayern ist erst das fünfte Bundesland in Deutschland, das es den TH und HAW zugesteht. Der Aufnahme des Promotionsrechts ins BayHIG gingen langjährige Debatten zwischen Befürwortern und Gegnern voraus. Gleichermaßen war es den Fachhochschulen bis 1998 nicht möglich, Forschung zu betreiben. Mittlerweile gehören die THD, THA und HSL zu den forschungsstärksten Hochschulen in Deutschland.

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